Bundesrat erteilt Fernbussen freie Fahrt
03.11.2012 | 08:45 Uhr 2012-11-03T08:45:00+0100
Berlin. Die Deutsche Bahn muss sich endgültig auf einen neuen Konkurrenten im Fernverkehr einstellen. Busunternehmen dürfen künftig auf vielen Strecken Fernbusse einsetzen. Fahrgäste können sich auf einen Preiskampf der Anbieter freuen.
Reisende können vom kommenden Jahr an statt mit Auto oder Zug auch mit dem Fernbus alle größeren Städte bundesweit erreichen. Der Bundesrat billigte am Freitag das Gesetz zur weitgehenden Liberalisierung des Fernbusverkehrs , der bislang zum Schutz der Bahn stark eingeschränkt war. Besonders die Deutsche Bahn erhält damit im Fernverkehr von den meist günstigeren Bussen verstärkte Konkurrenz.
Verkehrsminister Peter Ramsauer sprach von einer Befreiung des Busmarktes von Fesseln: "Dann kann man mit dem Bus kostengünstig und umweltfreundlich quer durch Deutschland reisen. Das schont Geldbeutel und Klima."
Freigabe für Strecken, die länger als 50 Kilometer sind
Ein Gesetzentwurf Ramsauers war zwar bereits Anfang 2011 vorgelegt und vom Kabinett beschlossen worden, traf aber in den eigenen Reihen und vor allem bei den Ländern zunächst auf Widerstand. Im September konnte jedoch eine Einigung erzielt werden . Auf Antrag bei Länderbehörden sollen Busunternehmen die Fahrten nun auf praktisch allen Strecken anbieten können.
Weder sollen die Zahl der Haltestellen beschränkt noch Strecken in bestimmten Regionen ausgeschrieben werden. Es können auch Verbindungen von zwei Konkurrenten parallel befahren werden, so dass sich Kunden über einen Preiskampf freuen könnten. Geschützt werden praktisch nur Regionalstrecken mit bis zu 50 Kilometern, die Bahnen mit öffentlichen Zuschüssen betreiben.
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09:52
Das war überfällig. Umweltfreundlicher als PKW ist das allemal.
Ausschreiben? Warum denn? Wenn ich als Unternehmer die Strecke anbieten will, dann mache ich das auf eigenes Risiko.
Dabei wird dann die Pünktlichkeit ein Qualitätskriterium sein. Ein anderes ist der Bus selbst.
Unternehmen, die mit schrottreifen Bussen fahren lassen, werden schnell wieder verschwinden.
Und die Bahn - die kann dann demnächst ihre nicht mehr benötigten Trassen für die Busse hergeben. Solange die Bahn ihre Leistungen nicht den Preisen anpasst (oder umgekehrt), werden die Busse rollen.
22:25
"Umweltfreundlich"?
Zu welch verbalen Verrenkungen Neoliberale doch fähig sind.
19:00
Ich kenne das Bussystem ebenso aus anderen Ländern, allerdings sehe ich auch die Gefahr, daß eine Ausschreibung, wie von der EU gewollt, sowohl zu Lohndumping als auch zum Sicherheitsrisiko wird.
Wie viele schrottreife LKW fahren denn schon auf den Autobahnen? Und nur ein Bruchteil kann wirklich aus dem Verkehr gezogen werden. Wenn ein LKW verunfallt, sind meist "nur" wenige Unglückliche dabei. Bei einem Busunglück sähe die Sache schon etwas anders aus. Sehr viel anders.
Grundsätzlich: die Idee ist gut. Natürlich der Buslinien, nicht die der Unfälle;-)
Allerdings muß auch die Sicherheit der Passagiere gewährleistet sein.
Die Gründe s.o.
11:11
Ich kenne das Bus-System aus anderen Ländern, wo es zuverlässig und preiswert funktioniert und daher beliebt ist. Die regulären Bahnpreise sind in D einfach für viele zu hoch.
11:00
Die Qualität wird natürlich auch leiden.
Und ob Busse pünktlicher sind, wage ich stark zu bezweifeln.
Bequemer ist es auch nicht; im Zug habe ich die Möglichkeit mir die Füße zu vertreten.
Es wird ja niemand gezwungen mit dem Bus zu fahren. Und niemand behauptet das Busse pünktlicher und bequemer sind. Dafür aber billiger.
Genau, Pünktlich wie die Bahn!?!
10:32
Toll für Daimler und Kässbohrer, schlecht für die Umwelt und die Bahn. Da haben sich die Autolobbyisten wieder ein Gesetz massgeschneidert. Während die Bahn weiterhin stillegt, werden die Autobahnen zusätzlich verstopft und tausende prekäre Arbeitsplätze für Busfahrer geschaffen, von denen keiner leben kann.
Ich glaube nicht, dass die Autobahnen von ein paar Bussen am Tag auf einer Strecke verstopft werden. Und die Arbeitsplätze müssten über Tarifvertrag fair geregelt werden.
Schlecht für die Umwelt sind ca. 10 Millionen Autofahrer die täglich ganz alleine in ihrem PKW zur Arbeit und zurück fahren.
Es gibt in Deutschland 40 Millionen gemeldete KFZ. Aber wenn Zb. 200 Busse hinzu kommen ist das schädlich.
Ein Beispiel. Die FH Dortmund liegt in der Innenstadt. Erreichbar mit 5 U-Bahnen, mit 2 Buslinien und einer S-Bahn. Dort parken täglich hunderte Studenten mit DO Kennzeichen. Und das obwohl sie im gesamten VRR (Zb. Kamen bis Grenze Venlo (NL), kostenlos fahren können.
Aber Busse sind umweltschädlich. Gibt es dazu auch etwas von Ratiopharm.