Weniger Windräder, mehr Strom

Soest/Düsseldorf..  Auf ihrem Weg, den Anteil der Windenergie in NRW deutlich auszubauen, hat die Landesregierung bisher vor allem eines zu spüren bekommen: heftigen Gegenwind. Mit einer gestern in der Soester Kreisverwaltung unterschriebenen Vereinbarung zwischen Vertretern der Naturschutzverbände und der Windenergiebranche unter Beteiligung des Kreises Soest und der Landesregierung hofft Umweltminister Johannes Remmel nun auf reichlich Rückenwind, die gesteckten Ziele doch noch zu erreichen.

„Artenschutz und Windenergie sind keine Gegensätze“, frohlockte Remmel nach Abschluss eines zweijährigen Mediationsverfahrens, mit dem nun die Basis gelegt worden sein soll, alte Windkraftanlagen entlang der Haar gegen neuere und weitaus effizientere auszutauschen.

250 Windräder drehen sich auf dem Höhenzug zwischen Erwitte und Werl und kommen damit grundsätzlich für das „Repowering“ (Erneuerung) genannte Verfahren in Frage. Im Optimalfall, so Christian Schlösser vom Verein „Energie erneuerbar und effizient“, drehen sich in einigen Jahren nur noch die Hälfte dieser Windräder. Die allerdings produzieren dann dreimal soviel Energie wie die zum Teil schon recht betagten Vorgänger. 500 bis 600 Millionen Euro beträgt die Investitionssumme für diese energetische Runderneuerung im Kreis Soest.

Da die Hellwegbörde mit einer Fläche von 50 000 Hektar das größte Vogelschutzgebiet in NRW ist, hat die Landesregierung diese Region grundsätzlich als Tabuzone für neue, zusätzliche Windräder definiert. „Alte Anlagen durch leistungsstärkere Windräder zu ersetzen, soll aber grundsätzlich möglich sein“, so Remmel.

Die Naturschutzverbände sind zuversichtlich, dass mit der nun geschlossenen Vereinbarung die Interessen des Vogelschutzes deutlich besser gewahrt werden können.

Umwelt minister Remmel hofft nun, sein Ziel, bis 2020 15 Prozent der Energie durch Wind zu erzeugen, einhalten zu können. Bisher liegt der Anteil in NRW bei lediglich vier Prozent.