Sorge vor libanesischen Clans

Duisburg..  Es beginnt mit einem ganz gewöhnlichem Polizeieinsatz, einer Unfallaufnahme. Es endet damit, dass eine Polizistin geschubst und geschlagen zu Boden geht, dass ihr Kollege verunsichert zu seiner Waffe greift. Rundum, so heißt es in dem Polizeibericht, stehen rund einhundert Leute. Etwa 15 von ihnen seien drohend auf die Beamten zugekommen – bis endlich zehn weitere Streifenwagen eintrafen. Ein Zwischenfall um eine libanesische Großfamilie in Duisburg-Marxloh. Einer, der sich ähnlich auch in Essen oder Dortmund hätte zutragen können.

Doch der Vorfall vom Montag weckt Befürchtungen, Ängste. Von „rechtsfreien Räumen in Duisburg-Marxloh“ spricht der Duisburger Bürgermeister Volker Mosblech (CDU). Und Arnold Plickert, der NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei, (GdP) warnt: „Wir dürfen kriminellen Gruppierungen nicht die Straße überlassen, sonst werden ganze Stadtteile weiter abrutschen.“

Sorge bereite vor allem das Vordringen libanesischer Großfamilien in den Problemvierteln. Deshalb fordere die GdP für diese Quartiere Mindestbesetzungen in den Polizeiwachen, die nicht unterschritten werden dürfen.

„Sie akzeptieren unsere Gesetze nicht und keine Polizisten!“, sagt Essen Polizeisprecher Ulrich Fassbender. Das seien Familienclans, die sich blitzschnell per Handy zusammentelefonierten.