Wieder über 600 Biber an NRW-Gewässern

An Rhein und Ruhr..  Angefangen, oder besser: wieder angefangen hat es mit zwölf ausgewilderten Tieren in der Eifel. Ab dem Jahr 2002 folgten dann je zwölf Tiere auf der linken und rechten Niederrhein Seite bei Wesel. Zum Tag der Artenvielfalt meldete das Landesumweltamt Lanuv gestern, dass heute wieder rund 630 Biber verteilt auf 190 Reviere an den Gewässern Nordrhein-Westfalens leben. „Nach 140 Jahren Abwesenheit baut mit dem Biber ein Ur-Nordrhein-Westfale wieder stabile Vorkommen auf“, freut sich Lanuv-Chef Dr. Thomas Delschen.

1877 war an der Möhne der letzte Biber in Westfalen erlegt worden, der letzte rheinische Nager soll kurz zuvor im Duisburger Hafen erschlagen worden sein. Heute heißt es: Wiederansiedlung geglückt: Die Vorkommen aus Eifel und Niederrhein wachsen zusammen, selbst aus Ostwestfalen (Paderborn) wurde in diesem Winter der erste Biber gemeldet. Fraßschäden halten sich bis dato sehr in Grenzen, heißt es im Lanuv. Wenn die Tiere Bäume fällen, wo sie es nicht sollen (z. B. Obstwiese), greife man rasch ein.

Am Niederrhein wächst der Bestand auch, weil immer wieder Biber aus den Niederlanden „rübermachen“. Die bis zu ein Meter langen Tiere mit den kräftigen Nagezähnen und dem charakteristischen Schwanz („Kelle“) lieben Flussauen. Dort finden sie den idealen Mix aus Wäldern und Gewässern. Sie können ihre Dämme und Burgen bauen und finden mit Rinde, Blättern und Kräutern Nahrung. Gerade die Bislicher Insel gilt als ideales Revier.