Sonntagsgefühle im Abteil
03.08.2009 | 10:10 Uhr 2009-08-03T10:10:00+0200
Neues Angebot: Mit dem Quer-durchs-Land-Ticket der Deutschen Bahn kann man günstig reisen
Alle Tage ist kein Sonntag? Bei der Bahn jetzt schon, jedenfalls im Prinzip: Ab heute gibt es ein Reiseangebot für den Nahverkehr, das mit dem bekannten Wochenendticket vergleichbar ist. Mit dem neuen, so genannten Quer-durchs-Land-Ticket können Reisende künftig für 34 Euro (am Schalter 36 Euro) an Wochentagen durch die ganze Bundesrepublik reisen.
Die entscheidenden Unterschiede: Anders als am Wochenende darf man erst ab 9 Uhr in den Zug steigen, dann aber bis 3 Uhr nachts fahren. Und: Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt für nur eine Person – am Wochenende dagegen reisen bis zu fünf Personen gemeinsam. Allerdings können für jeweils fünf Euro mehr, bis zu maximal vier Personen mitreisen: Wer zu zweit fährt, zahlt also 39 Euro, zu dritt kostet es 44 Euro. Vier Personen zahlen 49 Euro und die Fünfergruppe 54 Euro. Das Angebot ist zunächst bis zum 31. Januar 2010 befristet.
Angesichts von Regionalexpresszügen können Kunden mit dem neuen Ticket durchaus attraktive Tagesausflüge unternhemen, auch über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus. Da sie aber nur Nahverkehrszüge und S-Bahnen benutzen dürfen, müssen sie einen nicht unerheblichen Zeitaufwand einkalkulieren. Innerhalb Nordrhein-Westfalens und der meisten anderen Bundesländer gibt es bereits vergleichbare Ländertickets, die zwischen 25 und 34 Euro kosten, dann allerdings für fünf Personen.
Wie weit man kommt und wie lange es dauert, lässt sich recht einfach bei der Internet-Reiseauskunft der Bahn unter www.bahn.de ermitteln. Die Tour nach Westerland dauert beispielsweise gute neun Stunden. Das sind rund drei Stunden mehr als mit dem IC. Dreimaliges Umsteigen (Minden, Hannover, Hamburg) kommt hinzu.
INFO
Mit dem Quer-durchs-Land-Ticket fährt
- die erste Person für 34 Euro.
- jeder weitere von maximal vier Mitfahrern für jeweils 5 Euro.
- einen Tag lang deutschlandweit.
- in allen Nahverkehrszügen und S-Bahnen der Deutschen Bahn und Partner-Betrieben.
Das Ticket
- gilt montags bis freitags von 9 Uhr morgens bis 3 Uhr nachts.
- ist unbegrenzt verfügbar bis zum 31. Januar 2010.
0180/ 599 66 33, www.bahn.de
Der Weg von Rhein und Ruhr nach Berlin dauert etwa acht Stunden. Wer eine Viertelstunde sparen will, fährt über Wolfsburg, Stendal und Wittenberge und steigt fünfmal um. Wer ein bisschen mehr Zeit investieren will, muss nur in Minden, Braunschweig oder Magdeburg umsteigen und hat dort auch jeweils einen Zeitpuffer von einer guten halben Stunde. Das beruhigt, denn das Risiko, bei Verspätungen mal irgendwo hängenzubleiben ist recht groß. Der Trost: Mittlerweile fahren die meisten Nahverkehrszüge auch im Stundentakt.
Mit viel Zeit und ohne großes Gepäck ist auch Süddeutschland erreichbar. Mit der S-Bahn S1 morgens ab Wattenscheid-Höntrop (9.02, Essen 9.16, Mülheim 9.26) nach Duisburg, dort in den Rheinexpress RE5 bis Koblenz, weiter den Rhein entlang nach Frankfurt und von dort mainaufwärts nach Würzburg. In Treuchtlingen umsteigen Richtung Augsburg, von dort nach München und im Vorort Pasing in die Regionalbahn nach Garmisch-Partenkirchen. Ankunft ist nach diesem Beispiel um kurz vor zehn, nach elf Stunden Nahverkehr.
In Bayern übrigens, zwischen Nürnberg und München, gibt es deutschlandweit die einzigen Nahverkehrszüge, die Tempo 200 fahren und die Frankenmetropole mit der Bayernhauptstadt in weniger als zwei Stunden verbinden.
Gut zum schnellen Nahverkehrsreisen in die Ferne eignen sich aus der hiesige Region vor allem der Regionalexpress RE6 Düsseldorf-Minden, der im Schnitt über 100 Stundenkilometer fährt. Und natürlich der Rheinexpress von Emmerich über Wesel, Oberhausen, Düsseldorf, Köln, Bonn nach Koblenz.
Von Minden mit der S-Bahn nach Hannover, dann winken schnelle Verbindungen nach Hamburg – und von dort aus in Richtung Nord- und Ostseeküste oder Richtung Halle, Leipzig und Dresden. Von Koblenz aus geht es weiter Richtung Frankfurt am Rhein entlang oder entlang an Mosel und Lahn – die Tour nach Saarbrücken über Trier dauert im Regionalexpress runde zweieinhalb Stunden. Und das auf Bahnstrecken, die sich so schön gestalten, dass das Langsamfahren durchaus Spaß macht. Wer außerhalb des Berufsverkehrs einen Doppelstockwagen mit Aussichtsplätzen im Oberdeck erwischt, wird die 300 Stundenkilometer der ICE-Rohrpost auf den Neubaustrecken möglicherweise gar nicht vermissen.
17:20
find ich ein super angebot! echt klasse.