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Übergriffe

Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen

09.01.2016 | 08:46 Uhr
Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen
Das ist nur eine Spielzeugpistole, sieht für den Laien aber täuschend echt aus. Auch Frauen suchen mittlerweile Rat im Waffengeschäft.Foto: Jürgen Theobald / Funke Foto Services

Essen.  Die Vorfälle in Köln hinterlassen Spuren, auch im Ruhrgebiet. Viele Menschen möchten sich verteidigen können - und suchen Rat im Waffengeschäft.

Seit Tagen sind die sexuellen Übergriffe aus der Silvesternacht in Köln bestimmendes Thema in der öffentlichen Debatte. "Das führt zu Verunsicherung, die wir auch bei unseren Kunden wahrnehmen", berichtet Christoph Küttner, Mitinhaber des Essener Waffengeschäfts "Waffen Isenberg".

Einzelne Waffengeschäfte in der Region berichten von steigenden Absatzzahlen , besonders Pfeffersprays in sämtlichen Variationen sind beliebt. "Frauen müssen allerdings nicht gleich in den nächsten Waffenladen rennen, um sich vor möglichen Übergriffe zu schützen", sagt Küttner. Ganz abseits von dem Andrang auf Waffen rät er Frauen (zusätzlich), einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen, in denen sie lernen sich selbst zu behaupten und mehr Selbstbewusstsein auszustrahlen.

Jeder hat das Recht auf Selbstverteidigung

Christoph Küttner empfiehlt in seinem Geschäft grundsätzlich Pfeffersprays. Für das Führen einer Schreckschusspistole braucht man zunächst einen kleinen Waffenschein. Foto: Dirk Bauer / Funke Foto Services

Prinzipiell gilt: Jeder hat das Recht auf Selbstverteidigung, das ist mit dem "Notwehrparagraph" im Strafgesetzbuch geregelt. Der besagt: "Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig." Notwehr wird dabei definiert als "die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwehren". Was als rechtwidriger Angriff gilt, ist kontextabhängig und bleibt Auslegungssache. Eine verbale Auseinandersetzung fällt nicht darunter; die bisher bekannten Ereignisse aus der Kölner Silvesternacht hätten eine Selbstverteidigung der Frauen gerechtfertigt. 

Allerdings warnt die Polizei davor, vorschnell zu "Schutzwaffen" zu greifen: "Waffen - egal welcher Art - sind niemals friedliche Mittel, sondern immer Ausdruck von Gewalt, Drohung und Angst", erklärt Marco Ueberbach, Sprecher der Polizei Essen. Waffen können demnach auch zur Eskalation einer Situation beitragen. Trotzdem fühlen sich manche sicherer, wenn sie für Notfälle ein Pfefferspray in der Jackentasche haben. Die Vorfälle in Köln oder die Pariser Attentate im November sorgen zunehmend für Verunsicherung. "Dabei gilt Deutschland als eines der sichersten Länder der Welt. Das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen ist einfach verzerrt durch die Dauerberichterstattung der Medien durch Facebook und Co.", sagt Christoph Küttner.

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Kommentare
11.01.2016
14:22
Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen
von PSchmidt | #4

Wie kann der Verkäufer Pfefferspray empfehlen? Es ist nicht für den Einsatz gegen Menschen erlaubt. Es darf nur gegen Hunde genutzt werden. Falls es...
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2 Antworten
Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen
von Catweatzle79 | #4-1

Für mich ist jeder der mich Angreift ein Tier und wird auch entsprechend Behandelt

Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen
von thomasich2811 | #4-2

Es ist wohl erlaubt. Man darf es nur nicht mit der Absicht mitführen, um gegen Menschen einzusetzen. Das ist unsere tolle Rechtsprechung.
In einer Notwehrsituation darf ich mich mich allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen verteidigen, wobei die Verhältnismäßigkeit zu wahren ist. Diese Verhältnismäßigkeit entscheidet im Nachhinein der Staatsanwalt oder Richter.

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Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen
Wie Frauen nach den Übergriffen in Köln Schutz suchen
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2016-01-09 08:46
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