Umweltminister der Länder lehnen Fracking ab

In NRW wird es bis auf Weiteres keine Genehmigungen für das Fracking geben, so Umweltminister Johannes Remmel (Grüne).
In NRW wird es bis auf Weiteres keine Genehmigungen für das Fracking geben, so Umweltminister Johannes Remmel (Grüne).
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Auf einer Konferenz haben sich die Umweltminister der Länder gesammelt gegen Fracking unter den bisherigen Vorzeichen ausgesprochen. NRW-Minister Johannes Remmel (Grüne) forderte eine Änderung des Bergrechts.

Düsseldorf.. Einstimmig haben sich die Umweltminister der Länder auf ihrer am Freitag beendeten Konferenz in Kiel gegen Fracking unter den bisherigen Vorzeichen ausgesprochen. „Die Umweltministerkonferenz lehnt das Einbringen von umwelttoxischen Substanzen zur Erschließung von unkonventionellem Erdgas ab, solange die Risiken nicht geklärt sind“, heißt es in der Schlusserklärung.

Aufgrund der Datenlage sei es nicht verantwortbar, Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mit dem Einsatz der Fracking-Technologie mit umwelttoxischen Chemikalien zu genehmigen. Die Verklappung von mit Chemikalien belastetem Fracking-Wasser in alten Bohrungen wird ebenfalls abgelehnt. Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung müssten obligatorisch eingeführt werden.

In NRW vorerst keine Genehmigungen für Erkundung

Nach Informationen der WAZ Mediengruppe hatte sich Niedersachsens Umweltminister lange gegen diese Beschlüsse gesperrt, war dann aber eingeknickt. Die Beschlüsse kamen auf Initiative von NRW zustande. „Der Einsatz Nordrhein-Westfalens hat sich gelohnt: Die Länder haben sich auf Initiative von NRW erstmals gemeinsam gegen den Einsatz von giftigen Chemikalien bei der umstrittenen Bohrmethode Fracking ausgesprochen.

Fracking Das ist ein klares Zeichen. Der Schutz der Menschen und der Umwelt hat für uns oberste Priorität“, sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) und forderte die Bundesregierung auf, „alles notwendige zu unternehmen, um schnellstens die Änderung des Bundesbergrechts vorzulegen.“

In NRW wird es bis auf Weiteres keine Genehmigungen für Erkundung und Gewinnung unkonventioneller Erdgas-Lagerstätten unter Einsatz von schädlichen Substanzen (Fracking) geben, betonte der Minister. Darauf hätten sich im September das zuständige Umweltministerium und das Wirtschaftsministerium nach der Auswertung einer Risikostudie zur Bohrtechnologie geeinigt. „Der Einsatz der Fracking-Technologie kann derzeit und bis auf Weiteres in NRW nicht genehmigt werden“, sagte damals Umweltminister Johannes Remmel bei der Vorlage des Gutachtens in Düsseldorf. Die Landesregierung folge damit den Empfehlungen der Gutachter.