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Durchatmen auf ostfriesisch

11.05.2009 | 10:15 Uhr
Durchatmen auf ostfriesisch

Auf der Insel Wangerooge kann man den inneren "Akku" binnen zwei Tagen wieder aufladen

Verschlafen liegt der Fähranleger in der Frühlingssonne. Eine einsame Möwe macht Jagd auf Kekskrümel, leise gluckst das Wasser an der Kaimauer, eine steife Brise zerzaust das Haar. Die Nordseeinsel Wangerooge ist autofrei und heißt ihre Gäste mit wohltuender Stille willkommen - vor allem in der Nebensaison. Die Chance, auch innerhalb von zwei Tagen den inneren Akku wieder aufzuladen.

Nach Wangerooge, laut Kurverwaltung die kleinste der ostfriesischen Inseln (neun Kilometer lang und einen halben bis anderthalb Kilometer breit), zieht es Naturfreunde, Familien und Schulklassen. Letztere können in einer ganz besonderen Unterkunft unterschlüpfen - der Jugendherberge im 76 Jahre alten und 56 Meter hohen Westturm. Besonders beliebt sind die Vierbettzimmer im siebten Stock - inklusive Meerblick bis zur 42 Kilometer entfernten Hochseeinsel Helgoland.

Herbergsmutter aus Leidenschaft ist Hildegard Schulte-Wilke. Die sympathische Frau mit den feuerroten Haaren und dem funkelnden Blick verschlug es vor 19 Jahren auf die Insel. 24 000 Übernachtungen zählt sie pro Jahr. Wer es komfortabler mag, der verbringt die Nacht in einer der zahlreichen Ferienwohnungen, Pensionen oder in den Insel-Hotels.

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Wangerooge

Anreise: Die Schiffsverbindung der Insel liegt in der Hand der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge (SIW), einer Tochter der DB AutoZug. Die Fähre fährt ab Harlesiel und ist tideabhängig. Die jeweils aktuellen Abfahrtzeiten sowie weitere Informationen gibt es am Bahnhof Harlesiel unter 04464/949411 oder unter www.siw-wangerooge.de.

Alternativ starten von Harlesiel die Flieger der Firma Luftverkehr Friesland-Harle. Hin- und Rückflug kosten pro Person 64 Euro. Flugpläne unter www.inselflieger.de.

Der Name Wangerooge setzt sich aus dem altgermanischen „Wanga” für Wiese und dem friesischen Wort „og” für Insel ab. Frei übersetzt bedeutet Wangerooge also „die Insel vor dem Festland”. Urkundlich erstmalig erwähnt wird das Eiland im Jahr 1327. Damals verdienten die Insulaner ihren Lebensunterhalt mit der Frachtschifffahrt, dem Fischfang und der Viehzucht. Knapp 700 Jahre später, ist es für die 1000 Bewohner der Tourismus.

Rund 100 000 Besucher setzen jährlich mit der tideabhängigen Fähre von Harlesiel über, nehmen dann die kleine Inselbahn ins Dorf. Dann geht es weiter mit dem Fahrrad. Tages- und Übernachtungsgäste finden auf Wangerooge Natur pur, etwa im Naturschutzgebiet am ruhigen Ostende der Insel, quirliges Treiben mit Cafés nebst Sonnenterrassen und Kurpark im kleinen Inseldorf und den 900 Meter breiten Strand für Sonnenanbeter und Burgenbauer. Doch gerade der stellt die Inselgemeinde Jahr für Jahr vor eine echte Herausforderung, denn Wangerooge „wandert”. Herbst- und Winterstürme sowie starke Strömungen tragen regelmäßig 50 000 bis 150 000 Kubikmeter Sand vom Strand ab und lagern ihn teilweise im Osten der Insel wieder an. Innerhalb von 300 Jahren hat sich die Insel so einmal um ihre Länge verschoben.

Von der Galerie des Alten Inselleuchtturms hat man die beste Aussicht. 1855 erbaut, wies das Turmfeuer bis November 1969 Schiffen den Weg in die Jademündung. Seither dient er als Aussichtsturm, seit 1996 kann man sich hier auch das Ja-Wort geben. 150 Stufen gilt es bis zum Bund des Lebens zu erklimmen.

Wer sich für den Lebensraum von Wattwurm oder Seehund interessiert, sollte bei gutem Wetter eine geführte Wattwanderung unternehmen. Bei ostfriesischem Schietwetter bietet u.a. das Meerwasserbad „Oase” mit Saunalandschaft eine Alternative.

Meike Matthes

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Kommentare
06.05.2009
08:19
Durchatmen auf ostfriesisch
von saarner | #6

Moin!

Wer Ruhe, Erholung und Natur mag, der liegt mit Wangerooge absolut richtig. Eine tolle Insel!

Aber auch Carolinensiel-Harlesiel, von wo aus die Fähren zur Insel starten lohnt sich.
Das Sielhafenmuseum, der historische Sielhafen mitten im Ort, zahlreiche Restaurants und Cafes. Außerdem eine 2 km lange Promenade entlang des Fluß Harle bis direkt an die Nordsee.

Aber auch sonst bietet Ostfriesland reichlich Freizeit- und Ausflugmöglichkeiten. Und nicht zuletzt sollte man die herzlichen und gastfreundlichen Menschen dort nicht unerwähnt lassen. Stur sind die Ostfriesen nämlich wirklich nicht. Ich habe selten eine Region erlebt, wo die Menschen so freundlich und hilfsbereit auf andere Menschen zu gehen.
Ich bin mittlerweile seit 7 Jahren begeisterter Ostfrieslandfan.

05.05.2009
16:00
Durchatmen auf ostfriesisch
von Stromwort | #5

Dieses Jahr fällt unser Norddeich Urlaub leider aus, wegen Kurzarbeit :(

Ich kann jedem die Nordseeküste und die Inseln nur empfehlen !!! Tolles Land, tolle Leute !!!

05.05.2009
11:56
Durchatmen auf ostfriesisch
von Beobachter 59 | #4

An der ganzen Nordseeküste kann man gut erholen.
Wir fahren öfters nach Norddeich für 2 Taqe und kommen immer wieder erholt nach Hause. Es ist die gute Luft, das gute Essen und die freundlichen Leute.

05.05.2009
10:03
Durchatmen auf ostfriesisch
von queenie | #3

Wangerooge - die kinderfreundlichste Insel die ich kenne. Ich hab mit meiner Tochter dort Urlaub gemacht als sie noch ganz klein war. In einem Restaurant bekam sie nach der Begrüßung sofort Papier, Stift und was zu trinken. Das hab ich auf einer anderen Insel noch nicht erlebt! Wer sich erholen will, dem kann ich die Insel nur empfehlen!

05.05.2009
09:59
Durchatmen auf ostfriesisch
von Amanda | #2

Wie schön, da könnte ich jetzt sofort hinfahren...

04.05.2009
22:37
Durchatmen auf ostfriesisch
von MoeserBürger | #1

Wangerooge - Die legale Droge

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