Zahl der Rocker-Clubs in NRW hat sich fast verdoppelt
26.02.2012 | 09:32 Uhr 2012-02-26T09:32:24+0100
Essen. Die großen Rockerclubs Bandidos, Hells Angels, Outlaws und Gremium MC bauen ihre Organisation in NRW weiter aus. Laut Landeskriminalamt hat sich die Zahl der örtlichen Vereinigungen seit 2005 beinahe verdoppelt. Aktuell beobachtet die Polizei neue Revierkämpfe und kündigt neue verschärfte Kontrollen an.
Es spricht schon für sich, wenn eine Gruppe Motorradfans im Internet ankündigt, sich ein eigenes Rückenlogo anheften zu wollen, für gemeinsame Ausfahrten, und dabei versichert: "Wir sind kein MC und stellen keinerlei Gebietsansprüche". In der Motorradszene geht es martialisch zu, das weiß offenbar "Dombiker" aus Köln, der Ende Januar auf dem Biker-Portal "German Colours.de" die Gründung der "DomBikerz" ankündigt. Köln ist in der Rockerszene gebietstechnisch längst einschlägig erschlossen: Der Motorradclub "Gremium" hat dort ein "Chapter". Und in der näheren Umgebung haben sich Bandidos und Hells Angeles angesiedelt - allesamt bekannt und in Teilen berüchtigte Rocker-Gruppen. Da sollte man als 'normaler' Bikerverein besser die Friedensflagge schwenken.
Die Motorradszene in NRW ist in Bewegung und die Polizei richtet seit kurzem wieder verstärkt ihre Augen auf die Rocker : Seit 2005 hat sich die Zahl der Rockerclubs ("MC") in NRW fast verdoppelt. 48 Chapter oder Charter, je nach Vereinigung, zählt das Landeskriminalamt (LKA) mittlerweile zwischen Siegerland, Ost-Westfalen und Niederrhein. "Entscheidend ist aber nicht die Zahl, sondern die kriminelle Energie, die dahinter steht", sagt Ermittler Thomas Jungbluth, LKA-Experte für Organisierte Kriminalität.
Polizei befürchtet neue Rockerkriege in NRW
Laut "Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2010" geht es bei Rocker-Kriminalität vor allem um Rauschgift- und Waffenhandel bzw. -Schmuggel, "Kriminalität im Nachtleben", verbunden mit Verfahren wegen Bedrohung, Körperverletzung bis hin zu Mord. 2010 zählte das Bundeskriminalamt (BKA) 35 "OK-Verfahren" in Bezug auf Rockergruppen, darunter fünf in NRW. Das waren insgesamt 5,8 Prozent aller Verfahren im Bereich Organisierte Kriminalität. Eine deutliche Steigerung: 2006 wurden bundesweit zwei Verfahren gegen Rocker gezählt, 2008 waren es 15, das Jahr darauf 21. Nimmt mann 2010 die OK-Ermittlungen im Rocker-Umfeld hinzu, erhöhen sich die Statistik auf insgesamt 57 Polizei-Ermittlungen.
"Die meisten Rocker sind friedlich"
Wie hoch das Gewaltpotential unter Rockern ist, ist jüngst wieder zu beobachten: Zwischen 100 Bandidos und Hells Angels war es Ende Januar in Mönchengladbach zu einer wüsten Schlägerei gekommen, bei der ein Rocker lebensgefährlich verletzt wurde. Noch am gleichen Abend gab es in Herten einen Anschlag auf das dortige Bandidos-Clubheim und etwas später in Oberhausen zu einer Schießerei . "Wir sehen da einen Zusammenhang", sagt Thomas Jungbluth. Seitdem bekommt die Rockerszene in NRW verstärkt Besuch der Polizei. Jungbluth: "Wo Rocker aufeinandertreffen, steigt das Risiko von Gewalttätigkeiten. Rockerkriege, wie es sie in den 1990er Jahren in Skandinavien gab wollen wir in NRW nicht haben".

15:35
Ist doch schön, daß der Trend nach oben geht. Folglich werden mehr Motorräder verkauft und die Steuereinnahmen steigen. Man muß doch nicht alles zerreden.
09:27
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22:32
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13:22
Hells Angel, Bandidos, Gremium MC, Outlaws, alles seit jahrzehnten bekannte Rockervereinigungen die nicht zusammen kommen um bei Sonnenschein ihre aufgemotzten Zweiräder zu bewegen. Was ist also neu an den Erkenntnissen des LKA, der Polizei?? Beruhigend zu lesen, dass die zuständigen Behörden eine Verdoppelung der Rockergruppen erkannnt haben & die Entwicklung vorran schreitet. Muss ich da bestehende Verbote gegen diese Vereinigungen hinterfragen, den Sinn dieser Verbote anzweifeln?? Gebiete die abgesteckt sind, Städte und Bundesländer die aufgeteilt werden um den Drogenmarkt, den Waffenhandel und das Rotlicht zu kontrollieren. Bedenklich? Nein denn unser LKA beobachtet ja & informiert uns Bürger dieses Landes. Wenn es mal eng wird, dann trifft man sich eben wieder in der Anwaltskanzlei unseres Bundeskanzlers a.D. Schröder & unterzeichnet ein wertloses Friedensabkommen zwischen den Rockergruppen. Bin ich froh, das in unserem Rechtsstaat alles so schön geregelt ist! Fahre jetzt Motorrad
13:13
Es gab mal in Bremen einen Rockerclub, da hatte bei der Gründung nur der "Chef" einen Führerschein, und den hat er später noch abgeben müssen.
http://www.n-tv.de/panorama/Bremen-verbietet-Rocker-Gang-article3388746.html
"Nur ein einziges Mongols-Mitglied habe überhaupt einen Motorradführerschein, manche andere dagegen hätten überhaupt keine Fahrerlaubnis.
Bisher haben die Mongols in Bremen nur acht bekannte Mitglieder, davon gehören sechs einer arabisch sprechenden Minderheit aus der Türkei an, erklärte Gausepohl"
Motorräder, Führerscheine etc. sind nicht mehr wichtig denn Geschäfte lassen sich auch anders abwickeln. Interessant sind neben den Informationen aus dem Internet über diese Gruppierungen u.a. auch die Erfahrungen von Jay Dobyns (ATF Agent) die er in seinem Buch über die Zeit seiner verdeckten Ermittlungen beschreibt. Aufbau, Sytem, Funktion, Feindschaften etc. Es ist ein kriminelles Netz entstanden welches es wohl mit den zur Verfügung stehenden, rechtlichen Mitteln nicht mehr zu durchbrechen gibt.