Bei Reisen nach Asien und Afrika gegen Tollwut impfen lassen
27.09.2012 | 08:45 Uhr 2012-09-27T08:45:00+0200
München/Wiesbaden Reiseländer in Süd- und Südostasien und in Zentralafrika erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, aber gerade dort ist das Tollwutaufkommen hoch. Nach Schätzungen kommt es jährlich zu über 50.000 Todesfällen. Reisende sollten daher vor Urlaubsbeginn unbedingt eine Tollwutimpfung vornehmen lassen.
Zu den Vorbereitungen für eine Reise nach Asien oder Afrika gehört auch die Impfung gegen Tollwut. Hundebisse und Fledermauskontakte stellen das Hauptrisiko dar, so der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden. Die immer tödlich verlaufende Viruskrankheit führt nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich zu über 50.000 Todesfällen vor allem in Asien und Afrika.
'Alle zehn Minuten stirbt ein Mensch an Tollwut , obwohl diese Krankheit durch eine konsequente Tollwutschutzbehandlung nach einem Biss mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert werden kann und zudem heute eine zuverlässige vorbeugende Impfung zur Verfügung steht', erklärt Professor Thomas Löscher, Internist in der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximillians-Universität München (LMU).
Risiko durch illegal importierte Tiere
Auch hierzulande sind Fledermäuse weiterhin infiziert, obwohl Deutschland seit 2008 als tollwutfrei gilt. 'Dieses Risiko besteht auch in Deutschland und sollte nicht unterschätzt werden', warnt Löscher. 'Zudem stellen Bisse durch illegal importierte und somit ungeimpfte Tiere ein Risiko dar. Auch in diesem und im vergangenen Jahr sind wieder Reisende an der Tollwut gestorben, zum Teil erst nach der Rückkehr in ihr Heimatland.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jährlich mindestens 50.000 Menschen an Tollwut sterben, die meisten davon in Indien.
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die fast immer durch den Biss eines infizierten Tieres auf den Menschen übertragen wird. Am häufigste geschieht dies durch den Biss eines Hundes, aber auch durch Affen, Katzen oder Fledermäuse.
Infektiös ist der Speichel eines tollwütigen Tieres und zwar bereits schon 3-5 Tage vor Ausbruch der Symptome bis zu seinem Verenden nach 7-10 Tagen. Fledermäuse erkranken nicht. Auch durch Kontakt mit infiziertem Speichel auf verletzte Hautstellen oder unverletzte Schleimhäute (Augen) wird die Krankheit gelegentlich übertragen.
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es in der Regel 1-3 Monate, allerdings variiert die Inkubationszeit stark. Kommt es zum Ausbruch beginnt dieser beim Menschen mit Schmerzen und Kribbeln im Bereich der meist bereits verheilten Bissstelle und führt über Krämpfe, Erregungszustände und Lähmungen innerhalb von 2 Wochen zum Tod. Die Impfung gegen Tollwut wirkt zuverlässig.
Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, sind mindestens drei Impfungen innerhalb von 3-4 Wochen notwendig.
Gerade Reiseländer, die sich eines zunehmenden Interesses bei Touristen erfreuen wie Länder Süd- und Südostasiens oder Teile Zentralafrikas, sind hier betroffen', so der Experte. Von direkten Tierkontakten, vor allem das Anfassen von vermeintlich kranken Tieren, rät Löscher eindringlich ab. Nach einem Tierbiss oder Fledermauskontakt ist eine umgehende Tollwutschutzbehandlung erforderlich, die aus dem Beginn einer Impfserie und der Gabe von Tollwut-Immunglobulin besteht.
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit empfiehlt daher eine vorbeugende Impfung, vor allem für Reisende in Länder mit hohem Tollwutaufkommen, speziell bei Langzeitaufenthalten, unzureichender ärztlicher Versorgung vor Ort, Mangel an modernen Zellkulturimpfstoffen und Tollwut-Immunglobulin und bei zu erwartendem Umgang mit Tieren. (mp)
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