Edler Häuptling, handfeste Keilereien

Lennestadt..  Minutenlang jubelt das Publikum den fast 60 Akteuren auf der Bühne zu. Kurz zuvor war bei der Premiere der Karl-May-Festspiele im sauerländischen Elspe ein nachgebauter Raddampfer mit gewaltigen Feuerbällen mehrerer Explosionen auf der Bühne versunken. 3500 Zuschauer sahen eine kurzweilige Inszenierung des Karl-May-Stücks „Der Schatz im Silbersee“ um den edlen Apachen-Häuptling Winnetou und seinen Blutsbruder Old Shatterhand.

„Ist ja wieder gut ausgegangen“, sagt ein Stammgast und lacht. Der immer wiederkehrende Kampf des Guten gegen das Böse wird in einer aufwendigen Inszenierung gezeigt – mit 40 Pferden, handfesten Keilereien, Stunts und dem Geier „Cochise“.

Die zweistündige Aufführung bietet neben Action und Explosionen auch Dramatik, Slapstick und eine Liebesgeschichte. Viel Applaus gab es für die Hauptdarsteller Jean-Marc Birkholz als Winnetou und Kai Noll als Old Shatterhand.

Wie in den Vorjahren setzt Regisseur Jochen Bludau auf eine Mischung aus Action, pyrotechnischen Effekten und Schauspiel. Da wird eine Postkutsche gesprengt – nachdem sich unter den Lachern des Publikums fast ein Dutzend Fahrgäste aus der Kabine gequetscht haben.

Saisonfinale ist am 6. September

Kurz darauf werden Siedler und Indianer von den Gangstern erschossen, die auf der Jagd nach dem Schatz im Silbersee sind. Der sei von den Vorfahren der Indianer dort versteckt worden, weil er ihnen kein Glück brachte, erzählt ein junger Indianer. Und wer sich am Erbe seiner Vorfahren vergreifen wolle, habe nichts anderes verdient, als von den Fluten des Silbersees verschlungen zu werden.

Mit Hilfe Winnetous kommt es natürlich genau so und am Ende werden feindliche Indianer und Weiße miteinander versöhnt. Und nach dem eindrucksvollen Showdown fragt Old Shatterhand: „Reiten wir?“ Und das tun sie in Elspe bis zum 6. September noch 52 Mal.