Wo sich Hirsch und Hase gute Nacht sagen

Schermbeck..  Der Schwarzstorch ließ sich bereits blicken. Hier befindet er sich in bester Gesellschaft. Mit etwas Glück kann man vor allem in der Abenddämmerung einen Blick auf Rot- und Schwarzwild, Fledermäuse, Kröten und seltene Vogelarten erhaschen. Möglich macht das die Wildbeobachtungsplattform an der Sandgrube Boer, die Ansgar Müller, Landrat des Kreises Wesel, und der RVR gestern eröffneten. Nach und nach wird sich die Natur die Welt zurückerobern. Beobachter sind willkommen.

Grüne Lunge Üfter Mark

Die Plattform, ein 45-Quadratmeter-Häuschen aus Lärchenholz, reiht sich ein in ein Bündel von Projekten in der Üfter Mark. 2001 erwarb der RVR das Waldgebiet in den Kreisen Borken, Recklinghausen und Wesel. Ziel war es, die 1 700-Hektar-Fläche zum Naturerlebnisraum zu entwickeln. 2006 entstand ein barrierefreier Rundweg, danach ein Hirschpfad. 2012 wurde die Wildbrücke über die A31 gebaut, die von den Tieren gut angenommen wird – 2014 eröffnete ein Ameisenbarfußpfad. Seit Ende 2011 steht ein großer Teil des Gebietes unter Naturschutz.

Ursprünglich hatte der RVR geplant, die Sandgrube Boer zur Naturerlebniskuhle auszubauen. Doch der Artenschutz machte den Planern einen Strich durch die Rechnung. In der Grube leben geschützte Tiere wie der Schwarzstorch, der Ziegenmelker oder die Heidelerche. Auf sie weist künftig eine Info-Tafel an der Plattform hin. Auf gute Nachbarschaft, Mensch!