Hereinspaziert!

Westfalen..  Im Mai und Juni gilt für Gärtner: Urlaubssperre! Denn wer leidenschaftlich gerne gräbt und gestaltet, plant, pflanzt und zupft, Raritäten und Rosen liebt, der freut sich jetzt auf Blütenträume als Belohnung. Wer keinen eigenen Garten pflegt, darf nicht nur über den Zaun gucken, sondern herein spazieren ins grüne Zimmer. So viele „Offene Gärten“ wie nie locken in der Region, Gartenbesitzer laden ein zu entspannten Ausflügen mit bunter Vielfalt und (Fach-)Gesprächen im Grünen.

An diesem Wochenende geht’s los: Zum 8. Mal findet die Offene Gartenpforte im südlichen EN-Kreis statt (17. Mai/21. Juni/1. August). Neben Gärten aus Schwelm, Ennepetal und Gevelsberg haben sich auch Gärten aus Wuppertal , Wetter, Sprockhövel, Halver und Kierspe angeschlossen. Zu sehen sind so unterschiedlich gestaltete Gärten wie steile Hanggärten, naturnahe Gärten, Raritäten-, Landhaus- oder Siedlungsgärten.

Auch im Ruhrbogen, in der so genannten WAM-Region (Wickede, Arnsberg, Menden) sind die Pforten schon am Sonntag offen (außerdem 14. Juni/12.Juli/13. September). Mehr als 60 Gärtner machen mit.

Lustwandeln für den guten Zweck

Alte Hasen im Open Garden-Geschäft sind die Schwerter mit ihrem „Garten Eden“, die ihren Aktionsradius längst auf Dortmund und Iserlohn ausgeweitet haben (31. Mai und 14. Juni) und zugunsten der Hospiz-Initiative Kaffee und Kuchen spendieren. Mehr als 80 Gärten hat Initiatorin Gabi Bernhardt auf ihrer Liste, alle machen regelmäßig immer wieder mit. Weil es nicht nur um Genuss, sondern auch um eine gute Sache geht. Ob Rosen-Paradiese und romantische Rückzugsräume, ob Küchen-, Bauern-, Stauden- oder Familiengärten, Öko-Dschungel, Kinderspielparadiese oder Park ähnliche Anwesen: Mögen die grünen Zimmer so unterschiedlich sein wie ihre Besitzer, eines gilt fast überall: Wer im Privaten lustwandelt, sollte auch das Portemonnaie öffnen.

Die Idee der „Offenen Gärten“ stammt – wie kann es anders sein – aus Großbritannien, dem Mutterland der Menschen mit grünem Daumen. 1927 öffneten zum ersten Mal in Großbritannien Privatleute ihre Gärten, zum Andenken an Königin Alexandra. Die Eintrittsgelder flossen damals in einen Hilfsfonds für die Krankenpflege.

Vor knapp 25 Jahren landete die Idee in Niedersachsen und wanderte westwärts. Längst ist auch Westfalen infiziert.

Neben den sehenswerten Privatgärten punktet Westfalen außerdem mit rund 130 kulturell herausragenden Gärten und Parks, die ganzjährig für Besucher geöffnet sind. Weil der Landschaftsverband Westfalen-Lippe auf Gartenkultur als einen wichtigen Teil der Identität der Region setzt, ruft er jedes Jahr den Tag der Gärten und Parks aus – diesmal am 13. und 14. Juni.

Überhaupt der Juni, der Rosenmonat: Rosenfreunde und solche, bei denen selbst keine Königin der Blumen wurzelt, sind im Juni auf Achse und spüren die Schönheiten in der Region auf. Ein Muss ist Dortmund. Im Westfalenpark bewundern Besucher jedes Jahr die mit 2800 Sorten drittgrößte Rosensammlung der Welt. 2015 feiern die Freunde des Deutschen Rosariums ihr 40-Jähriges. Deshalb ist das Motto beim Rosenfest am 21. Juni durchaus wörtlich zu nehmen: „Für Sie soll’s rote Rosen regnen.“