„Ein menschenverachtendes Geschäftsmodell“

Ex-Fußball-Bundesligastar Timo Konietzka. Seine Entscheidung, sich am Montag mit Hilfe der Organisation „Exit“ das Leben zu nehmen, löste neue Diskussionen zum Thema Sterbehilfe aus. Foto: imago
Ex-Fußball-Bundesligastar Timo Konietzka. Seine Entscheidung, sich am Montag mit Hilfe der Organisation „Exit“ das Leben zu nehmen, löste neue Diskussionen zum Thema Sterbehilfe aus. Foto: imago
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Was wir bereits wissen
Der Freitod von Fußballer Timo Konietzka hat wieder Diskussionen um aktive Sterbehilfe ausgelöst.

Dortmund.. Seine Todesanzeige mit der Anrede „Liebe Freunde!“ hatte Timo Konietzka noch selbst verfasst – und sich darin „ganz herzlich“ bei Exit bedankt, „die mich am Montagnachmittag von meinen Qualen erlöst und auf dem schweren Weg begleitet haben“. Doch diese Nachricht löste nicht nur Trauer und Mitgefühl aus. Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, reagierte mit deutlicher Kritik. WR-Redakteurin Katja Sponholz sprach mit ihm.

Related content Haben Sie Verständnis für die begleitete Selbsttötung von Timo Konietzka?

Brysch: „Der Suizid ist eine individuelle Entscheidung jedes Einzelnen. Darüber zu urteilen steht mir nicht zu.“

Was stört Sie an der Arbeit einer Organisation wie „Exit“?

„Sterbehilfeorganisationen bieten einen scheinbar „leichten Ausweg“ aus schwierigen Situationen. Damit besteht die Gefahr, andere Türen zu schließen, und die Selbstbestimmung auf dem Altar der „schnellen Lösung“ zu opfern. Als Patientenschutzorganisation verurteilen wir es auch, dass die Sterbehilfeorganisationen sich die Selbsttötung Prominenter zunutze machen, um für ihr menschenverachtendes Geschäftsmodell zu werben.“

Was verstehen Sie unter menschenwürdiger Sterbebegleitung?

„Eine menschenwürdige Sterbebegleitung bedeutet, dass die schwerstkranken und sterbenden Menschen ihren Bedürfnissen entsprechend medizinisch, pflegerisch und psychosozial versorgt werden. Den Menschen muss die Angst vor Abhängigkeit und schlechter Pflege genommen werden. Daher ist es die Pflicht der Bundesregierung eine gute palliative Betreuung sicherzustellen, die alle Betroffenen erreicht.“