Zehn Jahre Haft für Prügelvater

Kleve..  Richter Ulrich Knickrehm sah den verurteilten Vater während der Urteilsbegründung kaum an. Fassungslosigkeit schwang mit: Wie kann sich ein Vater mit so roher Gewalt an diesen „schutzlosen, wehrlosen Geschöpfen“ vergreifen: An den Babys Nick und Nils, am Schwesterchen Samantha und ihrem Stiefbruder Leon, mit drei Jahren der Älteste. Erst mit dem Tod des kleinen Nils kam das Ausmaß der Gewalt gegen die vier Geschwisterkinder ans Licht. Die Richter verurteilten den Vater der Familie aus Xanten gestern vor dem Landgericht Kleve zu zehn Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Missbrauchs von Schutzbefohlenen.

Der verurteilte Vater war arbeitslos. „Immer wenn er mit den Kindern alleine war, entlud sich die Überforderung in roher Gewalt“, sagte Richter Knickrehm. So 2013, als er der kleinen Samantha beim Wickeln ein Bein brach, sie verprügelte, ebenso wie Stiefbruder Leon. Am 11. Juli 2014 wurden die im April geborenen Zwillinge Opfer eines Gewaltausbruchs, warum auch immer. Die Richter konnten nur vermuten: Vielleicht hatten die Kinder einfach nur Hunger und weinten. Der Vater habe erst Nick genommen und ihn durch Schütteln oder „durch einen Aufprall“ eine Verletzung zugefügt, die zu einer Einblutung ins Gehirn geführt habe. Der Junge überlebte, aber vielleicht hat er Folgeschäden.

Danach habe der Vater Nils genommen, „schüttelte ihn grob und heftig“, sagte Knickrehm. Als der Junge blau anlief, rief der Vater den Notarzt. Der Junge starb.