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Wir lassen unsere Stadt nicht spalten

20.01.2015 | 00:12 Uhr

An Rhein und Ruhr. Pegida-Organistor Sebastian Nobile hat Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link gestern Abend Rechtsbruch vorgeworfen. Vor rund 260 Anhängern betonte er, der Aufruf zur Gegendemo verletze das Neutralistätsgebot. Später wuchs die Zahl der Teilnehmer auf rund 600. Rechtsradikale „Kameraden“ aus Aachen stießen dazu genauso wie ein bekannter NPD-Funktionär und straften die Phrasen von der „Verortung in der bürgerlichen Mitte“ Lügen.

Duisburgs OB Sören Link ließ sich folglich von dem Vorwurf des Rechtsbruchs nicht beeindrucken, als er vor rund 3000 Gegendemonstranten das Wort ergriff: „Ich bin stolz, dass so viele Leute hierher gekommen sind. Wir sind Duisburg, nicht die anderen.“ Er machte mit einfachen Worten deutlich, dass es trotz der Probleme, die Duisburg unbestritten habe, hier keinen Platz für Pegida-Parolen gebe: „Wir lassen unsere Stadt nicht spalten in Christen und Muslime.“

Nicht minder klare Worte fand Pfarrer Armin Schneider, Sprecher des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Er erteilte Pegida eine Absage: „Ihr habt weder in Duisburg noch in anderen Städten etwas verloren.“ Schneider betonte aber auch mit Blick auf das Demonstrationsverbot von Dresden: „Es ist für mich unfassbar, dass in unserer Gesellschaft Menschen mit dem Tod bedroht werden, selbst, wenn sie Demonstrationen organisieren, die widerlich sind.“

In Duisburg wie in Düsseldorf musste ein massives Polizeiaufgebot die einzelnen Demonstrationszüge auseinander halten, in Duisburg wurden dabei drei Polizisten von Gegendemonstranten verletzt. In der Landeshauptstadt waren rund mehr als 1000 Polizisten im Einsatz – beinahe so viele wie Teilnehmer bei der Demonstration gegen „Dügida“. Die Islamkritiker waren in der deutlichen Minderheit: rund 150 Personen kamen zur Kundgebung. unterwegs, was mindestens einem.

„So ärgerlich diese weitere Demonstration auch war, so gut waren wir diesmal auch vorbereitet, denn wir wussten, wo es beim letzten Mal Probleme gab“, so die Polizei. Festnahmen gab es lediglich im Vorfeld der Versammlungen. Sechs Personen, die de „Dügida“-Lager zuzuordnen waren, wurden im Hauptbahnhof abgefangen und kamen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz in Gewahrsam. Sie hatten u.a. so genannte Quarzhandschuhe und Teleskophandschuhe im Gepäck.Feine bürgerliche Gesellschaft.

Ulla Saal, Svenja auf der Heide, Stephan Wappner

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2015-01-20 00:12
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