NRW will Naturmonumente küren

Dortmund..  Mit dem geplanten, neuen Naturschutzgesetz will das NRW-Umweltministerium die Voraussetzung schaffen, in Nordrhein-Westfalen sogenannte „nationale Naturmonumente“ auszuweisen – gemeint sind außergewöhnliche Naturdenkmäler, die wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von bundesweiter Bedeutung sind. Nun hat das Landesumweltamt offenbar sieben geeignete Kandidaten identifiziert. Dem Vernehmen nach haben die Bruchhauser Steine im Hochsauerland gute Chancen, als erstes Monument in NRW ausgewiesen zu werden.

„Bei den Bruchhauser Steinen handelt es sich um eine kulturhistorisch, naturgeschichtlich und landeskundlich bedeutende Felsformation“, heißt es im Bericht des Umweltamtes. Ein Sprecher von Minister Johannes Remmel (Grüne) wollte das gestern unter Verweis auf die Vorbereitungen fürs neue Gesetz nicht kommentieren: „Ein genauer Zeitpunkt, wann wir erste Eckpunkte des Naturschutzgesetzes veröffentlichen, steht noch nicht fest.“

Die bei Olsberg gelegenen Bruchhauser Steine sind eine Formation von vier bis zu 92 Meter hohen Felsen, die sich vor 290 Millionen Jahren in der Zeit des Spätkarbon erhoben haben. Wanderfalken brüten dort. Auf dem Vulkangestein hat sich zudem eine besondere Flora entwickelt mit Pflanzen, die man sonst nur in den Alpen findet.

Weitere Kandidaten für eine Anerkennung als Naturmonument sind dem Lanuv-Bericht zufolge das Siebengebirge bei Bonn, die Sandstein-Formation Externsteine bei Detmold, die Basaltkuppe Desenberg in der Warburger Börde, die Kluterthöhle mit ihren unterirdischen Seen bei Ennepetal, das zerklüftete Felsenmeer im sauerländischen Hemer und der Rurtalfelsen in der Eifel.

Allen diesen Gebieten ist gemein, dass sie nicht nur ökologisch wertvoll, sondern jeweils auch von besonderer Bedeutung für die Bürger vor Ort sind. Mit der Ausweisung als Monument will das Umweltministerium diese „Schätze der Erdgeschichte“ dauerhaft sichern, gleichzeitig aber auch für die Bevölkerung erlebbar machen. Das dürfte touristisch einigen Schwung bedeuten. Ausdrücklich sollen die geschützten Gebiete auch der Wissenschaft und der Naturbildung dienen.

Der Bund hatte schon vor einiger Zeit die gesetzlichen Voraussetzungen für solche Schutzgebiete geschaffen. Allerdings kamen diese augenscheinlich noch nicht zum Zuge. Mit dem geplanten Gesetz zieht NRW nun auf Landesseite nach.