Polizeieinsatz bei Flüchtlingen in Warburg eskaliert

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Was wir bereits wissen
In Warburg ist offenbar ein Einsatz der Polizei bei Flüchtlingen eskaliert. Zwischen Polizisten und Bewohnern soll es zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein.

Warburg.. In einer Flüchtlingsunterkunft in Warburg ist offenbar ein Einsatz der Polizei eskaliert. Am 9. März soll es in dem Flüchtlingsheim zwischen drei Polizisten und Bewohnern zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Dabei werde geprüft, ob sich die am Einsatz beteiligten Polizisten strafbar gemacht haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die Polizisten von der Stadt Warburg angefordert worden, weil es bei einem geplanten Umzug von Bewohnern in eine andere Unterkunft zu Schwierigkeiten gekommen sei. Nach Informationen des WDR sollte eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern aus Syrien zwangsweise in eine andere Unterkunft gebracht werden.

„Ist mir scheißegal“

Videomaterial, das dem WDR-Magazin „Westpol“ vorliegt, zeige Drohungen und einen Einsatz von Gewalt durch die Polizisten. Auf dem Video soll zu sehen und zu hören sein, wie ein Polizist der syrischen Flüchtlingsfrau mit den Worten droht: „Wenn sie nicht mitkommt, leg' ich sie in Ketten und zerre sie raus. Ist mir scheißegal.“ Zu sehen sei ebenfalls, dass ein Polizeibeamter den zwölfjährigen Sohn festhalte und ein anderer die Mutter zu Boden stoße. Die Vorfälle während des Polizeieinsatzes hätten mehrere Augenzeugen bestätigt.

Hintergrund des Einsatzes war dem Medienbericht zufolge, dass die alleinerziehende Mutter zuvor sexuelle Belästigungen in der Einrichtung durch Mitbewohner beklagt habe. Als Reaktion darauf habe die Stadt entschieden, die Familie zu verlegen. Der mutmaßliche Täter blieb nach WDR-Recherchen dagegen in der Einrichtung. (epd)