Acht Länder in drei Monaten - Was nach der Weltreise bleibt

Sansibar war eine der Stationen auf Mona Contzens Weltreise.
Sansibar war eine der Stationen auf Mona Contzens Weltreise.
Foto: Mona Contzen
Was wir bereits wissen
Drei Monate ist WAZ-Mitarbeiterin Mona Contzen um die Welt gereist und hat in acht Ländern auf drei Kontinenten viel erlebt.

Essen.. Ferne Länder, fremde Menschen und andere Kulturen kennenlernen – den Traum hat sich WAZ-Mitarbeiterin Mona Contzen (31) erfüllt und ist einmal um die Welt geflogen. Drei Monate hat sie sich dafür Zeit genommen und auf drei Kontinenten und in acht Ländern viel erlebt.

Die wichtigste Frage, die sich aufdrängt: Wie schmeckt eigentlich eine Tarantel?

Mona: Die schmeckt auf jeden Fall nicht so schlimm wie man sich das vorstellt. In erster Linie ist sie sehr knusprig und der Körper würzig. Aber sie ist auf jeden Fall nicht schleimig.

Das war eine der Aufgaben, über die unsere Leser abgestimmt haben. Was hat Sie am meisten Überwindung gekostet?

Mona: Tatsächlich ist es mir schwer gefallen, in den Titicacasee zu springen, obwohl man meinen sollte, die Spinnen wären schlimmer gewesen. Aber es war an diesem Tag recht kalt, ich hatte eine schlaflose Nacht im Bus hinter mir und wirklich so gar keine Lust, in den See zu springen – bei fünf Grad Wassertemperatur.

Welche Station hat Ihnen am besten gefallen?

Mona: Die Frage ist eigentlich nicht zu beantworten, weil alle Länder sehr unterschiedlich waren. Man kann Urwald nicht mit Großstadt und Berge nicht mit Meer vergleichen. Wenn ich mich für ein Ziel entscheiden muss, ist es Kuba, weil das Land einzigartig ist. Man hat das Gefühl, dass die Zeit dort stehengeblieben ist. Die alten Autos, Männer, die an jeder Ecke sitzen und Zigarre rauchen, und auch die kommunistischen Durchhalteparolen an der Autobahn. Ob das noch lange so bleibt, wissen auch die Kubaner nicht – darüber habe ich dann eine Reportage geschrieben.

Welches Erlebnis wird Ihnen am stärksten in Erinnerung bleiben?

Mona: Das Erdbeben in Nepal, das ich leider erlebt habe. Darauf hätte ich auch verzichten können. Obwohl ich beim Erdbeben an sich gar keine Angst hatte, weil ich viel zu lange gebraucht habe, um zu verstehen, was da gerade passiert. Als das starke Nachbeben kam, war ich gerade am Flughafen und es war die Hölle los. Da habe ich richtig gezittert, weil ich dachte: Wenn jetzt eine Massenpanik ausbricht, dann war es das.

Sie sind so viel geflogen in den drei Monaten. War das nicht anstrengend?

Mona: Die ständige Zeitumstellung ist anstrengend. Bei den Flügen ist es eine echte Erleichterung, wenn man sich nicht um die Flugbuchungen kümmern muss. Denn beim Round the World-Ticket der Star Alliance wird die Flugroute mit nur einer Buchung festgelegt.

Zum Praktischen: Drei Monate sind eine lange Zeit, was für Kosten kamen da auf Sie zu?

Mona: Mein Mann und ich haben zu zweit ohne Flug etwa 10.000 Euro bezahlt. Das Flugticket kostet für diese Route zusätzlich noch einmal 3700 Euro pro
Person.

Kommentar Stichwort Impfungen: Wie haben Sie sich medizinisch vorbereitet?

Mona: Ich habe mich in der Reisesprechstunde der Uniklinik Essen informiert. Man benötigt alle Impfungen, die es so gibt: von Gelbfieber, über Typhus, Hepatitis bis hin zu einer Malaria-Prophylaxe. Das kostet auch noch mal 700 Euro.

Hat Sie zu Hause eine dicke Staubschicht erwartet oder haben Sie nette Nachbarn?

Mona: Für den Fall der Fälle hatte eine gute Freundin den Schlüssel. Meine Vermieterin habe ich natürlich auch informiert. Die dicke Staubschicht hat mich zum Glück nicht erwartet, weil meine liebe Mutter die Wohnung geputzt und den Kühlschrank aufgefüllt hat.

Was haben Sie vorab geplant und was vor Ort gebucht?

Mona: Geplant war nur die Route, also die Reihenfolge der Länder. Alles andere habe ich spontan entschieden – von den Hotels bis zu den Reiserouten innerhalb der Länder.


Sie haben so viele verschiedene Menschen kennengelernt. Welche Geschichte hat Sie am meisten berührt?

Mona: Das war der Fischer, den ich auf Sri Lanka porträtiert habe. Bei dem Tsunami 2004 hat er seine ganze Familie verloren. Er erzählte mir, dass das seine Sicht aufs Leben langfristig verändert hat. Das war für ihn der Moment, in dem er realisierte, was wichtig ist: Das Leben zu genießen.

Was haben Sie auf der Weltreise gelernt?

Mona: Reisen verändert immer wieder den Blickwinkel, den man hat. Gerade wenn man so viele verschiedene Orte sieht, kann man vieles besser oder realistischer einordnen als vorher.