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Steuererklärung

Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012

06.01.2013 | 16:38 Uhr
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
Online mag die Steuererklärung vielleicht schneller gehen - aber viele Steuerzahler legen noch immer Wert darauf, ihre Erklärung in Papierform abzugeben. Das dürfen sie auch in Zukunft - obwohl die Formulierung in den Anschreiben der Finanzverwaltung etwas missverständlich ist.Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

Dortmund/Hohenlimburg.   Verwirrung und Verärgerung löst eine Formulierung in den Anschreiben aus, die die Finanzverwaltung mit den Vordrucken der Steuererklärung für 2012 verschickt hat. Demnach „sollen/müssen“ die Steuerpflichtigen künftig ihre Erklärung in elektronischer Form abgeben.

Ratlosigkeit herrschte bei dem Pensionär aus Hohenlimburg, als er jetzt das Formblatt zu seiner Steuererklärung für das Jahr 2012 durchlas. „Der Versand von Vordrucken durch die Finanzverwaltung NRW findet in diesem Jahr zum letzten Mal statt“, hieß es dort. Und weiter: „Künftig sollen/müssen Sie Steuererklärungen in elektronischer Form einreichen.“

Auch sein 53-jähriger Sohn, den er zu Rate zog, zeigte sich verunsichert: „Wir habe lange darüber gesessen und überlegt, ob das wirklich eine Muss-Bestimmung ist“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter.

Hintergrund
Das sagt das Finanzministerium NRW

„Die Formulierung ‘sollen/müssen’ im Vorwort des Anschreibens zu den Vordrucken ist gewählt worden, um der Tatsache gerecht zu werden, dass einige Steuerpflichtige wie etwa Freiberufler zukünftig per ELSTER in elektronischer Form ihre Steuererklärung abgeben müssen. Dies betrifft auch Rentner mit zusätzlichen Gewinneinkünften“, teilte Sprecher Peter Langer aus dem NRW-Finanzministerium auf Anfrage der WR mit.

Er bestätigte jedoch: „Arbeitnehmer sowie Rentner mit einer normalen Betriebsrente sind von dieser elektronischen Abgabepflicht nicht betroffen.“

Die genaue Erläuterung, wer die Steuererklärung elektronisch abgeben muss bzw. wem dies freigestellt ist, finde sich auf der ersten Seite der Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2012, die mit den Vordrucken versendet wurde. Langer: „Daher wurde auch darauf verzichtet, dies im Vorwort erneut bis ins kleinste Detail aufzuschlüsseln.“

Wer keinen Computer besitzt oder eine Steuererklärung in elektronischer Form meiden will, kann Steuererklärungsvordrucke in Papierform nach wie vor in Finanzämtern sowie in den Amtsgebäuden von Städten und Gemeinden erhalten.

Formulare gibt es unter www.formulare-bfinv.de

Bund der Steuerzahler: "Absolut verwirrend"

Heinz Wirz, Landesvorsitzender vom Bund der Steuerzahler NRW, kann den Eindruck nur bestätigen. „Das ist absolut verwirrend“, betont er. „In der Tat kann die Formulierung so verstanden werden, als dass von jedem kleinen Steuerzahler generell erwartet wird, dass er die Erklärung künftig in elektronischer Form abgibt. Dabei gilt das gar nicht für Rentner oder ganz normale Arbeitnehmer, sondern hauptsächlich für Selbstständige und Gewerbetreibende.“

Beim Bundesverband der Steuerzahler in Berlin stößt die Formulierung in dem Schreiben ebenfalls auf Kritik: „Es wäre wünschenswert, wenn eine Finanzverwaltung genauer darüber informiert, wer tatsächlich eine elektronische Steuererklärung abgeben muss und wer nicht“, sagt Dr. Isabel Klocke, Justiziarin und Referentin für Steuerrecht und Steuerpolitik. „Weil es hier um eine Form von Freiwilligkeit gehe, hätte man statt ‘sollen’ eher ‘dürfen’ schreiben müssen.“ Außerdem fehle ein Hinweis auf Härtefälle oder Ausnahmen. Klocke: „So etwas ärgert uns immer wieder.“

Auch der WR-Leser aus Hohenlimburg ist sauer: „Das ist ein dicker Hund“, kommentierte er die Informationen. „Ich finde, dass man mit solchen Vokabeln sorgfältiger umgehen sollte. Oder setzt man die gar bewusst ein, um die Bürger, gerade die älteren, zu verunsichern? Was ist mit denen, die keinen Internet-Zugang haben? Verzichten die vielleicht künftig auf eine Steuererklärung – und damit auch auf mögliche Erstattungen? Sein Urteil steht jedenfalls fest: „Wenn das der Hintergedanke dieser Formulierung wäre, wäre es böse. Wenn es aus Versehen erfolgt ist, müsste man es künftig umformulieren.“

Einen „systematischen Plan“ möchte der Bund der Steuerzahler NRW der Finanzverwaltung nicht unterstellen. „Das halte ich für gewagt“, sagt Heinz Wirz. „Aber es passt ins Bild, das wir haben: Dass sich nämlich das Steuerklima zwischen der Finanzverwaltung und dem Steuerzahler in den letzten Jahren eingetrübt hat und schlechter geworden ist.“

Nachricht vom 27.9.2012
Elektronische Lohnsteuerkarte bereitet noch viele Probleme

Die Schwierigkeiten bei der Einführung der Elektronischen Lohnsteuerkarte reißen nicht ab: In einem Pilotprojekt haben die Finanzämter die Datenbank getestet - und viele falsche Angaben aufgedeckt. Vor allem die gespeicherten Freibeträge stimmten häufig nicht mit den korrekten Daten überein.

Verband schrieb an Ministerium

Hans-Ulrich Liebern, Abteilungsleiter Steuern beim Bund der Steuerzahler NRW, sieht „System“ hinter der ungenauen Formulierung: „Dahinter steckt die Haltung: Stört uns nicht im Finanzamt, schickt uns alles online.“ Nachdem sich bei ihm die Anfragen und Beschwerden – vor allem älterer Arbeitnehmer und Rentner – bereits gehäuft haben, hat er das Ministerium angeschrieben und eine „bürgerfreundliche Regelung“ angeregt : Etwa, künftig zumindest den Rentnern die Papier-Vordrucke noch per Post zuzuschicken. Eine Antwort habe er bislang nicht erhalten.

Der Rat von Heinz Wirz an die Steuerzahler: „Nicht ins Bockshorn jagen lassen! Machen Sie Ihre Steuererklärung, wenn sie möchten, weiter auf Papier.“

Katja Sponholz



Kommentare
09.01.2013
11:21
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von tom009 | #8

rally88**5-1
das kind hat einen namen.

es ist die steuersoftware der akademischem akademie aus mannheim.
es ist eine software die auch für den geschäftsmann/frau geeignet ist.
bei der installation kann man angeben was alles installiert werden soll.
endweder alles(also wenn z.b. steuervorabzüge oder gewinnermittlungen erforderlich werden
oder das für den normalen steuerpflichtigen rentner bzw arbeitnehmer.

und nein rentner sind nicht inklusive.

und fogfog
sie können ihren pc absetzen.
allerdings nur wenn sie selbstständiger bzw nachweisen können das sie heimarbeiter sind.

nur das ist ja schon seit jahren bekannt.

buntspecht2
lachhaft.
dann müssten sie aber buchführen wann und wo und was für seiten sie besuchen.

und das wollen sie doch garantiert nicht oder??????

2 Antworten
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von rally88 | #8-1

Nochmals danke, m.f.G.

Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von rally88 | #8-2

Kann der Name auch Akademische "Arbeitgemeinschaft" in Mannheim sein?
Ok, ist ja gut!

07.01.2013
23:50
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von fogfog | #7

kann dann jeder seinen pc von den steuern absetzen???
@trickflyer
es können auch mehrere knüppel werden^^

07.01.2013
15:38
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von buntspecht2 | #6

Wäre doch klasse wenn jedem Steuerzahler ein Internetzugang nebst PC gestellt würden.

07.01.2013
14:45
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von tom009 | #5

wowwwwwwwwww

ich mache schon seit jahren meine steuererklärung per pc.
bin normaler arbeitnehmer.
ich verwende allerdings eine steuersoftware.
und da werde ich schritt für schritt und mit allen aktuellen steuergesetzen durch das programm geführt.
und es wird mir sogar sofort berechnet und angezeigt was ich rausbekomme.
und das stimmte bisher immer bis auf wenige cent.
und diese software setze ich sogar noch als sonderausgabe ab und bekomme diese erstattet.
und ich speichere meine daten auf dem pc sodas ich nur immer die neusten angaben machen muss.

leichter und schneller geht es einfach nicht.
und ich habe meistens so nach ca 14 tagen schon die erstattung auf meinem konto.
beim letzten mal hat es sogar nur 5 tage gedauert.
und das beste ist das programm weist mich sogar darauf hin was ich alles absetzen kann.
das wusste ich bis dato alles nicht.
das ist mir den preis von 27 euro allemal wert.
und das programm akualisiert sich automatisch so das es immer aktuell ist.

1 Antwort
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von rally88 | #5-1

1. Hat das Kind auch einen Namen?
2. Sind Rentner eingeschlossen im Programm?

Danke.

07.01.2013
14:30
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Name von Moderation entfernt | #4

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07.01.2013
14:02
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von trickflyer | #3

beamte können nur eins:knüppel zwischen die beine werfen.

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.01.2013
10:16
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von Okling | #2

Wenn die Finanzverwaltung eine elektronische Steuererklärung als Muss verlangt, muss sie den Bürgern eben auch entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Also wird das so nicht klappen, demnach ist das einfeutig eine "Kann" - Bestimmung.

Zudem können die sich ihre Software zur Erstellung der elektronischen erklärung wo hin stecken. Mehrmals habe ich versucht, die Papiererklärung mit ELSTER zu machen. Jedes mal bin ich kläglich an irgendwelchen hartnäckig verlangten Eintragungen gescheitert.

Das Problem mit der elektronischen Steuererklärung ist, dass die Programme nicht mit sich reden lassen. Wenn die Programmroutine meint, es geht ohne die verpflichtend einzutragende Angabe xy nicht weiter, dann ist Sense mit der Erklärung.

Besonders toll ist das, wenn sich zwei verschiedene Punkte im Programm gegenseitig ausschließen.

Damit kommt ein hoher Prozentsatz der Bürger nicht klar. Demnach würde das Steuerchaos ausbrechen, wenn eine elektronische Erklärung verpflichtend wäre.

2 Antworten
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von Optio | #2-1

Der Staat beschließt und alle müssen, so ist es richtig. Jeder kleine Geschäftsmann muß eine elektronische Steuererklärung abgeben, Dazu benötigt er natürlich einen PC.

Jetzt kommt das Dollste. Der Staat beschließt weil man mit einem PC auch Fernseh- oder Rundfunkprogramme empfangen kann muß dieser Geschäftsmann für diesen PC GEZ_Gebühren abführen.

Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von akaz | #2-2

Besonders scharf sind die Einträge, die man nicht machen kann. Da einfach nichts eintragen wird sofort mit einer bösen Anmerkung in Rot geahndet. Bis ich dahinter kam, dass exakt 0,00 eingetragen werden muss. einfach nur 0 schreiben ist ja auch nicht korrekt.
p.s. das liegt allerdings schon 10 Jahre zurück, wird aber in der einen oder anderen Form immer noch Bestand haben.
Zur Formulierung noch soviel: Die ist gewollt, so ist die Behörde immer auf der sicheren Seite. Irgendwann ist das "soll" vergessen, und "müssen" Pflicht; es steht ja da.

07.01.2013
08:03
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von Meinemal | #1

Nichts gegen die online-Steuererklärung. Es stellt sich nur die Frage, wann der Steuerpflichtige seine Steuererklärung selbst bearbeiten darf und wozu überhaupt dann noch Finanzbeamte gebraucht werden? Und wenn alles schneller abläuft, werden dann auch die zu viel bezahlten Steuerbeiträge schneller zurückbezahlt? Irgendwie wird hier wieder ein neuer Popanz aufgebaut, damit der Bürger noch mehr staatlich veralbert wird!

1 Antwort
Formulierung sorgt für Verwirrung bei Steuererklärung 2012
von kikimurks | #1-1

Auch bisher mussten Sie eine Steuererklärung erstellen und haben damit nicht den Finanzbeamten arbeitslos gemacht. Die Abgabe der Steuererklärung in elektronischer Form macht nur die Eingabe der Daten durch die Finanzverwaltung überflüssig und beschleunigt so das Verfahren. Damit kommen Sie schneller zu ihrem Geld und der Finanzbeamte prüft nicht mehr die Papiererklärung sondern die Daten im System.

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