Wieder Streiks bei Amazon: auch NRW betroffen

Die Streiks bei Amazon sind auch in Nordrhein-Westfalen am Montag in die nächste Runde gegangen. Bundesweit legten in sechs Logistikzentren an fünf Standorten Mitarbeiter des Online-Versandhändlers die Arbeit nieder, teilte Verdi mit. In NRW waren demnach die beiden Standorte Rheinberg und Werne betroffen. Die Gewerkschaft kündigte dort Aktionen bis zum Mittwochabend an.

Rheinberg/Werne.. Amazon erklärte, der Ausstand habe keinen Einfluss auf die Einhaltung des Kundenversprechens für pünktliche Lieferungen. Da die Arbeit in Rheinberg und Werne ohne Ankündigung aus dem laufenden Geschäft niedergelegt worden sei und auch bei der Post zusätzlich gestreikt wird, rechnet Verdi dagegen damit, dass Lieferungen verzögert werden. Nach Amazon-Angaben beteiligten sich an den Streik-Standorten weniger als 830 Mitarbeiter der Frühschicht an den Protesten.

Verdi will für die rund 10 000 Mitarbeiter des Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Amazon sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Die Fronten in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Tarifkonflikt sind verhärtet.

Verdi kündigte an, die Streiks in die aktuell regional geführten Tarifrunden für den Handel "einbetten" zu wollen. In NRW waren die Verhandlungspartner in der dritten Tarifrunde für den Einzelhandel in der vergangenen Woche ohne Ergebnis auseinandergegangen. Am Montag hatten sich nach Angaben von Verdi rund 1500 Beschäftigte des NRW-Einzelhandels an Streiks beteiligt.