Zu wenige Schulplätze für Flüchtlinge in Schwerte

Die weiterführenden Schulen in Schwerte wollen nur wenige Flüchtlinge aufnehmen.
Die weiterführenden Schulen in Schwerte wollen nur wenige Flüchtlinge aufnehmen.
Foto: Nicolas Armer / dpa
Was wir bereits wissen
Schwerte kann nicht alle Flüchtlingskinder in Schulen unterbringen. Für einige Kinder findet sich keine Klasse. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

Schwerte.. Die Lage an den Schwerter Schulen spitzt sich weiter zu, denn nicht alle Flüchtlingskinder können in den Schulen der Ruhrstadt untergebracht werden. Für mehrere Kinder findet sich keine Klasse. Und damit nicht genug: Ab dem 6. Januar muss sich die Stadt wohl auf weitere Flüchtlinge einstellen.

Der Kreis Unna geht bei der Beschulung von Flüchtlingskindern einen eigenen Weg: Während viele Kommunen spezielle Förderklassen eingerichtet haben, hat man sich im Kreis dafür entschieden, die Kinder direkt ins kalte Wasser zu werfen. "Go-In-Schule" heißt das Projekt, in dem die Schüler innerhalb der Schule gefördert werden sollen.

Drei weiterführende Schulen dieser Art gibt es in Schwerte - und zwar das Friedrich-Bährens-Gymnasium, die Gesamtschule und die auslaufende Eintracht-Hauptschule. Das Problem ist nun, dass nicht alle Flüchtlingskinder aufgenommen werden können. Zuletzt waren sieben Kinder, die eigentlich eine weiterführende Schule besuchen müssten, ohne Unterbringung - vor Weihnachten waren es dann noch sechs. Die Regelung im Kreis stellt neben Schwerte auch andere Kommunen vor Probleme, am schlimmsten habe es aber Bergkamen getroffen, wie Schwertes Sozialdezernent Hans-Georg Winkler berichtet. Mittlerweile sei sogar die Bezirksregierung im Gespräch mit der Schulministerin des Landes.

Neue Welle droht ab dem 6. Januar

Zuletzt waren keine neuen Flüchtlinge nach Schwerte gekommen: Per Runderlass hatte die Bezirksregierung mitgeteilt, dass man zwischen dem 23. Dezember und dem 5. Januar den Kommunen keine neuen Flüchtlinge zuweisen werde. In dieser Zeit würden Neuankömmlinge in den Sammelunterkünften des Landes bleiben.

Die geopolitische Lage lasse derzeit keine Entspannung erkennen, sodass die Städte davon ausgehen müssten, ab dem 6. Januar weitere Flüchtlinge zugewiesen zu bekommen. In Bezug auf die Wohnsituation plant die Stadt, im Gewerbegebiet in Geisecke Büroräume anzumieten, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Doch wo schulpflichtige Kinder dann zur Schule gehen sollen, ist weiterhin nicht geklärt.