Schweiz macht Städte ärmer

Dortmund..  Die Aufwertung des Schweizer Franken durch die Entkopplung vom Euro hat NRW-Kommunen über Nacht um Millionen gebracht. Bochum hat weit über zehn Prozent seiner Kredite in der Schweiz aufgenommen, zusammen 220 Millionen Franken. Essen sitzt auf Devisenschulden von 450 Millionen Franken. Betroffen sind auch Bottrop, Hattingen, Gladbeck, Recklinghausen, Herne, Siegen und Lünen. Der Steuerzahlerbund NRW geht davon aus, dass landesweit Kommunalkredite im Wert von ursprünglich 1,9 Milliarden Euro in Fremdwährung umgeschichtet wurden. Allein durch den Kurssprung vom Donnerstag dürfte dieser Betrag die Zwei-Milliarden-Grenze weit überschritten haben.

Ursprünglich hatten die Städte mit der Umschichtung ihre Zinslast senken wollen. Der Plan ging zunächst auf, weil das Zinsniveau in der Schweiz niedriger lag als im Euroraum. Inzwischen hat sich der Effekt aber ins Gegenteil verkehrt. Der Steuerzahlerbund sieht sich denn auch bestätigt. „Der ganze Fall zeigt, dass Kämmerer von solchen Spekulationen lieber die Finger lassen sollten“, sagte Verbandssprecherin Bärbel Hildebrand der WR.

In der kommenden Woche beschäftigt sich auch der Landtag mit dem Thema.

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