Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Ägypten

Auswärtiges Amt mahnt Ägypten-Urlauber zu Vorsicht

09.07.2013 | 16:29 Uhr
Soldaten sperren eine Straße in Kairo. Das Auswärtige Amt mahnt Ägypten-Urlauber zu Vorsicht.Foto: rtr

Frankfurt.  Die Auswirkungen auf die Touristengebiete seien nicht absehbar: Das Auswärtige Amt mahnt Ägypten-Touristen zur Vorsicht und rät von Abstechern in die Hochburgen der Proteste ab. Menschenrechtler hoffen unterdessen auf einen "echten Neuanfang", fürchten aber gleichzeitig eine "Talibanisierung".

Das Auswärtige Amt wird in seiner Einschätzung der Lage im krisengeschüttelten Ägypten immer vorsichtiger: Erstmals forderte das Ministeriums die Urlauber in den Badeorten am Roten Meer zu erhöhter Wachsamkeit auf. Reisen an Küstenorte wie Hurghada oder Scharm-el-Scheich seien zwar nach wie vor unbedenklich, doch seien die Auswirkungen der Unruhen im restlichen Ägypten auf die Touristengebiete nicht absehbar, teilte das Auswärtige Amt am Dienstagnachmittag mit. "Reisende werden daher gebeten, besondere Vorsicht walten zu lassen und die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen."

Von Abstechern in den Rest des Landes rät das Ministerium weiterhin dringend ab. Lediglich der Kairoer Flughafen gilt als sicher. Der Reisemarktführer TUI hat nach früheren Angaben 5000 Gäste aus Deutschland am Roten Meer untergebracht. Eine Stellungnahme war von dem Unternehmen unmittelbar nicht zu erhalten. Ägypten zählt zu den Top Ten der beliebtesten Reiseziele der Deutschen.

Die ägyptische Armee hatte den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi vor einer Woche gestürzt und versucht, eine Übergangsregierung einzusetzen. Das scheitete jedoch am Widerstand einer radikal-islamistischen Partei. Das Land rutschte in eine von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleitete Staatskrise ab. Ein neuer Kompromisskandidat für das Amt des Regierungschef sowie Neuwahlen in einem halben Jahr sollen die Wende bringen. Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen Ägyptens.      

Menschenrechtler warnen vor "Talibanisierung"

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat vor einer "Talibanisierung" Ägyptens gewarnt, sollte dort die Einigung der Gesellschaft scheitern. Schon jetzt litten vor allem christliche Minderheiten unter islamistischer Gewalt, sagte der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin, am Dienstag in Köln. Der Hass gelte dabei längst nicht nur Christen, die sich an den Demonstrationen gegen den gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi beteiligt hätten.

Ohne eine pluralistische Demokratie seien für Ägypten ähnliche Verhältnisse zu befürchten wie in Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban, sagte Lessenthin. Dort hatten Islamisten vor 2001 Dieben die Hände abgehackt, Ehebrecher gesteinigt und Mädchen am Schulbesuch gehindert.

Machtkampf in Ägypten

 

"Chance zu echtem Neuanfang" in Ägypten

Der IGFM-Sprecher bezeichnete den Empfang des damaligen Präsidenten Mursi als Staatsgast Ende Januar in Berlin als "Schlag ins Gesicht der Demokratie in Ägypten". Nach der Absetzung Mursis durch das Militär bestehe nun die "Chance zu einem echten Neuanfang", der auch Minderheiten mit einschließen könne.

Lessenthin appellierte an die Bundesregierung, Ägyten nun "konsequent auf seinem Weg zur Demokratie zu begleiten". Eine Versöhnung der verfeindeten Gruppen sei zwar schwierig, doch für eine friedliche Zukunft essenziell. Ziel müssten freie Wahlen unter Beobachtung der Vereinten Nationen sein.



Kommentare
10.07.2013
08:47
Auswärtiges Amt mahnt Ägypten-Urlauber zu Vorsicht
von Otto123456 | #2

Die Reisewarnung kam viel zu spät! So ist die Lage brisant und nicht zu unterschätzen! Saudi Arabien finanzierte den Putsch gegen Mursi, welches durch die Kanäle ägyptischer Verwaltungsarbeiter in den Golfstaaten geschah. Es geht hier nicht allein um Ägypten, sondern um den alten Kampf Türkei gegen Araber. So wurden die Muslimbrüder massiv logistisch von der Türkei unterstützt und jenes brachte Mursi an die Macht. Mit hilfe der Drehscheibe München, wo sich die wichtigste Zentrale der Muslimbrüder befindet putschte man Mubarak aus dem Amt. Der große Verlierer ist zurzeit die Türkei, welche schon von einem neuen osmansichen Einflussbereich träumte und nun isolierter ist, als man es vor einem Jahr gedacht hätte.
Da man einfach nur die sieben Säulen der Weisheit lesen muss, um jenes zu verstehen, lege ich jenes Buch interessierten, welche sich über die Konflikte der Region informieren möchten ans Herz.

10.07.2013
07:29
Auswärtiges Amt mahnt Ägypten-Urlauber zu Vorsicht
von harrass | #1

Die Demokratie ist nicht das Allheilmittel. Mursi war ja demokratisch gewählt...

Die Demokratie in Ägypten hat das gleiche Problem wie die Demokratie in Amerika und mittlerweile überall in der Welt: 2 grosse Lager, deren Ziele sich gegenseitig ausschliessen.

Spezial
Holland-Freunde aufgepasst!
Anzeige
Holland-Freunde aufgepasst!

Ab sofort könnt ihr bei unserer „Pimp Your Bike“ Aktion einen mehrtägigen Hollandurlaub (im Wert von 649,- Euro) oder auch zwei hochwertige Koga Fahrräder (im Wert von je 999,- Euro) gewinnen. Einfach euren alten Drahtesel fotografieren, per Mail einsenden und Daumen drücken. Mehr Infos hier!

Finnlines
Anzeige
Reise
Die Reederei Finnlines ist aktuell der einzige Anbieter von direkten Fährverbindungen von Deutschland nach Finnland.  Das Anbord-Konzept bei Finnlines ist wie Urlaub im hohen Norden selbst: Ruhig und entspannt! Ganz bewusst verzichtet Finnlines auf Unterhaltungsshows, Animation und Entertainment.
Erlebnisheimat Erzgebirge
Anzeige
Wanderurlaub
Sportlich & vital in (h)erzreicher Natur – Warum das Erzgebirge erholsam für Körper und Geist ist.
Borkum: Einfach mal durchatmen!
Anzeige
Reise
Die Nordseeinsel Borkum überzeugt durch ein gesundes Nordseeklima und lädt zur 3. Thalasso-Gesundheitswoche
Umfrage
Die Stadt Dortmund lehnt Pfandringe an Mülltonnen ab: Sie seien zu gefährlich . Teilen Sie diese Einschätzung?

Die Stadt Dortmund lehnt Pfandringe an Mülltonnen ab: Sie seien zu gefährlich . Teilen Sie diese Einschätzung?

 
Fotos und Videos
Österreich von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Kitesurfer holen Guinness-Rekord
Bildgalerie
Wassersport