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Sterbehilfe

Strafrecht lässt Beihilfe zur Selbsttötung zu

28.02.2012 | 13:56 Uhr
Strafrecht lässt Beihilfe zur Selbsttötung zu
Das ärztliche Berufsrecht sieht eine andere regelung vor, als das Strafrecht. Foto: WR

Dortmund.  Nach deutschem Recht ist es nicht strafbar, einem Menschen den Strick vorzubereiten, wenn er es verlangt. Dieser Akt der Sterbehilfe wird als Beihilfe zur Selbsttötung bezeichnet.

Nach deutschem Recht ist es nicht strafbar, einem Menschen den Strick vorzubereiten, wenn er es verlangt. Dieser Akt der Sterbehilfe wird als Beihilfe zur Selbsttötung bezeichnet. Im deutschen Recht gibt es keinen Paragrafen, der sich direkt mit diesem Thema beschäftigt. Angesichts des Selbstbestimmungsrechts ist ein Selbstmord nicht strafbar und somit bleibt auch die Beihilfe dazu ohne rechtliche Konsequenzen, erläutert der Jurist Dieter Gräfe aus Berlin, Experte auf diesem Gebiet.

Berufsgerichtsverfahren

Trotzdem ist es in Deutschland schwer, einen Arzt zu finden, der Medikamente verschreibt, die zum Tode führen sollen. Obwohl die Beihilfe zur Selbsttötung strafrechtlich legal ist, heißt es in § 16 der Berufsordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe: „Ärzte sollen keine Beihilfe zur Selbsttötung geben.“ Es sei unethisch, dass ein Arzt ein Leben beendet, sagt Volker Heiliger von der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Nur in Ausnahmefällen sei es möglich, Beihilfe zur Selbsttötung zu geben, wenn der Tod unmittelbar bevorstehe. Zuwiderhandlungen können ein Berufsgerichtsverfahren und den Entzug der Zulassung nach sich ziehen. Erlaubt ist es einem Arzt aber, indirekte Sterbehilfe zu leisten. Schwerstkranken werden Schmerzmittel verabreicht, dabei wird in Kauf genommen, dass diese lebensverkürzend wirken können. Diese Methode sei vor allem in der Palliativmedizin üblich.

Arten von Sterbehilfe

In Deutschland verboten ist nach § 216 StGB die aktive Sterbehilfe. Sie besagt, dass einem Patienten auf Verlangen eine tödliche Spritze gesetzt wird. Weltweit ist die aktive Sterbehilfe nur in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden erlaubt, in Den Haag wird zum ersten März eine Klinik für aktive Sterbehilfe eröffnet.

Die passive Sterbehilfe ist auf Wunsch des Patienten erlaubt. Hierbei werden lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen oder abgebrochen. So können etwa Magensonden durchgeschnitten und Lungenmaschinen abgestellt werden.

Linda Zuber

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2012-02-28 13:56
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