Flughafen Dortmund: Neuer Anlauf für Startbahnverlängerung

Luftbild vom Flughafen Dortmund, anfliegend aus Norden.
Luftbild vom Flughafen Dortmund, anfliegend aus Norden.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der Flughafen Dortmund muss wachsen, deshalb muss die Startbahn verlängert werden. So argumentieren die Betreiber. Kritiker sollen überzeugt werden.

Dortmund.. Der Flughafen Dortmund nimmt einen neuen Anlauf in Sachen Startbahnverlängerung: Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat jetzt beschlossen, neue Gutachten in Auftrag zu geben, auf deren Grundlage eine Entscheidung fallen soll.

„Wir wollen die Meinungsbildung neu anstoßen und wir wollen die Kritiker eines Ausbaus überzeugen“, erklärte Udo Mager, Geschäftsführer der Flughafen-Gesellschaft, am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion. Zur Erinnerung: Im Jahr 2010 hatte der Rat der Stadt Dortmund keinen Entscheidungsbedarf gesehen; ein Ausbau wurde somit vertagt.

Ob es bei einer Verlängerung um 300 Meter bleibt, ließ Mager offen. „Das lässt sich derzeit noch nicht auf 50 Meter genau sagen“, argumentierte der Flughafenchef, gab aber eine Eingrenzung vor: wenn eine Verlängerung der Start- und Landebahn, dann „nur auf dem eigenen Gelände. Es sind keine Grundstückszukäufe vorgesehen“. Aktuell ist die Start- und Landebahn am „Airport Ruhrgebiet“ im Dortmunder Osten, an der Stadtgrenze zu Holzwickede (Kreis Unna), 2000 Meter lang.

Triebwerke sind leiser geworden

Mit den neuen Gutachten will der Flughafenchef „auch die Kritiker des Projekts überzeugen“. Magers Argument: In der Triebwerkstechnologie habe sich viel getan – mit Auswirkungen auf die Lärmemissionen. Es gebe inzwischen leisere Triebwerke; damit ausgestattete Maschinen bräuchten aber eine längeren Anlauf, um abzuheben. Eine Startbahnverlängerung „muss und soll nicht zu Verschlechterungen“ der Wohnqualität der Anwohner in den Einflugschneisen führen.

Eine Startbahnverlängerung ist ein Teilaspekt des Programms „Unternehmensentwicklung 2020“, das die Geschäftsführung dem Aufsichtsrat jetzt vorgelegt hat. Insgesamt zielt die Arbeit darauf, die Auflagen der Europäischen Kommission zu erfüllen: Demnach muss das Betriebsergebnis von Regionalflughäfen in zehn Jahren ausgeglichen sein. „Wir können die schwarze Null beim Betriebsergebnis erreichen“, legte sich Mager einmal mehr fest. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2014 lag das Minus im laufenden Geschäft bei 2,2 Millionen Euro (wir berichteten). „Das ist ein besseres Ergebnis, als geplant“, ordnete Udo Mager den Verlust ein.

Keine Änderung der Betriebszeiten

Um die Einnahmen des Flughafen zu erhöhen, geht es im Konzept auch um Themen außerhalb des Luftverkehrs. So sei auch an die „Entwicklung von Gewerbeflächen“ zur Vermietung oder Verpachtung gedacht. Immerhin: Der Ruhrgebietsflughafen liegt verkehrsgünstig in unmittelbarer Nähe der A 44/B 1.

EU-Auflagen erfüllen

Bei den Fluggastzahlen sieht Mager noch Luft nach oben, um im Bild zu bleiben. Der Flughafen müsse „seine Kapazitäten für entsprechende Passagierzahlen nutzen“, formulierte der Geschäftsführer. Der Flughafen kann nach eigenen Angaben mit seiner Terminal-Kapazität rund 3,5 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen; bislang lagen die Passagierzahlen bei knapp unter der zwei Millionen-Marke. Eine Konzentration, um ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erreichen, schließt Mager aus: „Schrumpfen ist keine Perspektive.“

Zur „Unternehmensentwicklung 2020“ gehört ein ganzes Gutachtenpaket, das jetzt geschnürt werden soll. „Einige Daten und Zahlen können wir als Flughafengesellschaft selbst bereit stellen, andere müssen von externen Fachunternehmen ermittelt werden“, beschreibt Mager. Das neue Zahlenmaterial solle dann im nächsten Jahr „die Basis für die Meinungsbildung“ legen – soll heißen: Entscheidungsgrundlage sein.

Die Zahlen aus dem Jahr 2010 seien veraltet, sagt Mager – und kann sich einen Seitenhieb auf die Landesregierung nicht verkneifen: „Wir wollen nicht, wie das Land NRW beim Landesentwicklungsplan, auf alte Zahlen zurückgreifen.“ NRW hat dem Dortmunder Regionalflughafen bislang die Einstufung als „landesbedeutsam“ verweigert.