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Naturkundemuseum

Wal in Münster gestrandet

17.01.2012 | 16:50 Uhr
Wal in Münster gestrandet
Tierpräparator Werner Beckmann hält in Münster im Mazerationsraum des Naturkundemuseum den entfleischten Schulterblatt-Knochen eines Pottwals (Physeter catodon) in den Händen. Der Wal war im Novermber 2011 in der Nordsee verendet und vor der Insel Pellworm angespült worden. Foto: Sascha Schürmann/dapd

Der im November vor einer Nordseeinsel gestrandete Pottwal soll im September in einer Wal-Sonderausstellung in Münster präsentiert werden.

Münster. Wale in Westfalen sind selten, Pottwale gibt es hier nicht. Die Seenlandschaft ist einfach nicht geeignet für die Meeressäuger, die gerne in bis zu drei Kilometer Tiefe abtauchen. Die Museenlandschaft dagegen bietet ausreichend Platz für einen Pottwal. Ab dem 21. September wird der vor der Nordseeinsel Pellworm gestrandete Wal in einer Sonderausstellung des Naturkundemuseums Münster zu sehen sein.

Besser gesagt: das, was von ihm übrig ist, sein Skelett. Am Dienstag zeigte das Naturkundemuseum des Landschaftsverbands (LWL) die ersten Vorboten der Ausstellung. Zum Beispiel ein vier Kilogramm schweres Schulterblatt des im November gestrandeten Wals, das Chefpräparator Werner Beckmann aus dem Spülmittelband holte. Der Großteil der Knochen liegt noch bei den Kollegen in Stralsund, die ihren Teil der Mazeration (Fachbegriff für Entfleischung) leisten und die frei gelegten Skelettteile bis Juli liefern wollen.

Münsters Walfänger Beckmann freut sich, den 15-Meter-Koloss bald in den Museumsbestand aufnehmen und in der Region zeigen zu können. Denn für das nächstgelegene Skelett müsse der Westfale bis über den Rhein schippern, zum Aquazoo Löbbecke Museum nach Düsseldorf. Der Nordsee-Pottwal sei älter als zehn Jahre gewesen und vermutlich „falsch abgebogen“, als er in die nicht sehr tiefe Nordsee geschwommen war, sagt Beckmann.

Der Präparator hat seit November mit vielen Wal-Teilchen gepuzzelt: Schulter- und Beckenknochen sowie mit vor der Verwesung bewahrten Organen wie Haut, Magen, Augen, Hoden oder Penis. Die Abgüsse der Einzelteile sind zum Teil meterlang. All dies wird im September gezeigt, wenngleich das aufwändig aufgestellte Walskelett der Ausstellung nicht vom Pellwormer Pottwal stammt. Es ist eine Leihgabe des Bremer Überseemuseums, das aus einer Braunschweiger Ausstellung in die Domstadt umgeleitet wird.

Weil die Zeit für einen eigenen Gerüstbau zu knapp sei, so Beckmann, werde der Münster-Wal aus Pellworm präsentiert, als sei er gerade leblos auf den Meeresboden gesunken. In bekannter Kumpelmanier wird der Westfale seinen ersten Wal wohl „der Liegende“ oder „In Schönheit gestorben“ taufen.

Volker Stephan

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