Zollfahnder entdecken drei Tonnen Marihuana unter Palmkernöl

Drei Tonnen Marihuana stellten Zollfahnder im Hafen von Antwerpen sicher.
Drei Tonnen Marihuana stellten Zollfahnder im Hafen von Antwerpen sicher.
Foto: Zollfahndung Essen
Was wir bereits wissen
Beamte der Zollfahndung Essen und der Hagener Staatsanwaltschaft haben im Hafen von Antwerpen eine Lieferung mit drei Tonnen Marihuana abgefangen.

Antwerpen/Essen/Hagen.. Das ist ein dicker Fisch, den Beamte der Zollfahndung Essen und der Hagener Staatsanwaltschaft an der Nordsee an Land gezogen haben. Im Hafen von Antwerpen stellten sie drei Tonnen Marihuana sicher. Die in einem Container unter einer Ladung Palmkernöl versteckten Drogen haben einen Straßenverkaufswert von 30 Millionen Euro.

Mit dem Fund flog auch eine international operierende Bande von Drogenschmugglern auf. Drei ihrer Köpfe, darunter zwei 49 und 51 Jahre alte Deutsche, befinden sich jetzt in U-Haft, ein weiterer in den Niederlanden in Auslieferungshaft. Dem Quartett wird vorgeworfen, mit Tarnfirmen ihren Geschäften einen legalen Anstrich gegeben zu haben – darunter auch dem Import von Grundstoffen für Amphetamine und Ecstasy aus Asien.

Bande war schon länger im Visier der Fahnder

Ihre Wohnungen wurden durchsucht. Dort fanden die Fahnder sechsstellige Barbeträge und auch hohe Sachwerte. Kommt es zu einer Verurteilung, drohen langjährige Haftstrafen. Die Essener Fahnder sind der Bande schon länger und im Rahmen eine umfangreichen Ermittlungsverfahrens auf der Spur gewesen, auf die sie britische Ermittler gesetzt haben.

Cannabis-Industrie Die drei Tonnen Marihuana, die die Bande Anfang Dezember über Antwerpen nach Europa bringen wollte, stammen nach den Angaben der Essener Zollfahnder aber nicht aus Asien, sondern aus Ghana. Sie waren - vakuumverschweißt - verstaut in 450 Säcke mit losen Palmkernschalen. Palmkernschalen sind als Biomasse zum Heizen zu verwenden.

Die Hagener Leitende Oberstaatsanwältin Heike Becher und Essens Zollfahndungsleiter Hans-Joachim Brandl ziehen aus dem Fahndungserfolg den Schluss, dass „eine effektive Bekämpfung organisierter, grenzüberschreitender Kriminalität nur möglich ist, wenn sich die Justiz- und Polizeibehörden der betroffenen Staaten optimal abstimmen“.