Chiemgauer Wanderherbst lockt mit mehr als 200 Veranstaltungen
20.09.2012 | 08:45 Uhr 2012-09-20T08:45:00+0200
Traunstein. Wegen der milden Temperaturen macht im Herbst das Wandern richtig Spaß. Wer neben der Bewegung in der Natur auch Unterhaltung mag, dem sei der Chiemgauer Wanderherbst empfohlen. Mehr als 200 Veranstaltungen stehen bis Ende Oktober auf dem Programm - vom Jodelkurs bis hin zur Kneipp-Tour.
Im Herbst ist die große Hitze vorbei und die ersten kühlen Nächte erfrischen die Luft - da macht Wandern richtig Spaß. Wem Gipfelglück und Naturerlebnis allein nicht reichen, besucht zum Beispiel den Chiemgauer Wanderherbst: Da wird auf dem Gipfel gejodelt und gefeiert. Oder er geht auf Themenwegen auf den Spuren des Wasserdoktors Kneipp und der Heiligen Crescentia durchs Allgäu. Auf dem "Aussichtsberg" der Chiemgauer, dem Hochfelln, stellen sich die Teilnehmer in einem Halbkreis auf, ein paar Schritte neben den Wanderweg. Sie klopfen sich gegenseitig den Rücken ab, summen. Stimme lockern. Dann sprechen alle im Chor: "Holla-re-dü-rü-holla-ro-dü-rü-holla-re-dü-rü."
Der Jodelkurs ist nur eine von mehr als 200 Veranstaltungen, die bis Ende Oktober im Rahmen des 10. Chiemgauer Wanderherbstes auf dem Programm stehen. Neben Pferdeumritten, Almfesten oder der Tour "Frauen wandern anders", die Entschleunigung statt Gipfelsturm verspricht. Auf insgesamt 230 Routen geht es im Südosten Bayerns auf steile Pfade hinauf, aber auch im Flachland durch Moore, Auwälder und rund um den Chiemsee und den Waginger See.
Zu Fuß oder mit der Bergbahn
Zum Wanderherbst gehören auch Pferderitte, Konzerte und Kirchweihfeste. Dabei können Gäste regionale Köstlichkeiten der Chiemgauer Wirte probieren. Die Ruhpoldinger bieten eine Wanderung auf den Spuren der Holzknechte, in Reit im Winkl laden die "Gipfelwochen" täglich dazu ein, einen anderen Gipfel zu erklimmen. Zwei neue Premiumwanderwege - "Gletscherblick" und "Almgenuss" - können ausgetestet werden. Wer eher der Typ Genussmensch ist, kann auch entspannt mit der Bergbahn zum Gipfel kommen. Der Ausblick lohnt. Jetzt, wenn die Nächte im Chiemgau kühler werden, ist die Luft trocken und die Blicke ungetrübt. Dann lässt sich das Panorama hinüber zum Hochfelln mit seinem Gipfelhaus, zu Dürrnbach- und Sonntagshorn sowie zu den Loferer Steinbergen besonders gut studieren.
Der Wasserdoktor aus dem Allgäu
Im weiter westlich gelegenen Allgäu ist Sebastian Kneipp das Thema gleich mehrerer Wanderungen - das war der Allgäuer Pfarrer, der als junger Mann im Priesterseminar mehrmals wöchentlich in die eiskalte Donau sprang. Mit der "kalten" Kur wollte er seine Tuberkulose bekämpfen. In seiner Heimat, dem Westallgäu, lässt sich einiges über den "Wasserdoktor" erfahren.
Ein Rundweg in Bad Wörishofen führt zum Pfarrhof, zur Pfarrkirche St. Justina, zum Kloster, wo er 42 Jahre lang gewohnt, gewirtschaftet und seine ganzheitliche Fünf-Säulen-Lehre perfektioniert hat, zum Badehäuschen, wo er behandelt hat, zu drei Kurkliniken, die er gegründet hat, zum Denkmal und zum Mausoleum, wo der "Helfer der Menschheit" seine letzte Ruhe fand. Draußen vor der Stadt gibt es einen weiteren Kneipp-Weg: Ausgangspunkt ist der Parkplatz Schöneschacher Straße beim Trimmplatz.
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