Internationale Razzia gegen Bau-Mafia

Witten..  Mit einer internationalen Razzia sind Ermittler gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. In Nordhein-Westfalen durchsuchten über 450 Polizisten, Steuerfahnder und Zöllner am Dienstagmorgen 95 Privatwohnungen und Geschäftsräume von Baufirmen, unter anderem in Witten sowie in Bochum, Dortmund und Essen.

In Italien und den Niederlanden startete die Razzia zeitgleich. Sie richtete sich gegen ein Geflecht von 15 Scheinfirmen, hinter dem die Ermittler eine Mafiagruppe vermuten. Sie soll Arbeiter illegal beschäftigt und Staat und Sozialversicherer um einen zweistelligen Millionenbetrag betrogen haben. Auch etablierte Baufirmen sollen verwickelt sein. Sie sollen Scheinrechnungen gekauft haben, um in ihren Bilanzen nicht entstandene Kosten vorzutäuschen und so unter anderem Sozialabgaben zu sparen.

Insgesamt wurden neun Verdächtige festgenommen, darunter fünf italienische und rumänische Tatverdächtige, die mit internationalen Haftbefehlen gesucht wurden. Ein 56-jähriger Italiener in Köln soll eine zentrale Figur sein. Die Ermittler fanden auch mehrere zehntausend Euro Bargeld, Gewehre und eine geringe Menge Rauschgift. Schon im Januar 2013 hatte es einen bundesweiten Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Baugewerbe – auch in Witten – gegeben.