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Wildgänse am Niederrhein - so wenig Jungtiere wie selten

07.11.2012 | 19:54 Uhr
Wildgänse am Niederrhein - so wenig Jungtiere wie selten
"Wie ein tierischer Jumbojet“: Ein riesiger Schwarm Blässgänse startet auf einer Wiese bei KranenburgFoto: Glöckner/Nabu

Kreis Kleve.   Die Wildgans-Exkursionen des Naturschutzbund Nabu im Kreis Kleve haben in diesem Jahr Jubiläum: Seit 20 Jahre bieten die Naturschützer geführte Touren zu den arktischen Wildgänsen an, die am Niederrhein überwintern. In diesem Herbst sind aber seltsam wenige Jungtiere dabei.

Viele Menschen haben verlernt, wie beeindruckend unmittelbares Naturerleben ist. Andrea Schulze bedauert das sehr. Als Exkursionsleiterin des Naturschutzbundes (Nabu) in Kranenburg bei Kleve hilft sie, diesen Erfahrungsmangel etwas zu korrigieren. Sie sagt: Wenn ein Schwarm von Hunderten, ja tausenden Gänsen direkt über einen hinwegflattert – „dann hört sich das an wie ein tierischer Jumbojet“.

Jeden Sonntag unterwegs

Faszination Wildgänse: In diesem Monat startet der Nabu wieder mit seinen Exkursionen zu den arktischen Gänsen, die auf den Wiesen und Äckern am Niederrhein überwintern. Es ist eine besondere Saison – seit nunmehr 20 Jahren veranstalten die Kreis Klever Naturschützer solche Touren. Jahr für Jahr sind rund 2000 Touristen dabei. Mit Ferngläsern und Spektiven (=Fernrohren mit bis zu 75facher Verstärkung) beobachten sie auf den zweieinhalbstündigen Touren die Tiere. Ab dem 18. November sind die Nabu-Leute wieder unterwegs, immer sonntags, ab 14 Uhr.

Die Vögel kommen von fern; von der Arktis bis an den Niederrhein legen Bläss- und Saatgänse bis zu 6000 Flugkilometer zurück. Die Anreise der Besucher ist nicht ganz so weit, die meisten kommen aus einem Radius von anderthalb Stunden Fahrtzeit. Aber auch Besuch aus Schweden und Saudi-Arabien war dabei. Busfirmen buchen die Exkursionen als Attraktion.

Erste Gänse kamen schon Ende September

„Was als Pionierarbeit auf dem Gebiet des naturverträglichen Tourismus begann, hat sich heute zu einem über die Landesgrenzen beispielhaften Angebot gemausert“, lobt Nabu-Landeschef Josef Tumbrink. Der Verband hat errechnet, dass die Wildgans-Touristen durch Anreise, Verpflegung und weitere Einkäufe jährlich etwa 90 000 Euro in die Region bringen. Auf den ganzen Niederrhein gerechnet dürfte die Summe aber noch deutlich höher sein, denn: Auch die Biologische Station Wesel bietet Gänsetouren an – und das schon seit 80er Jahren, wie Leiter Johan Mooij auf NRZ-Nachfrage berichtet. Auch dort berichtet man von jährlich bis zu 2000 Teilnehmern.

Auffällig in diesem Jahr: Unter den arktischen Gänsen (die ersten kamen Ende September) sind so wenig Jungtiere wie selten. Experten sprechen von „einer der schlechtesten Brutsaisons der letzten 50 Jahre“. Prognosen zufolge ist in diesem Jahr am Niederrhein nur jede zehnte bis 20. arktische Gans ein Jungvogel. Warum? „Das kann am Wetter in den Brutgebieten gelegen haben“, meint Nicole Feige von der Nabu-Station in Kranenburg. Möglicherweise hätten aber auch arktische Füchse die Zahl der Jungtiere stark dezimiert. Oder der Wildgans-Bestand insgesamt überaltere.

Holger Dumke



Kommentare
08.11.2012
14:09
Wildgänse am Niederrhein - so wenig Jungtiere wie selten
von freischwimmer | #2

leider ungeniesbar ! Martinsgans das Kilo 18 EURO

08.11.2012
11:38
Wildgänse am Niederrhein - so wenig Jungtiere wie selten
von schnurri23 | #1

Endlich mal eine positive Nachricht.

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