In der Natur trifft man die Kultur
08.06.2009 | 09:56 Uhr 2009-06-08T09:56:00+0200
Teil 1: Der Waldskulpturenweg zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg. Bequeme Anreise mit Bus und Bahn
Vögel zwitschern in den Bäumen. In der Luft liegt der sanfte Duft von Tannennadeln. Ein Ort zum Durchatmen. Es wird schnell klar, warum das Rothaargebirge zu Deutschlands schönsten Waldgebirgslandschaften zählt. Neben klaren Gewässern, fantastischen Aussichten und gut ausgeschilderten Wanderpfaden hat die Region etwas ganz Besonderes zu bieten: den Waldskulpturenweg zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg. Auf einer Strecke von 23 Kilometern schlängelt er sich den Rothaarkamm entlang. Immer wieder stehen Skulpturen und Installationen internationaler Künstler am Wegesrand. Neun von insgesamt elf Kunstwerken sind bereits fertig gestellt.
Anfahrt: Bis Bf „Bad Berleburg”. Rückfahrt: ab „Kirche, Schmallenberg” mit der Linie SB 9 bis Bf „Lennestadt-Altenhundem”. Ticket-Tipp: Mit dem „SchönerTagTicket” NRW Single oder 5 Personen fahren Sie für 25 bzw. 34 Euro mit Bus und Bahn durch ganz NRW. Weitere Infos unter www.nahverkehr.nrw.de
Strecke: Die Strecke verläuft auf gut markierten Wegen über den Rothaarsteig. Das Wegenetz führt ohne Umwege und Verirrungen nach Schmallenberg. Strecke: 23 km, Gehzeit: 8 Stunden, Schwierigkeit: schwer.
Nach einigen Kilometern auf dem mit markanten Holzpfählen gekennzeichneten Waldskulpturenweg taucht hinter einer leichten Linksbiegung eine besonders herausragende Plastik auf: Der 7,50 Meter hohe „Krummstab” von Heinrich Brummack beugt sich über den Wanderweg. Obwohl die Plastik aus der Landschaft hervorsticht, wirkt sie nicht aufdringlich oder fremd. Ein Anspruch, den der Skulpturenweg an sich stellt: Die Kunstwerke sollen sich harmonisch bis spannungsreich in die Landschaft einfügen. Sie alle haben einen Bezug zur Ortsgeschichte. So auch der „Hexenplatz” von Lili Fischer. Die Talsenke, in der sich früher – so der Volksmund – tatsächlich Hexen getroffen haben sollen, ist mit Dickicht und Fichten bewachsen. Ein kleiner Bach fließt hindurch. Inmitten dieser Waldidylle stehen Relikte eines versunkenen Hexendorfes: Schornsteine ragen aus dem Waldboden, ein großer Kupferkessel aus der Hexenküche ist von aufgeschlagenen Zauberbüchern umstellt. Der Mythos Hexe wird hier natur- und hautnah zugleich lebendig.
AUSFLUFSTIPPS AM WEGESRAND
Berleburger Schloss: Das Schloss der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg im Herzen der historischen Altstadt ist eine Fundgrube für Kunstinteressierte. Es beherbergt Teile der fürstlichen Kunstsammlung, Waffen, Jagdgeräte und -trophäen sowie Uniformen. Für eine wahrhaft „fürstliche” Bewirtung sorgt die angeschlossene Schloss-Schänke.
Kloster Grafschaft: Das Kloster Grafschaft befindet sich im gleichnamigen Ortsteil der Stadt Schmallenberg. Von 1072 bis 1804 diente es als Benediktinerabtei. Seit 1948 beherbergt die Anlage Borromäerinnen. Diese katholische Ordensgemeinschaft widmet sich besonders der Krankenpflege. Die Borromäerinnen sind Trägerinnen des Fachkrankenhauses Grafschaft.
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