Zeitung: LKA erstellt Datenbank mit DNA von Ermittlern

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Landeskriminalamt von Nordrhein-Westfalen erstellt laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung eine Datenbank mit DNA von Ermittlern. "Ausschlaggebend dafür war das sogenannte Phantom von Heilbronn, dem man zunächst mehrere Straftaten zuschrieb", sagte LKA-Expertin Karolin Hoppe der Zeitung (Mittwoch). In der Datei sollen dem Bericht zufolge die DNA-Profile von bis zu 2000 Menschen aufgenommen werden, so von Spurensicherern und Mordermittlern. Bisher hätten rund 200 Polizisten per Speichelprobe ihre DNA abgegeben. Damit solle verhindert werden, dass in die falsche Richtung ermittelt werde. Vom LKA war am Dienstagabend keine Auskunft zu erhalten.

Die Jagd nach dem "Phantom von Heilbronn" liegt Jahre zurück: Nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter - der inzwischen dem rechtsextremen NSU zugeordnet wird - fanden Kollegen am Einsatzwagen DNA-Spuren, die in dieser Zeit auch an anderen Tatorten auftauchten. Von der Tat im April 2007 bis März 2009 jagten die Ermittler eine unbekannte Frau, deren Gen-Spuren bei mehr als 35 Straftaten gefunden wurden - darunter Morde und Einbrüche. Nach zwei Jahren stellte sich heraus, dass die Gen-Spuren beim Verpacken durch die Mitarbeiterin einer Firma auf die sonst sterilen Wattestäbchen der Kripo gelangten.