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Westfälische Rundschau vergibt auch 2012 Bürgerpreis

06.01.2012 | 18:28 Uhr
Westfälische Rundschau vergibt auch 2012 Bürgerpreis
Große Bühne beim WR-Bürgerpreis 2011.

Dortmund.   Zum ersten Mal in ihrer Geschichte lobte die Westfälische Rundschau 2011 einen Bürgerpreis aus, um das ehrenamtliche Engagement der Menschen unserer Region öffentlich zu würdigen. Nun stehen die Sieger der zweiten Auflage fest, die Jury hatte eine schwierige, zugleich aber auch schöne Aufgabe.

Es war eine wunderschöne Arbeit, die die Jury hatte – und zugleich eine besonders schwierige. Denn unter 150 Einsendungen mussten die Leserbeiräte und Vertreter der Chefredaktion entscheiden, wer den 2. Bürgerpreis der Westfälischen Rundschau erhalten soll.  In einem waren sich alle Jurymitglieder dabei einig: „Jeder, der vorgeschlagen wurde, hätte den Preis verdient!“ Dennoch mussten sie schweren Herzens eine Entscheidung treffen. Sie fiel schließlich  auf jene Menschen, die wir nun hier vorstellen und die am Montag von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geehrt werden. Vielleicht auch stellvertretend für alle anderen,  die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und damit ebenfalls „Helden des Alltags“ sind.

Premiere im letzten Jahr

Es war eine Premiere, die ideal zum „Jahr der Freiwilligentätigkeit“ passte, das die Europäische Union 2011 ausgerufen hatte: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte lobte die Westfälische Rundschau im vergangenen Jahr einen Bürgerpreis aus, um das ehrenamtliche Engagement der Menschen unserer Region einmal öffentlich zu würdigen. Vereine und Verbände, aber auch Einzelpersonen waren aufgerufen, ihre „Helden des Alltags“, engagierte junge Menschen und soziale Unternehmen zu nennen. Und der Erfolg war überwältigend: Mehr als 150 Vorschläge gingen in unserer Redaktion ein.

„Hoffentlich wird es diesen WR-Bürgerpreis auch in Zukunft geben“, hatten viele Gäste bei der feierlichen Preisverleihung im Dortmund U im vergangenen Mai gewünscht. Jetzt, pünktlich zu Beginn des neuen Jahres, steht fest: Auch 2012 hat die Rundschau wieder einen WR-Bürgerpreis ausgelobt und ihn erneut mit einem Preisgeld von insgesamt 10 000 Euro dotiert. Mit einer Steigerung: Denn NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird nicht nur – wie schon 2011 – die Schirmherrschaft übernehmen, sondern sie selbst wird bei der Festveranstaltung im Dortmunder U am 16. April die Preisträger auszeichnen. „Bürgerschaftliches Engagement sichert und stärkt den ge­sellschaftlichen Zusammenhalt. In diesen Zeiten ist das wichtiger denn je“, kommentierte Hannelore Kraft die Aktion der WR. Deshalb freue sie sich ganz besonders darauf, in diesem Jahr den Bürgerpreis der Westfälischen Rundschau persönlich überreichen zu können.

Teilnahme von Ministerpräsidentin Kraft zugesagt

„Ihre Teilnahme wertet den Preis noch einmal deutlich auf“, zeigte sich Chefredakteur Malte Hinz begeistert. Er freute sich zugleich, „dass es gelungen ist, den WR-Bürgerpreis zum zweiten Mal auszuschreiben und ihn so beinahe bereits zu einer Institution werden zu lassen.“

Welchen Stellenwert das Ehrenamt in der Zukunft haben wird, das wollte jetzt das Deutsche Rote Kreuz anlässlich seines Zukunftskongresses „Engagement heute. Die neue Bürgergesellschaft“ in Münster wissen und beauftragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid mit einer repräsentativen Studie. Das Ergebnis: 24 Prozent der über 14-Jährigen sind bereit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen – über die bereits Aktiven hinaus. Besonders motiviert sind demnach die Jüngeren: Von den unter 30-Jährigen können sich 36 Prozent ein Engagement vorstellen. Die meisten „Motivierten“ sagten dabei, dass sie aktiv um Mithilfe gebeten werden wollen (79 Prozent). Aber auch mehr finanzielle Spielräume (61 Prozent) und Steuererleichterungen (52 Prozent) wären wichtige Argumente für ein Engagement.

„Ehrenamtliche sind die Zukunft“

„Wir lernen aus der Studie, dass der ‘Ehrenamtliche der Zukunft’ eine junge, gut ausgebildete und finanziell gut abgesicherte Frau mit vielen Familienangehörigen ist“, bilanziert Volkmar Schön, Vizepräsident des DRK. „Es ist gut zu wissen, dass es dieses Potenzial gibt.“ Nachdenklich mache aber die vergleichsweise geringe Engagementbereitschaft der Generation der über 60-Jährigen. Sie seien die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe – und auch diejenigen, die meist noch Zeit, Kraft und finanzielle Möglichkeiten hätten. Schön: „Wir sehen es daher als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch die Älteren für ein sinnstiftendes freiwilliges Engagement zu begeistern.“

Mehr denn je, so unterstreicht auch Malte Hinz, nehme das Ehrenamt eine besondere Bedeutung ein: „Dort, wo sich der Staat finanziell zurückzieht und wo – als letztes Glied der Kette – auch die Städte nicht mehr zahlen können, dort wird Ehrenamtlichkeit, wird freiwilliger und zumeist kostenloser Dienst an der Gesellschaft immer wichtiger, immer unverzichtbarer.“

Soziale, sportliche und kreative Angebote

Schon jetzt seien ohne diese Freiwilligen vielerorts Rettungsdienst und Feuerwehr, aber auch zahllose soziale, sportliche und kulturelle Angebote in den Städten nicht mehr darstellbar.

„Wir brauchen also in noch größerem Maße als bisher schon dieses bürgerschaftliche Engagement, diese Netzwerke von Menschen, die mit ihrer sozialen, kreativen, politischen, sportlichen Arbeit mehr als nur Grundversorgung ermöglichen und ihre Städte damit erst wirklich lebendig und lebenswert machen“, so Hinz. Sein Appell: „Wir alle müssen dafür sorgen, dass sich die Notwendigkeit von ehrenamtlicher Tätigkeit noch stärker als bisher schon ins Bewusstsein der Menschen einbrennt.“

Der Bürgerpreis der Rundschau soll ein kleiner Schritt auf diesem Weg sein. Alle Leser der WR konnten Menschen, Gruppen oder Unternehmen als Bewerber für den Bürgerpreis der Westfälischen Rundschau vorschlagen – oder sich selbst bewerben. Als potenzielle Preisträger kamen sowohl diejenigen in Frage, über die unsere Zeitung bereits berichtet hat, als auch die bislang „Verborgenen“.

Vier Kategorien

Je 2500 Euro erhalten die Sieger in den vier Kategorien:
„Helden des Alltags“
(Gruppe und Einzelperson):
Ausgezeichnet wird jeweils ein Einzelner und neuerdings auch eine Gruppe, die Benachteiligten helfen.
„Junge setzen sich ein“:
Gewürdigt werden in dieser Kategorie Projekte mit Präventionscharakter, die junge Menschen unter 25 Jahren für Gleichaltrige durchführen.
„Sozial engagierte Unternehmen“:
Ausgezeichnet werden Betriebe, die zeigen, dass unternehmerischer Einsatz nicht am Firmentor endet.

Zur Jury, die über die Sieger entschied, zählten Vertreter von Verlag und Chefredaktion und WR-Leserbeiräte.

Die fünf Preisträger

Peter Führing

Bettina Landgrafe

Miriam Borrmann und Daniel Link

Birte Braun

Kathrin Lange und Hans Stumm

Katja Sponholz

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