Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Region

Wimber stellt Polizeieinsatz bei nächtlichen Ruhestörungen infrage

15.08.2012 | 18:30 Uhr

In der Diskussion über die Reduzierung der Polizeiaufgaben legt der Münsteraner Polizeipräsident Hubert Wimber mit Vorschlägen nach. Nicht nur bei Bagatellunfällen im Straßenverkehr, sondern auch bei nächtlichen Ruhestörungen sollten Polizeibeamte künftig nicht mehr ausrücken, sagte der Polizeichef den "Westfälischen Nachrichten".

Münster (dapd-nrw). In der Diskussion über die Reduzierung der Polizeiaufgaben legt der Münsteraner Polizeipräsident Hubert Wimber mit Vorschlägen nach. Nicht nur bei Bagatellunfällen im Straßenverkehr, sondern auch bei nächtlichen Ruhestörungen sollten Polizeibeamte künftig nicht mehr ausrücken, sagte der Polizeichef den "Westfälischen Nachrichten".

Die Polizei könne nicht der Friedensstifter für alle sein und jeden Konflikt vor Ort bewältigen. "Wir sind für Strafverfolgung und Gefahrenabwehr da", betonte Wimber. Die Ausbildung der Beamten sei zu teuer, um sich um nächtliche Ruhestörungen zu kümmern.

Einen alternativen Einsatz der Ordnungsämter lehnt der Polizeichef hingegen auch ab. "Eigentlich müssen die Leute das untereinander lösen", sagte Wimber. In der CDU stößt er damit auf strikte Ablehnung: "Nur die Polizei kann abklären, ob ein ordnungswidriges oder gar strafrechtliches Delikt vorliegt", sagte der Fraktionsvize Peter Biesenbach. Als Polizeipräsident müsse Wimber für Recht und Ordnung sorgen - "und nicht ständig unsinnige und überflüssige Vorschläge machen".

Auch im Innenministerium wird der erneute Vorschlag ablehnend aufgenommen. Wenn die Polizei gerufen werde, komme sie und helfe, sagte ein Ministeriumssprecher. "Das gilt für Verkehrsunfälle genauso wie für nächtliche Ruhestörungen." Zudem stellte das Haus klar, dass der Polizeichef mit seinen Meinungsäußerungen nicht die Auffassung der Landesregierung vertritt.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
19.08.2012
14:38
Wimber stellt Polizeieinsatz bei nächtlichen Ruhestörungen infrage
von ulrics | #2

Die Aufgaben werden mehr das Personal weniger. Vielleicht sollte man die Polizei-Chefs einsparen. Besonders jene die keine Ahnung haben. Das reicht dann bestimmt für ein paar sinnvolle Stellen.

16.08.2012
10:26
Wimber stellt Polizeieinsatz bei nächtlichen Ruhestörungen infrage
von lichterloh | #1

Nachdem nun behördenweit Personaleinsparungen als das Allheilmittel bei knappen Finanzen propagiert wurden ( so auch in der WAZ ), darf man sich über solche Vorschläge nicht wundern. Aber das ist nur der Anfang. Es trifft die Polizei, die Ordnungsämter, die Bauordnungsämter, die Einwohnermeldeämter usw. Bei weniger Personal muss nun mal Aufgabenabbau betrieben werden. Herr Wimber vergisst aber, dass Lärm auch Körperverletzung und somit ein Straftatbestand ist. Hinzu kommt noch, dass Herr Wimber als Polizeichef von solch "Banalitäten des Alltags" wohl auch auf Grund seiner Wohnsituation verschont bleibt.

Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Polizei Iserlohn sucht Zeugen wegen mutmaßlicher Entführung
Ungeklärter Vorfall
Die Polizei in Iserlohn ermittelt in einem dubiosen Fall, bei dem es um eine Entführung gehen kann. Eine Zwölfjährige aus Oestrich/Grürmannsheide war am Montagmorgen von einer Passantin auf einem Feldweg gefunden worden. Das Mädchen gab an, zuvor von einem Unbekannten entführt worden zu sein.
Warum NRW immer schwerer an der Bombenlast des Krieges trägt
Kriegslast
Die Zahl der gefundenen Blindgänger stieg in den vergangenen Jahren rapide - ebenso die Kosten für die Räumung der Kampfmittel. NRW und seine Kommunen werden in den kommenden Jahrzehnten etliche Millionen dafür aufbringen müssen. Aber der Bund weigert sich, seinen finanziellen Anteil aufzustocken.
A1-Brücke bei Leverkusen bleibt für Lkw noch länger gesperrt
Verkehr
Die marode Rheinbrücke der Autobahn 1 in Leverkusen bleibt länger ein Nadelör für den Verkehr, als bis dato geplant. Die Sperrung für schwerere Fahrzeuge wurde am Mittwoch um mindestens ein halbes Jahr verlängert. Der Zustand der Brücke sei einfach zu desolat.
Zwei Tote nach Schießerei in Altenheim - Rätsel um Motiv
Polizei
Beim „Mittwochstreff“ in einer altengerechten Wohnanlage in Hamm geraten zwei Teilnehmer in Streit. Ein 77-Jähriger erschießt einen Mitbewohner und verletzt drei weitere, dann tötet er sich selbst. Das Motiv ist zunächst ein Rätsel. Der Streit mit dem Täter soll aber schon länger geschwelt haben.
Nach Überfall auf 95-Jährige sucht Polizei diesen Mann
Fahndung
Im Oktober hat ein Mann eine 95-Jährige an der Haustür im Altenheim überfallen. Er nahm ihre Handtasche mit und hob kurze Zeit später in Siegen und Freudenberg fast 1000 Euro vom Konto der alten Dame ab. Die Polizei gibt nun die Fotos der Überwachungskamera frei. Wer kennt diesen Mann?