Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Rauchverbot

Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot

15.06.2013 | 13:48 Uhr
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
Demonstranten tragen in Düsseldorf während ihres Protests gegen das verschärfte Rauchverbot Masken, die das Gesicht von Altbundeskanzler Helmut Schmidt zeigen.Foto: dpa

Düsseldorf.   Etwa 4000 Menschen haben am Samstag in Düsseldorf gegen den verschärften Nichtraucherschutz demonstriert. Mit zahlreichen Transparenten zogen Gastwirte, Gäste und Karnevalisten durch die Stadt. Seit dem 1. Mai sind in NRW Raucherkneipen nicht mehr erlaubt.

Gegen das strenge Rauchverbot in Kneipen und auf Brauchtumsfesten in Nordrhein-Westfalen haben am Samstag in Düsseldorf schätzungsweise 4000 Kneipenwirte und Raucher demonstriert. Unterstützt wurde der Protest von Karnevalisten und zahlreichen Schützen in Uniform. Viele Demonstranten trugen Masken mit dem Gesicht des Altkanzlers und Rauchers Helmut Schmidt und qualmten demonstrativ Zigaretten. Auf Transparenten stand auf Rheinisch "Läwe on läwe lasse" (Leben und leben lassen) und "Grün und Rot gleich Kneipentod". Die Polizei sprach von etwa 3500 Teilnehmern, die Veranstalter von "gefühlt 8000".

Seit Anfang Mai gilt in Nordrhein-Westfalen das von der rot-grünen Landesregierung beschlossene, erweiterte Nichtraucherschutzgesetz. Es ist eines der strengsten in Deutschland: Raucherkneipen sind nicht mehr erlaubt. Auch Ausnahmen für Festzelte und Brauchtumsveranstaltungen gelten nicht mehr. Ein Bündnis von Raucher-Initiativen will das verschärfte Gesetz kippen und sammelt Unterschriften für die Anmeldung eines Volksbegehrens.

Der Bürgermeister von Neuss, Herbert Napp (CDU) , wetterte unter heftigem Beifall über das "Raucherverfolgungsgesetz". Weil der Politiker auch in seinem Dienstzimmer in Rathaus qualmt, hat er den Beinamen "Vesuv von Neuss". Auch der Düsseldorfer Karneval unterstützte den Protest: Präsident Josef Hinkel kritisierte die um sich greifende Bevormundung und nannte das Gesetz überzogen.

Gastronomen berichteten am Rande der Demo über Existenzängste , weil die rauchende Kundschaft wegbleibe. "In der Woche ist der Umsatz um 40 Prozent zurückgegangen", sagte die Düsseldorfer Kneipenwirtin Annette Helmus, die den Protestzug angemeldet hatte. Am Wochenende seien es 30 Prozent weniger. In den nächsten Wochen sind weitere Proteste geplant. (dpa)



Kommentare
17.06.2013
12:53
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von nulpe2 | #55

nichtraucherschutzgesetz......in friseurläden darf weiter geraucht werden.......

17.06.2013
12:19
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von Bella74 | #54

Diese Demonstration ist einfach lächerlich, vor allem seitens der rauchenden Gäste.
Würden diese einfach weiterhin in ihre Kneipe etc. gehen, wäre der Umsatz auch unverändert . So schwer kann es nicht sein vor die Türe zu gehen für die paar Minuten...
Und was beklagen sich eigentlich diese Vereine (Karneval etc.). Da muss man sich echt fragen, wo bei denen der Brauchtum liegt, im Rauchen oder was? Geht man in einem Karnevalsverein oder Schützenverein zum rauchen oder wegen dem Brauchtum???

1 Antwort
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von nulpe2 | #54-1

nein es ist nicht schwer vor die tür zu gehen....aber da fängt der nächste ärger an

17.06.2013
07:54
#49 Zecke
von Lionel | #53

Es gibt nie nur eine Ursache für Umsatzrückgänge - das Rauchverbot gibt der Kneipenkultur aber den Rest.
Man kann sich auch fragen, ob das nicht genauso gewollt ist - wenn man sich die Papiere und Forderungen der Alkoholprävention ansieht. Dort wird nämlich die Senkung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauchs als Ziel anvisiert - auch mit Preiserhöhungen!

Werner Wolf, Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger- Braugruppe, hat zu den Auswirkungen des Rauchverbotes im Saarland folgendes gesagt: "Rund 25 Prozent der von der Bitburger-Brauerei belieferten Kneipen im Saarland, in denen früher das Rauchen erlaubt war, haben seit dem Rauchverbot aufgeben müssen." und: Insgesamt beliefert Bitburger nach Angaben von Wolf derzeit rund 4500 Kneipen an der Saar. Es sei ein massives Kneipensterben zu beobachten, in ländlichen Gebieten genauso wie in den Städten.
Der Bitburger-Brauerei kann es übrigens egal sein wen sie beliefert - Nichtraucher- oder Raucherkneipen.

1 Antwort
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von sepp123 | #53-1

Der DEHOGA Saarland hat den Kampf gegen das Rauchverbot dort kürzlich aufgegeben, so schlimm wie anfangs behauptet dürfte es also nicht sein.

17.06.2013
06:40
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von druide0707 | #52

Im Biergarten mußte eine Freundin von mir sich als "Mörderin" bezeichnen lassen, weil sie eine Zigarette geraucht hat.......
Die Nichtraucher machen immer mehr "Jagd" auf Raucher. So etwas hatten wir schon einmal........
Unabhängig von der verlogenen Doppelmoral, auf der einen Seite den Menschen vor den Folgen des Nikotinkonsums schützen... auf der anderen Seite die Tabaksteuer fest im Haushalt einplanen........
Wie wäre es denn mit der nächsten Stufe: Raucher raus aus Mietwohnungen und in ein Getto sperren, bis sie ausgestorben sind oder umerzogen.........
Armes Deutschland, Zufluchtsland für viele Armutsflüchtlinge und die eigene Bevölkerung bevormunden und erziehen. -
Dazu fällt mir ein, Hausarrest für Kinder / Jugendliche darf in Deutschland auch nicht mehr ausgesprochen werden - das ist dann psychologische Erpressung/Nötigung und das ist verboten.
Eine 13 Jährige zockt ältere Menschen am Geldautomaten ab - aber DIE ist ja noch nicht strafmündig und darf ungestraft weitermachen..

1 Antwort
@Druide
von mellow | #52-1

Reichlich pathetisch wirkt Ihr dick augetragener Brei aus haarsträubenden Vergleichen. Rauchen verengt eben nachweislich die Blutversorgung des Gehirns.

16.06.2013
15:06
Warum sollte man ein sinnvolles Gesetz ändern, hinter dem die große Mehrheit steht?
von wenco | #51

Bis auf ein paar schwer nikontinabhängige Raucher und Wirte, die ihr Kneipengeschäft ausschließlich auf solche ausgerichtet haben, sind doch alle mit dem neuen Gesetz zufrieden. Und das Beispiel Bayern beweist ja, dass es der Gastronomie durchs Rauchverbot insgesamt sogar besser geht und sogar mehr Gäste ausgehen, welche die ganzen verrauchten Kneipen ansonsten immer mieden. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/gastronomie-kneipen-umsaetze-steigen-trotz-rauchverbot-a-756140.html) Ich wundere mich, warum die WAZ über dieses ermüdende Thema überhaupt noch berichtet.

1 Antwort
Umsatzsteigerung insgesamt und
von bigkahuna | #51-1

Kneipensterben schließen sich übrigens nicht aus !

16.06.2013
14:36
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von WernerKrusenbaum | #50

Wer nix wird, wird Wirt.
Die müssen nichts wissen und außer der Hackfleischverordnung auch nichts lernen. Diese Unfähigkeit auch zwischen Soll und Haben sowie Umsatz und Gewinn nach Steuern unterscheiden zu können, führte auch in der Vergangenheit immer wieder zu Insolvenzen etlicher Traumtänzer. Da kommt das Rauchverbot als Begründung gerade recht. Nun hat die Landesregierung schuld an der persönlichen Misere.
Die paar übriggebliebenen Karnevalisten mit ihren Prinzen "Kuckuck" und die Schützenvereine beruhigen sich bis nächstes Jahr auch wieder.
Sollte die Landesregierung hier einknicken, würde das nur deren Unfähigkeit beweisen, Politik im Interesse der Menschen und zwar der überwältigenden Mehrheit zu machen.

16.06.2013
12:41
# 45 Lionel
von Zecke | #49

Nachdem das Bier nicht mehr nur an der Theke, sondern kistenweise in Flaschen gekauft werden konnte, gab es vor einigen Jahrzehnten ein Kneipensterben, das heute seinesgleichen suchen muss.

Von unserem Haus aus waren damals fußläufig innerhalb von 10 bis 15 Minuten sieben Bierkneipen erreichbar, die nicht nur sonntags zum Frühschoppen, sondern auch nach der Schicht von mehreren Dutzend Männern regelmäßig reihum abgeklappert wurden. Damals hatte noch nicht jeder ein Auto.

Von den sieben Kneipen sind nur noch drei als "Restaurants" übrig geblieben. Die ehemaligen Gäste saßen inzwichen lieber zu Hause und haben sich bei einem oder mehrere Bierchen vor ihren neuen Fernsehapparaten den "Frühschoppen", die "Sportschau" oder "Einer wird gewinnen" angeschaut.

Niemand ist damals auf die Idee gekommen, das Flaschenbier oder den Fernseher wieder abzuschaffen, um die Arbeitsplätze der Wirte und Bedienungen zu erhalten.

1 Antwort
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von kuni75 | #49-1

Wenn es sich so darstellt verstehe ich noch weniger warum man nicht Raucherlokale einrichten durfte....es geht doch angeblich sowieso keiner mehr hin.

16.06.2013
12:37
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von Samenschock | #48

neuerdings werden wir hier "Nichtrauchertaliban" genannt. *LOL* - gehts eigentlich noch lächerlicher?

1 Antwort
"Nichtrauchertaliban"?
von misterjones | #48-1

Ach was; so etwas schreiben doch höchstens Fundamentalnikotiniker. ;-)

16.06.2013
11:25
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von FrankNeu | #47

Stimmt. Das Rauchervebot ist nun durch. Nun geht es an das Verbot von Verbrennungsanlagen dran.

Ich fordere ab sofort ein bundesweites Verbot von sämtlichen Verbrennungsanlagen, ob PKW, LKW, Motorrad, Bahn, Flugverkehr, Fabriken, Schiffahrt, Öl- Gas- und Kohleheizungen. Es kann nicht angehen, dass unsere Atmenluft von all diesen Luftverschmutzern mit Ihren Abgasen vergiftet werden und wir ständig dazu gezwungen werden die vergiftete Luft einzuatmen. Und es ist garantiert nicht gesund am Auspuff eines LKWs zu schnuppern oder den Kopf in den Schornstein einer Müllverbrennungsanlage reinzuhalten.

Ich denke, dass alle intoleranten Nichtraucher mir auch in diesem Punkt zustimmen werden, da die Argumentation die selbige ist. Niemand hat das Recht die Atemluft des Anderen zu vergiften.

Wobei man bei Raucherkneipen immer noch die Wahl hatte, diese zu betreten oder es sein zu lassen. Dies trifft jedoch bei den ganzen giftigen Abgasverursachern nicht zu. Hier wird man dazu genötigt.

1 Antwort
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von misterjones | #47-1

"Verbot von Verbrennungsanlagen"?

Finde ich richtig - zumindest in Kneipen und anderen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Und: Keine Ausnahme für "Auspuffclubs" o.ä.! ;-)

16.06.2013
10:20
Wirte und Gäste demonstrieren gegen strenges Rauchverbot
von buntspecht2 | #46

Eigentlich sollte das Thema durch sein.

Aus dem Ressort
Gesetz für schnellen Bau der Leverkusener Brücke rückt näher
Verkehr
Das Gesetz zum schnelleren Neubau der Leverkusener Brücke rückt näher: Im Verkehrsministerium liegt schon ein Entwurf dafür vor. Das Gesetz soll helfen, die marode Rheinbrücke schneller fertigzustellen. Sie ist eine Hauptverkehrsader auch für den Lkw-Verkehr.
Positive Bilanz - MRSA-Rate in Gelsenkirchen ist gesunken
Gesundheit
Das Gelsenkirchener Netzwerk „Gemeinsam gegen MRSA“ zog nach fünf Jahren Arbeit eine positive Bilanz. Im Jahr 2009 trugen noch 2,5 Prozent der neu aufgenommenen Patienten in den sechs Krankhäusern der Stadt den so genannten „Krankenhauskeim“ MRSA. Aktuell sind es nur noch 1,5 Prozent.
Gutachten im Brustkrebs-Skandal entlastet Essener Radiologen
Brustkrebs-Skandal
Im Brustkrebs-Skandal um den Essener Radiologen Krüger hat die Staatsanwalt den Fall einer Patientin untersuchen lassen. Der Gutachter spricht Krüger von den Vorwürfen frei. Unterdessen weist der Geschäftsführer des Huyssensstifts den Verdacht gezielter Patienten-Verschiebung von sich.
Einbruch im Apple-Store-Lager im Centro Oberhausen
Apple
Zu viel will die Polizei nicht verraten, weil es sich bei den Details des Einbruchs um Täterwissen handelt. Bisher geht die Polizei von drei Tätern aus, die in der Nacht zu Donnerstag in das Lager des Apple-Stores in Oberhausen eingebrochen sind und iPhones in noch unbekannter Menge gestohlen haben.
Ärger mit Kfz-Zulassungsstelle – Warten auf den Führerschein
Behörden-Ärger
Seit Monaten beschweren sich Bürger über unzumutbar lange Wartezeiten bei der Kfz-Zulassungsstelle in Essen-Steele. Die Stadt erklärte die Situation mit der schlechten Personal-Lage. Jetzt droht neuer Ärger: Es gibt Beschwerden über die Organisation in der Zulassungsstelle.
Umfrage
Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?

Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?

 
Fotos und Videos
Flug über Frankreich 1
Bildgalerie
In 500 Metern Höhe...
Ehrengäste in lockerer Runde
Bildgalerie
NRZ Sportfete
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Forschung über Street Art in Siegen
Bildgalerie
Street Art