Junge helfen Alten für ein Taschengeld

Solingen/Düsseldorf..  Schüler Fabian Wraschke und Senior Dirk Buchmüller haben beide grüne Daumen. Leidenschaftlich gern arbeiten sie im Garten. Weil Buchmüller das mit seinen 68 Jahren allein nicht mehr schafft, wird er von dem 16-Jährigen unterstützt. Der Schüler verdient ein paar Euro dazu, und der Senior erhält Unterstützung im Alltag. Zusammengefunden haben sie über die Solinger Taschengeldbörse (Tabs) - ein Projekt, dass nach dem Willen der Landesregierung in ganz NRW Schule machen könnte.

2009 ins Leben gerufen, sorgt die Tabs für generationenübergreifenden Austausch. Jugendliche können ihr Taschengeld aufbessern, indem sie Senioren helfen. Senioren bekommen Unterstützung und ein wenig Unterhaltung.

Bis jetzt sind 600 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren und etwa 400 Senioren bei der Taschengeldbörse angemeldet. Die jungen Leute machen den Frühjahrsputz, räumen Schnee, mähen Rasen, kaufen ein oder helfen im Haushalt.

Nach dem erfolgreichen Start des Modellprojekts in Solingen sollen nun auch andere Städte und Gemeinden eine Taschengeldbörse bekommen. Die Landesregierung leistet finanzielle Starthilfe - bis zu 15 000 Euro pro Stadt. Mit dem Geld kann zum Beispiel das Personal einer Koordinierungsstelle bezahlt oder ein Internetauftritt aufgebaut werden. „Der Gewinn des Projekts liegt nicht nur in der konkreten wechselseitigen Unterstützung. Gefördert wird auch der Zusammenhalt, Austausch und das wechselseitige Verständnis zwischen den Generationen“, sagt Ministerin Barbara Steffens (Grüne).