Wirte und Brauer kämpfen mit Bierdeckeln gegen geplantes Rauchverbot

Sorge um die Existenz: Die Wirte wollen Raucherräume und Ausnahmen für Eckkneipen erhalten.
Sorge um die Existenz: Die Wirte wollen Raucherräume und Ausnahmen für Eckkneipen erhalten.
Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool
Gastwirte, Brauer und Getränkegroßhändler wollen 1,4 Millionen Bierdeckel in Kneipen verteilen: Die Telefonnummer, die darauf steht, sollen Gegner des absoluten Rauchverbots in Gaststätten anrufen und so ihren Unmut kundtun.

Neuss.. Gastronomen, Brauer und Bierverleger machen Druck gegen ein drohendes absolutes Rauchverbot in Lokalen und Kneipen. „Ja, zu einer fairen Lösung für alle – deshalb kein absolutes Rauchverbot“ steht auf jedem der insgesamt 1,4 Millionen extra angefertigten Bierdeckel, die in den nächsten Wochen und Monaten in Gaststätten und Kneipen verteilt werden sollen. Bürger werden aufgefordert, an einer Hotline ihre Stimme gegen die Pläne der Landesregierung abzugeben. Gastronomen, Brauer und Bierverleger fordern den Erhalt von Raucherräumen und weitere Ausnahmen vom Qualmverbot.

Ausnahme für den Landtag?

Man wolle den Protest gegen das Rauchverbot im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Gast „greifbar“ machen, sagt Thorsten Hellwig vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Aufkleber („Raucherkneipe“) und Plakate – Gastronomen hatten häufiger schon gegen Pläne mobil gemacht, Tabakqualm zu verbannen. Die Bierdeckel seien die bisher „intensivste Aktion“, erklärte Hellwig. Dauern soll sie bis der Gesetzgebungsprozess abgeschlossen ist, also wohl bis Ende des Jahres. Ziel sei es, ein Stimmungsbild zu erheben, denn bei den Gastronomen und Bierbrauern ist man keineswegs sicher, dass die Pläne der Landesregierung in der Bevölkerung eine Mehrheit finden.

Rauchverbot Was die Initiatoren des Bierdeckel-Protestes besonders ärgert: Während die Rauchverbotsausnahmen in Kneipen gestrichen werden soll, räumt der Gesetzentwurf den Angaben zufolge Verfassungsorganen eine Option ein, Raucherräume einrichten zu dürfen. „Was dem Landtag und seinen Abgeordneten recht ist, sollte dem Wirt und seinen Gästen billig sein“, heißt es bei Gastwirten, Brauern und Getränkegroßhändlern.