Beim Triathlon auf Mallorca zählt vor allem die Teilnahme

Tägliche Radtouren zwischen 60 und 150 Kilometern Länge in verschiedenen Gruppen, dazu Laufeinheiten, Schwimmtraining, Vorträge über Ernährung, Trainingslehre und Wettkampftipps: Auf Mallorca werden Sportler gut betreut.
Tägliche Radtouren zwischen 60 und 150 Kilometern Länge in verschiedenen Gruppen, dazu Laufeinheiten, Schwimmtraining, Vorträge über Ernährung, Trainingslehre und Wettkampftipps: Auf Mallorca werden Sportler gut betreut.
Was wir bereits wissen
Die Insel Mallorca ist bei Triathleten besonders beliebt. Im Vordergrund stehen nicht etwas Bestzeiten, sondern der Spaß am Sport und die Teilnahme.

Essen.. Es ist Freitag, kurz nach 17 Uhr, noch immer fast 28 Grad heiß. Die acht Triathleten der höchsten Leistungsgruppe kommen bei strahlendem Sonnenschein von ihrer „Königsetappe“ zurück ins „Base Camp“, dem Robinson Club „Cala Serena“ auf der spanischen Ferieninsel Mallorca. Rund 205 Kilometer liegen hinter ihnen, dabei haben sie mehrere Pässe überquert, über 2700 Höhenmeter überwunden. Fahrtzeit: schnelle sieben Stunden.

„Nicht der Rede wert“, scherzt Stefan Dümig, Spitzname „The running Pretzel“ (die rasende Brezel). Der Bio-Bäcker und Sportmäzen aus München bestreitet neben dem Triathlon noch Extrem-Langdistanz-Wettbewerbe, fuhr jüngst ein 700 Kilometer langes Radrennen quer durch Utah/USA und wurde dort Gesamt-Dritter „über 23 Stunden bei Kälte und Hitze auf dem Rad“, so der drahtige Bayer.

Heute ging die anspruchsvolle Runde durch die Berge im Norden, fast immer auf malerischen Nebenstrecken, gesäumt von den typisch mallorquinischen Steinmauern und weiten Feldern. „Jetzt noch eine halbe Stunde ausschwimmen“, sagt der ehemalige Profi-Triathlet Stephan Vuckovic, Olympiazweiter von Sydney, „das kühle Wasser hilft den Muskeln zu regenerieren“.

Einer von vielen wertvollen Tipps des Experten. Wenige Minuten später treffen sich alle an der Bucht des Clubs wieder und steigen ins kühle Mittelmeer-Wasser. Studentin Nina, 23 Jahre alt aus Regensburg, bemerkt: „Beim Schwimmen muss ich noch viel lernen, das zeigt meine Unterwasser-Analyse.“ Aber auf Mallorca lernt es sich leicht.

Ein anspruchsvolles Programm

Hinter den Sportlern liegen bereits fünf Tage mit anspruchsvollem Programm. Tägliche Radtouren zwischen 60 und 150 Kilometern Länge in verschiedenen Gruppen, dazu Laufeinheiten, Schwimmtraining, Vorträge über Ernährung, Trainingslehre und Wettkampftipps. Insgesamt 20 Teilnehmer haben das Trainingslager gebucht, ein hochsportliches Unterfangen, garniert mit einer guten Prise Urlaubscharakter und entspannter Club-Atmosphäre. Es ist Jubiläumsjahr, das Camp findet seit 2005 alljährlich hier auf Mallorca statt. „Ich bin bereits zum siebten Mal dabei“, sagt Carsten Stahn, 51 Jahre, der die Frankreichgeschäfte einer großen Deutschen Firma leitet und bereits große Erfolge im Triathlon verbuchen konnte. „2013 hatte ich mich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert und den dann in 10:50 Stunden absolviert“, so der Wirtschaftsingenieur stolz. Vorbereitet hat er sich auch auf Mallorca.

Related content Die Teilnehmer kommen aus allen Lebensbereichen, radeln, laufen und schwimmen in verschiedenen Leistungsbereichen. Die meisten sind bereits mehrfach hier gewesen, fast alle haben schon erfolgreich Wettbewerbe absolviert, vom Volkstriathlon bis hin zur Ironman-Distanz. Und alle sind sich einig – ihr Urlaub soll aktiv sein. Sie haben Ziele, wollen weiter kommen in dieser Woche, persönlich und sportlich. Wollen profitieren von den wertvollen Ratschlägen der Triathlon-Experten, die das Robinson Management für diese sieben Tage engagiert hat: Die ehemaligen Profi-Triathleten Nils Goerke, achtfacher Ironman Hawaii-Teilnehmer und Vize-Europameister auf der Langdistanz. Daniel Unger, Weltmeister auf der Sprint-Distanz und Olympiasechster von Peking, und eben Stephan Vuckovic, Silbermedaillengewinner von Sydney 2000 und mehrfacher Hawaii-Finalist.

Sie sind immer zur Stelle, um ganz individuell und sehr persönlich wertvolle Tipps zu geben. Sie fahren, laufen, schwimmen mit den Teilnehmern, fertigen Videoanalysen an, geben wertvolle Tipps für Wettkampf und Alltag. Und das nahezu rund um die Uhr. Ihnen zur Seite stehen noch Event-Spezialisten des Robinson-Teams, die von Sportgetränken über Energieriegel und Wäscheservice alles für die Sportler organisieren.

Eine eigene türkisblaue Bucht

Das gibt die Motivation, die auch Dominic Sander antreibt: „Ich wog noch vor 18 Monaten über 100 Kilo bei 1,84 Körpergröße, stand kurz vor dem Burn-Out“, so der Software Spezialist aus Lohne. Dann habe er seine Ernährung umgestellt und mit dem Training begonnen. „Heute wiege ich 75 Kilogramm und habe acht Triathlon-Wettbewerbe absolviert“. Sander fährt gerade in flottem Tempo die 4,5 Kilometer lange Passtrasse zum malerischen Kloster San Salvador hinauf, zum ersten Mal in seinem Leben radelt er 160 Kilometer am Stück.

Der bestens auf aktive Urlauber vorbereitete Robinson Club im Südosten der Insel bietet auch nach dem Sportprogramm viel, um im perfekten Urlaubsambiente zu relaxen. Das mediterrane Flair der gepflegten Anlage mit eigener, türkisblauer Bucht, die auf chilligen Sonnenliegen überblickt werden kann, die bekannt variantenreiche Vollverpflegung, Wellness-Oasen und Pools, Tennisplätze, Volleyballfelder, sogar ein Fußballplatz und viele gut gelaunte Mitarbeiter, die die Gäste entspannt sehen wollen, laden dann zum Seele baumeln lassen ein. Abends trifft man sich noch in lauer Luft auf einen Drink an der Bar, kommt ins Gespräch.

Da ist der 51-jährige Zahnmediziner Michael Weiss, der nach 15 Jahren ohne Sport, in denen er seine Selbstständigkeit aufgebaut hatte, schwer krank geworden war. „Dann habe ich mich professionell motivieren lassen, der Sport hat mich wieder rundum fit gemacht.“ Da ist Werner Eberhardt aus Bruchsaal, der sich auf Mallorca auf seinen nächsten Triathlon im Kraichgau vorbereitet , während seine Familie im Robinson Club entspannt. Und viele andere mehr.

Sie sind sich alle einig: Sie wollen wiederkommen im nächsten Jahr. Der Termin ist geblockt, die Experten bereits von Robinson bestätigt. Schon im nächsten Mai werden dann wieder die besten Erfolgsgeschichten aus der Welt des Triathlon beim Schwimmen, Radfahren und Laufen ausgetauscht. Oder eben an der Bar, gern auch mal bei einem Bier oder Wein, nach einem reichhaltigen Abendbuffet mit spanischen Spezialitäten. Trotz des straffen Sportprogramms. „Das Leben muss man schließlich auch genießen“, grinst Stephan Vuckovic, „und Kalorien, die verbraucht man hier reichlich“.