Deutsche Reiseveranstalter boykottieren Delfinarien in der Türkei

Das Wal- und Delfinschutz-Forum hat mehrfach in der Türkei dokumentiert, dass Meeressäuger in Delfinarien unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden.
Das Wal- und Delfinschutz-Forum hat mehrfach in der Türkei dokumentiert, dass Meeressäuger in Delfinarien unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden.
Was wir bereits wissen
Deutsche Reiseveranstalter haben entschieden, bis auf Weiteres keine Delfinarientouren in der Türkei mehr anzubieten. Das Wal- und Delfinschutz-Forum hatten zuvor dokumentiert, dass die Meeressäuger unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden.

Essen.. Nach intensiver Intervention des Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) bestätigten nun die deutschen Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook mit Öger Tours, Neckermann- und Bucher-Reisen, Rewe Touristik mit Jahn und ITS, Schauinsland-Reisen, FTI Touristik und alltours, dass sie zum Beginn der Reisesaison 2011 bis auf Weiteres keine Delfinarientouren in der Türkei mehr anbieten werden.

Meeressäuger werden unter katastrophalen Bedingungen gehalten

Das WDSF hatte mehrfach in der Türkei dokumentiert, dass Meeressäuger in Delfinarien unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden. In Alanya starben im letzten Jahr innerhalb weniger Tage vier Große Tümmler in Gefangenschaft. Das WDSF konnte nachweisen, dass zwölf Delfine aus der blutigen Delfintreibjagd in Taiji in Japan stammten. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Die Delfine verbrennen regelrecht bei über 40 Grad in der prallen Sonne der kleinen Betonbecken. Verstorbene Tiere werden durch Importe aus Russland, dem Mittelmeer und Japan ausgetauscht, die Besucher bemerken die Verluste gar nicht. Überwiegend liegen gar keine Handelsbescheinigungen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen vor. Ein Millionengeschäft.“Dass das WDSF austrocknen will, betonte Ortmüller gegenüber dem Reise Journal.

Internationale Gäste

Zwar seien die Gäste natürlich international, 50 Prozent kämen aber aus Deutschland, unterwegs mit deutschen Reiseveranstaltern. „Wenn diese Reisen nicht mehr angeboten werden, bedeutet das erhebliche finanzielle Probleme für die Delfinarien.“