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Wie Fans den Sieg sichern

20.04.2012 | 17:00 Uhr
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Wie Fans den Sieg sichern
Die WR-Redakteure Dennis Betzholtz, Nicola König, Jürgen Potthoff und Christoph Bauer outen sich als Fußball-Fans. Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Ins Stadion mit ungewaschenen Schals oder Luftballons in der rechten Hosentasche? Wie sichern Sie Ihrem Verein den Sieg?

Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach kann Borussia Dortmund zum achten Mal Deutscher Fußballmeister werden. Auch in anderen Stadien geht es um viel, um Abstieg, Aufstieg, Europacup-Plätze. An solchen Tagen pflegen abergläubische Fans besonders sorgsam ihre glücksbringenden Rituale. Fünf Redakteure erzählen, wie sie Samstag für Samstag die Fußballgötter gnädig stimmen.

Unschlagbar im Kindertrikot

In dieser Spielzeit begleitet mich bei nahezu jedem BVB-Heimspiel einer meiner Söhne (9 und 11) auf die Südtribüne. Wer das Privileg genießt, den Meister live zu erleben, ist allerdings einer bestimmten Kleiderordnung verpflichtet. Diese besagt: Unter dem Mario-Götze-Trikot in Kindergröße 152 ist ein Kapuzenshirt in der Farbe des jeweiligen Gegners zu tragen. Bislang hat der BVB noch nie verloren, wenn meine Jungs so ins Stadion gegangen sind. Wobei: In letzter Zeit verliert der BVB ja sowieso nicht mehr. Jürgen Potthoff

Altersweisheiten

Mit dem Alter wird man weiser, heißt es. Was meine Rituale angeht, stimmt das sogar. Früher hatte ich an jedem Spieltag einen ganz speziellen Morgenritus einzuhalten. Es ging vor allem um eine Nassrasur, die unter allen Umständen durchgeführt werden musste. Egal, ob Champions League, Bundesliga oder Pokal – am Stadiontag stand ich morgens mit eingeschäumtem Gesicht vor dem Spiegel und beseitigte meine Bartstoppeln. Damit nicht genug. Vor dem Spiel musste ich drei Biere gleicher Größe und gleicher Marke trinken. Und im Stadion durfte mein Käppi nicht fehlen, das meine Ausrüstung (möglichst aktuelles Trikot, Schal und Halstuch) abrundete. Doch mit dem Alter kam die Bequemlichkeit. Bei Anzahl und Größe der Biere bin ich weniger wählerisch geworden. Das Halstuch liegt in meiner BVB-Devotionalien-Tasche und das Käppi hat auch ausgedient. Als der BVB irgendwann in der Ära Klopp begann, Sieg an Sieg zu reihen, obwohl ich gerade keinen Rasierschaum zur Hand hatte, habe ich mich auch des Rasier-Rituals entledigt. Was aber auf keinen Fall fehlen darf, sind ein Trikot und ein Schal. Sicher ist sicher. Stefan Reinke

Schal mit Aura

Ohne Schal zum BVB – das geht selbst bei 35 Grad im Schatten nicht. Mein erster Schal steht bei mir zu Hause (ja, er kann inzwischen alleine stehen). Ein neuer musste her. Die Sorge, er könnte nicht die gute Aura des alten haben, war unbegründet. Der BVB hat seitdem kein Spiel verloren. Liegt an der grandiosen Mannschaft, meinen Sie? Mag sein. Würde ich deshalb ohne Schal ein BVB-Spiel sehen? Niemals! Nikola König

Schal, ungewaschen

Der Schal darf nicht in die Waschmaschine. Niemals. Seit fast 20 Jahren nicht. Ja, er müffelt ein wenig, aber er müffelt nach Stadion, Angstschweiß, Abstiegstränen, nach Bierduschen und Pokalfinale. Die Fransen an den Enden sind dreckig, längst nicht mehr so weiß wie die Vereinsfarbe. Alles egal, alles untergeordnet. Allein: Mein Ritual scheint „meinen“ Zebras vom MSV Duisburg nicht zu helfen. Vielleicht kupfer ich künftig die Ticks der Kollegen ab – bei denen scheint es ja Wunder zu bewirken. Dennis Betzholz

Die Kraft der Ballons

Wie soll ich aktuell herausbekommen, welches Ritual wirkt und welches nicht? Klappt ja immer alles. Den Abstieg des BVB. die Älteren erinnern sich, habe ich mit Luftballons verhindert. Deren Anzahl in meiner rechten Hosentasche musste ungerade, aber größer Eins sein. Aufgrund der Siegesserie habe ich Abstand vom Ritual genommen, das Trikot nur nach Niederlagen zu waschen. Aktuell freuen sich mein seit 1993 ungeschwaschener Schal und ich auf unsere fünfte Meisterschaft.
Christoph Bauer

Und wie machen Sie’s?

Welches ist Ihr Ritual? Schreiben Sie uns, gern auch mit Foto an

fanfoto@derwesten.de

Jürgen Potthoff

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