Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Studie

Deutsche bleiben trotz Schuldenkrise die Reise-Weltmeister

17.01.2012 | 13:28 Uhr
Deutsche bleiben trotz Schuldenkrise die Reise-Weltmeister
Die Schuldenkrise hat das Reiseverhalten der Deutschen im Jahr 2011 nicht negativ beeinflusst.Foto: Ingo Otto

Stuttgart.  Die Deutschen haben sich im Jahr 2011 nicht von der Schuldenkrise abschrecken lassen und die Ausgaben für Urlaub oder Geschäftsreisen sogar erhöht. Dies ergab eine Studie der Commerzbank. Die beliebtesten Ziele der Urlauber waren Spanien und Österreich.

Die Deutschen haben sich 2011 bei ihrem Reiseverhalten von der Schuldenkrise nicht schrecken lassen und die Ausgaben für Urlaub oder Geschäftsreisen erhöht. Die Reiseausgaben der Bundesbürger im Ausland stiegen um drei Prozent auf 60,7 Milliarden Euro, wie die Commerzbank-Volkswirtin Jutta Kayser-Tilosen in Stuttgart bei der Vorstellung der aktuellen Reisestudie des Instituts sagte.

Damit legte das Wachstum entgegen dem internationalen Trend um einen Prozentpunkt im Vergleich zu 2010 zu. "Die Schuldenprobleme im Euroraum haben die Deutschen bisher nicht vom Reisen abgehalten", sagte die Ökonomin. Weltweit schwächte sich das Wachstum dagegen um zwei Prozentpunkte auf 4,5 Prozent ab.

Deutsche Urlauber oder Geschäftsreisende gaben erneut am meisten Geld für ihren Auslandsaufenthalt aus. China, im Moment auf Platz drei der Statistik hinter den USA, dürfte laut Kayser-Tilosen aber demnächst den Titel des Reiseweltmeisters übernehmen.

Gute Konjunktur regt Reiselaune an

Als Grund für die Aufwärtsbewegung nannte Kayser-Tilosen die starke Konjunktur in Deutschland. Den Unternehmen ging es 2011 gut, die Löhne stiegen, die Arbeitslosigkeit nahm ab. Das schlug sich in einem Wachstum von zwölf Prozent auf neun Milliarden Euro Ausgaben bei Geschäftsreisen nieder.

Bei den Urlaubern machte sich nach den Krisenjahren ein weiterer Trend bemerkbar. Umfragen legten nahe: Wer ein Jahr auf Urlaub verzichtet hat, möchte das im nächsten Jahr nachholen. "Das hat vermutlich im vergangenen Jahr eine Rolle gespielt", sagte die Volkswirtin. Die beliebtesten Ziele der Deutschen, Spanien und Österreich, konnten 2011 in der Gunst erneut zulegen. Die Ausgaben stiegen hier um fünf beziehungsweise acht Prozent.

Laut Kayser-Tilosen wird das Wachstum auch 2012 weiter aufwärtsgehen, "aber etwas langsamer". Sie erwartet eine Steigerung der Ausgaben um zwei Prozent auf rund 62 Milliarden Euro. Die Unsicherheit aus der Krise dürfte sich aber vermutlich auswirken. Teure Reiseziele könnten gemieden werden, die Reisedauer abnehmen. "Ziele, die in der Nähe oder im Inland liegen, könnten eine Belebung erfahren", sagte Kayser-Tilosen. (dapd)

Facebook
 
Kommentare
17.01.2012
13:57
Deutsche bleiben trotz Schuldenkrise die Reise-Weltmeister
von engelstrompete | #1

Es ist vermutlich in anderen Ländern lebenswerter als bei uns in Deutschland.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6254422/create

Aktuelle Fotos und Videos
AIDAmar-Taufe
Bildgalerie
Leser-Aktion
Die legendäre Titanic
Bildgalerie
Titanic
James Cameron taucht ab
Bildgalerie
Rekord
Orangenschlacht an Karneval
Bildgalerie
Brauchtum
Aus dem Ressort
Die Hälfte der Züge im Bahn-Fernverkehr bleibt leer
Bahn
Die Bahn will ihre Auslastung steigern: Sie liegt im Fernverkehr derzeit bei 48 bis 49 Prozent. Zweites Problem: Derzeit sind die Züge zwar pünktlich wie nie - jedenfalls nach Darstellung des Unternehmens. Das wird aber mittelfristig kaum so bleiben, sagt Bahnchef Grube
Die Golden Gate Bridge ist das Goldene Tor ins Jenseits
Brückenjubiläum
Die berühmte Brücke in San Francisco fasziniert Millionen Menschen. Und lockt Verzweifelte aus aller Welt. Zum 75. Geburtstag der Golden Gate kehrt eine alte Frage zurück: Warum macht man es Selbstmördern hier so leicht?
Foto