Lauter magische Momente

Dortmund..  Welch eine Nacht! Das halbe Ruhrgebiet scheint unterwegs zu sein. Schlendernd, sich treiben lassend, von einem Ort zum anderen, von einer Inszenierung zur nächsten. Es ist die Nacht der Industriekultur, die 15. inzwischen, und wer sich darauf eingelassen hatte, erlebte magische Momente.

45 Spielorte, 2000 Künstler. Hochkarätiges beim Klavier-Festival in Bochums Jahrhunderthalle, Poetry-Slam in der U-Bahn, die Kokerei Hansa in Dortmund eingetaucht in neues Licht... Nichts ist schwerer, als sich zu entscheiden. Die junge Frau etwa würde noch gerne bleiben auf Zollverein in Essen, weiß aber auch, dass „woanders noch so viel los ist!“.

Oben, im ersten Stock, singt Jan Plewka, der Frontmann der Hamburger Rockband Selig, Lieder von Rio Reiser. Mal allein am Klavier, mal rockend unterstützt von der Schwarz-Roten Heilsarmee Band. Das Publikum juchzt, will ihn ohnehin nicht gehen lassen. Doch „Bye, bye, Junimond“, irgendwann, nach zwei Zugaben, ist alles vorbei.

Es ist halb zehn, langsam dämmert es. Höchste Zeit, sich auf den Weg nach Bottrop zu machen. Aufstieg zum Tetraeder, der von den Firedancern und Folkwang-Studenten in einen zauberhaften Ort verwandelt werden soll. Und das ist kein leeres Versprechen. Wunderbar beleuchtet ist der Weg, der hinter jeder Kehre mit Überraschungen aufwartet.

Hier die Bergfrau, die singend auf den Aufstieg hinweist: „Dieser Weg wird kein leichter sein...“. Dort die Studenten, die Drei-Minuten-Geschichten, also Poetry to go, in Schreibmaschinen (!) klappern. Und ganz oben auf dem Gipfel, leuchtet das Ruhrgebiet ringsum mit all seinen Lichtern und Landmarken.