Strom soll den Wolf von Herden fernhalten

Münster..  Um Wölfe von ihrer Herde fernzuhalten, können Schäfer in NRW auf mobile Spezial-Elektrozäune zurückgreifen. Bei Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) sammelt seit gestern ein Schäfer erste Erfahrungen mit einem Herdenschutz-Set, wie der Landesbetrieb Wald und Holz mitteilte. Damit bereitet sich NRW auf die erwartete dauerhafte Rückkehr der Wölfe vor (WR berichtete). Im Januar war in Minden-Lübbecke und im Kreis Siegen-Wittgenstein jeweils ein Wolf in Fotofallen getappt. In NRW galt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben.

Der Wolf genieße in NRW den höchstmöglichen Artenschutz, stelle im dicht besiedelten Bundesland aber auch eine Herausforderung dar, sagte Umwelt-Minister Johannes Remmel (Grüne). Seine Behörde hat daher 1600 Meter speziellen Elektrozaun angeschafft und je zur Hälfte bei einem Förster im ostwestfälischen Stemwede und einer biologischen Station in Schmallenberg stationiert. Allerdings habe es das Raubtier vor allem auf Wildtiere abgesehen, sagte Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz. Erfahrungen aus Sachsen zeigten, dass der dort schon länger wieder heimische Wolf in weniger als einem Prozent der Fälle Nutztiere reiße. Dort habe man gute Erfahrungen mit den Schutz-Sets gemacht.