Wo Kaninchen die Ohren anlegen

Nein, es geht nicht um lilafarbene oder goldene Langohren, die sich anschicken, zu Hunderten die Supermärkte zu überschwemmen. Es geht um das Wildkaninchen. Mit dem hat sich die Goethe-Universität zu Frankfurt befasst. Das passt, denn es geht um Dichter. Allerdings kleingeschrieben. Denn die kleinen Tiere bauen in der Stadt gern – ähem – dichter.

Das hat die Arbeitsgruppe für Ökologie zwischen den Wolkenkratzern von Mainhattan vermutlich durch Tiefeninterviews in den Bauten in den Taunusanlagen herausgefunden. Die Kaninchen, so die Forscher, ziehen immer häufiger raus aus der Agrarsteppe, hinein in die Stadt. Denn dort lauert weder der böse Wolf noch der Jägersmann, der in der Stadt nicht so ballern kann.

Die City-Kaninchen nehmen dabei Abschied von der Großfamilie, so schreiben es die Frankfurter Forscher im „Journal of Zoology“. Sie wohnen in der Stadt häufiger nur als Paar oder gar als Single in eher engen und kleinen Kaninchenbauten – Stadtwohnungen eben. Befürchtungen, dass sie sich fortan nicht mehr vermehren wie die Karnickel, sind hinfällig: In vielen Städten gibt es mehr als genug Langohren, sodass der Wohnraum trotz der kleineren Höhlenform eng wird und sie die Ohren anlegen müssen.

Dass in Frankfurt die ersten Kaninchen bereits anfangen, Hochhäuser zu bauen, ist ein Gerücht. Das waren die Maulwürfe.