E-Zigarette droht als Hightech-Droge die Apothekenpflicht
15.12.2011 | 18:47 Uhr 2011-12-15T18:47:00+0100
Dortmund. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat ein erstes Fabrikat des elektronischen Glimmstängels als zulassungspflichtiges Arzneinmittel eingestuft. Der Hightech-Droge droht nun apothekenpflichtig zu werden. 1,2 Millionen Deutsche rauchen bereits digital.
Sie rauchen nicht, sie dampfen – und dachten, mit der E-Zigarette den Nichtraucherschutz ebenso umschifft zu haben, wie die hohen Kosten und die Gesundheitsrisiken. Doch nun droht Unheil für die stetig wachsende Szene der Elektroraucher: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat nun ein Nikotin verdampfendes Fabrikat als zulassungspflichtiges Arzneimittel eingestuft und somit den ersten Schritt zu einem Grundsatzurteil getan. Mehr noch: Parallel wird geprüft, ob die E-Zigarette bald – wie das Nikotinplaster – apothekenpflichtig wird. Damit wäre die Hightech-Droge nicht mehr im freien Verkauf erhältlich. In diesem Fall müsste jede E-Zigarette im Vorhinein auf ihre Inhaltsstoffe geprüft werden.
Harte Kritik an E-Zigarette
Tatsächlich üben Gesundheitsexperten seit Beginn des Ansturms auf den digitalen Glimmstängel harte Kritik. Selbst die EU-Kommission hat sich eingeschaltet – und will eine Lösung herbeiführen. „E-Zigaretten gehören in den verschlossenen Apothekenschrank und nicht auf den frei zugänglichen Wohnzimmertisch“, sagt Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Als Begründung führt sie an, dass Hersteller nur vage bis gar nicht über die jeweiligen Inhaltsstoffe Auskunft geben. „Die Intransparenz missachtet grundlegend die Grundsätze des Verbraucherschutzes“, betont Pötschke-Langer.
Damit aber nicht genug: Die oberste amerikanische Regulierungsbehörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) hat zwei Modelle mit unterschiedlichen Kartuschen der zwei größten Hersteller analysiert. In jeder zweiten fanden die Kontrolleure Nitrosamine, eine Substanz, die krebserregend ist. Aus einer anderen, aktuellen Studie kalifornischer Wissenschaftler geht hervor, dass Kinder, die eine Katusche in die Hände bekommen, sich mit dem Inhalt vergiften könnten. Ihr Urteil: E-Zigaretten verbieten, bis einheitliche Sicherheitsstandards eingeführt wurden. Das würde auch Martina Pötschke-Langer sofort unterschreiben, schließlich besteht der Dampf der E-Zigarette zu 90 Prozent aus Propylenglykol, einem Frostschutzmittel: „Wir wissen bisher einfach zu wenig. Es ist noch nicht untersucht worden, wie die einzelnen Substanzen in der chemischen Zusammensetzung wirken.“
1,2 Millionen Deutschen sind bereits auf die E-Zigarette umgestiegen
Das beunruhigt jedoch nicht alle. 1,2 Millionen Deutsche rauchen bereits digital. Das behaupten zumindest die Hersteller. Fast jeder zweite Raucher habe zudem über einen Wechsel nachgedacht, so das Ergebnis einer Studie. In Auftrag gegeben von – man ahnt es – den Herstellern. „Dieser Boom ist das Produkt einer geschickten Marketingstrategie“, sagt Pötschke-Langer und hebt dann erzürnt die Stimme: „Die Entwicklung hat uns alle überrascht und überrannt.“ Nun fehle es an Kontrollen und nötiger Aufklärung.
„Im Vergleich zur Zigarette mag es ja sein, dass die E-Zigarette gesünder ist, aber das wäre, als würden sie alles mit dem Teufel vergleichen.“ Verlässliche Zahlen gebe es nicht, nur so viel: Die Suchhäufigkeit des Begriffs „electronic cigarette“ hat in den vergangenen zwei Jahren um 5000 Prozent zugenommen. Das geht aus einer Studie der Harvard Medical School hervor.
Unabhängig von dem Ergebnis des BfArM prüft das NRW-Gesundheitsministerium derzeit, welche Maßnahmen aufgrund einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch die E-Zigarette das Land NRW selbst ergreifen kann – schon heute will es sich dazu äußern. Derzeit falle die E-Zigarette unter das geltende Nichtraucherschutzgesetz. Denn auch bei der Nutzung in Räumen, in denen ein gesetzliches Verbot besteht, kann eine Gesundheitsgefahr für Dritte nicht ausgeschlossen werden.
22:34
Interessant die Aussage von Frau Dr. Martina Pötschke-Langer.
Als Begründung führt sie an, dass Hersteller nur vage bis gar nicht über die jeweiligen Inhaltsstoffe der Liquids der E-Zigarette Auskunft geben. „Die Intransparenz missachtet grundlegend die Grundsätze des Verbraucherschutzes“
Obwohl wir aber alle wissen, dass konventionelles Rauchen nachweisliches massiv schädlich ist und eine Vielzahl an mehreren 1000 Schadstoffen in einer normalen Zigarette sind, werden diese Glimmstengel aber nachwievor nicht als apothekenpflichtig eingestuft und fallen auch nicht unter das Arzneimittelgesetz.
Sehr seltsam allerdings....
Welche Transparenz, sehr geehrte Frau Dr. Martina Pötschke-Langer, haben wir denn dann bei konventionellen Zigaretten, wo bleibt denn da der vermeintliche Verbraucherschutz und wo bitte bleibt die Apothekenpflicht und der Beipackzettel?
Oder fallen normale Zigaretten nicht mehr unter das Arzneimittelgesetz, wenn Sie bis zu 4000 verschiedene giftige Substanzen enthalten?
Natürlich nicht, wieso auch. Weil man damit pro Tag mehr als 4 Mio EUR an Steuergeldern eintreiben kann, auf Kosten der Gesundheit der Bürger. da bedarf es keiner Arzneimittelpflicht, dann geht dass selbstverständlich auch so. Und wenn stören da schon die geringen Nebenwirkungen einer Zigarette.
Zusammensetzung einer Zigarette:
Wirkstoff: Nikotin
Eine Zigarette dieser Marke enthält 0.9 mg Nikotin und 12 mg Kondensat (Teer).
Sonstige Inhaltsstoffe vor oder nach dem Anzünden:
Acetaldehyd, Akrolein, 4-Aminobiphenyl, Ammoniak, Anilin, Arsenverbindungen, Benzanthrazen, Benzol, Benzofluranthren, Benzphenanthren, Benzpyren, Blausäure, Blei, Cadmium, Cadmium- chlorid, weitere Cadmiumverbindungen, Chrom, Chrysen, Crotonaldehyd, Cyanide, Dibenzacridin etc. (Liste ist nicht vollständig - insgesamt sind bis zu 4000 chemische Verbindungen enthalten)
Frei verkäuflich schon seit Jahren in der Drogerie, im Supermarkt, an der Tankstelle, am Kiosk, am Automaten....
Apothekenpflichtige Zigaretten in der Apotheke gibt es bis heute aber dennoch nicht.
Wie paradox ist das denn??
18:43
Ganz offensichtlich scheint der Autor (Dennis Betzholz) dieses Artikels noch nicht das ziemlich hilflose Gestammel dieser besagten Dr. Martina Pötschke-Langer bei einem Radiointerview vernommen.
Da rudert besagte Dame nämlich ziemlich hilflos zurück mit ihren Äusserungen.
zu hören unter http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1658241/
Auch sind die angeführten Studien schlicht erlogen, denn die hier erwähnten minimalen Mengen an Nitrosamine findet man in gleicher Höhe z. B. auch im Bier oder in Pögelfleisch.........beides unterlieg weder der Tabaksteuer noch der Apothekenpflicht.
Vielmehr wird hier doch ganz offensichtlich der Tabaklobby zugespielt und Stimmung gegen etwas gemacht über das man sich entweder gar nicht informiert hat oder von dem man nicht profitieren kann (noch nicht).
19:37
Zur Zeit läuft eine Petition gegen ein Verbot der E-Zigarette.
Beteiligt Euch bitte. Man muß dieser Polit-Mischpoke mal richtig Dampf unterm A... machen.
http://openpetition.de/petition/online/e-zigaretten-duerfen-nicht-verboten-werden
11:38
Die Vorgehensweise von Fr. Dr. MPL ist schon seit 2005 bekannt. Nachzulesen hier: http://www.zeit.de/online/2005/51/passivrauchen/komplettansicht
Vielleicht geht dem ein oder anderen beim Lesen ein Licht auf.
02:01
Ich verfolge schon seit längerem die Presse und das Vorgehen der "Grünen" Gesundheitsministerin Steffens. Es passiert ja nicht zum erstenmal, dass man meint den Intellekt der Bevölkerung zu beleidigen. Aber das dies so öffensichtlich geschieht, ist schon herausragend.
Für was die Farbe "Grün" im politischem Sinne nun stehen wird, kann sich die "Gesundheitsministerin" Steffens ja selber ausdenken, insbesondere eingedenk jener, die wieder zu herkömmlichen Zigarette greifen werden.
Ich bin wütend. ob solcher absurden Verbote und Vorgehen wider der menschlichen Vernunft
18:39
Ich bin mir als Raucher wohl bewusst das Rauchen schädlich ist und das es kein gesundes Rauchen gibt. Nikotin ist nun mal ein Nervengift und man kann es sich auch nicht schön reden. Nevertheless, die E-Zigarette find ich ja mal die fantastischste Lösung, das Potential hier draus tatsächlich ein halbwegs gesundes rauchen zu machen ist ja wohl enorm. Zugegeben ich möchte nicht auf mein Nikotin verzichten, aber wenn hier die Produktion/Inhaltstoffe kontrolliert wird, könnte man durchaus auch vielleicht bestimmte gesundheitlich fördernde ätherische Öle mit beifügen.
Vielleicht kann man auch eine Art Reinheitsgebot für Liquids einführen, aber warscheinlich hiesse dies für die Politiker sich mit der noch mächtigen Tabak Industrie anzulegen. Wenn von heute auf morgen millionen von Rauchern plötzlich keine Standard Giftstengel mehr rauchen wollten, wo kämen wir denn da hin?
Ich für meinen Teil konnte innerhalb von 2 Tagen den Konsum von normalen Zigaretten komplett einstellen, eigentlich hatte ich nur vor die e-zigarette in meiner Wohnung zu nutzen, um den Gestank des kalten Rauches rauszubekommen. Ein weiterere sehr positiver effekt, bei den derzeit bestehenden Preis von 6.50 für ein 10 ml Fläschchen spare ich jede menge Geld. Bisher habe ich 6 Euro pro Tag ausgegeben, nun komme ich mit 10ml, 4 Tage lang hin.
Ich für meinen Teil kann nur hoffen, das sich das Verbot nicht durchsetzt, denn ich will nur sehr ungerne auf meine Giftstengel wieder zurückgreifen. Wenn ich mich schon vorsetzlich vergifte dann lieber mit solchen E-zigaretten, wo die Inhaltstoffe der Liquids doch um einiges übersichtlicher zu sein scheinen als die normaler Glimmstengel
11:22
Ca 1.2 Millionen Benutzer der E-Zigarette, sind ca 5% aller Nikotinsüchtigen.
Ein Verbot der E-Zigarette zwingt diese Süchtigen wieder die schädlichen Tabakwaren zu Konsumieren.
Allein in Deutschland sterben jährlich 140.000 Menschen an den Folgen des Tabakmissbrauchs.
Das bedeutet dass ein Verbot der E-Zigarette jährlich 7000 (=5%) mehr Tabakopfer fordert, als ohne entsprechendes Verbot.
Wie kann eine Gesundheitsministerin soviel Elend billigen?
Frohe Weihnachten!
12:30
Zugegeben, die Argumente der anderen Schreiber sind nachvollziehbar, aber das klingt nach "Die da oben wollen doch nur unser bestes, nämlich unser Geld" Ich selbst hatte letztes Wochenende das "vergnügen" neben zwei "Damfern" zu sitzen und (vielleicht bin ich zu empfindlich) hatte danach mit starkem Kratzen im Hals zu kämpfen! Das passiert mir beim Zigarettenrauch nicht obwohl ich Nichtraucher bin!!!!
Eine evtl. mögliche Erklärung wäre das Zigaretten mit hustenreizunterdrückenden Substanzen versehen sind um sie "verträglicher" zu machen. In der E-Zigarette wird bewusst auf alle Zusatzstoffe verzichtet die nicht unbedingt erforderlich sind. Da alle Inhaltsstoffe einer E-Zigarette auch in einer Zigarette enthalten sind kann diese Wirkung auch nicht von der E-Zigarette ausgehen ohne nicht ebenso von einer Zigarette verursacht zu werden. Der Auslöser für die Beschwerden muss logischerweise ein Anderer sein.
10:15
Man muss es sich vorstellen: Die giftigen Zigaretten sind von Gesetzes wegen aus allen Verboten herausgenommen. Alles was im Rauch ist, ob Arsen, Blausäure, Teer, Kohlenwasserstoffe und dergleichen Stöffchen mehr, unterliegt in der Tat einem besonderen Schutz. Nebst dem Nikotin natürlich, weshalb Zigaretten nie Apothekenpflichtig werden müssen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Und wenn man sich jetzt noch verinnerlicht, dass bereits vor fast 7 Jahren ausgerechnet das Deutsche Krebsforschungszentrum ein Verbot von giftigen Zusatzstoffen in Zigaretten gefordert hat, dann kann man ob der Dampfer-Hetze nur den Kopf schütteln. Passiert ist nämlich nichts, man hat eher durch das Nichtrauchergesetz einfach einen Deckmantel geschaffen und sich damit meiner Meinung nach aus der Verantwortung gestohlen. Vorneweg: Auch als ehemals starker Raucher habe ich diesen Schritt begrüßt, weil es in Anbetracht der Inhaltsstoffe logisch erscheint. Ich mag auch keine verräucherten Räume, habe sie nie wirklich gemocht. Aber darum geht es eigentlich nicht. Abgesehen davon ist mir aufgefallen, dass auch sehr viele Nichtraucher kein Verständnis für das Dampfverbot aufbringen. Letztendlich werden sie dadurch erneut dem giftigen Nebenstromrauch derjenigen ausgeliefert, die dann wieder zu der ach so gepriesenen Zigarette greifen müssen.
Wer sich die Tricks der Tabakkonzerne übrigens mal anschauen mag, wie man Menschen zur Zigarettensucht bringt und sie danach sprichwörtlich bei der Stange hält, kann das hier http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2005/dkfz_pm_05_15.php tun. Alles ist offiziell bekannt und wird großzügig geduldet, ja regelrecht hingenommen.
Dieser Machtlosigkeit will man sich jetzt den Dampfern gegenüber scheinbar nicht mehr ausliefern und propagiert unter fadenscheinlichen Ausreden, Halbwahrheiten und an den Haaren herbeigezogenen Argumenten die Gefahr einer äußerst gefährlichen und höchst bedenklichen Variante, dem e-Dampfen.
„Wir brauchen kein neues Suchtmittel“, heißt es vollmundig in einem der Gründe. So ein Unfug habe ich schon lange nicht mehr gehört. Es geht allenfalls um eine Suchtverlagerung. Nikotin bleibt Nikotin, darum streitet sich niemand.
Und nochmals: Es geht nicht hauptsächlich darum, dass e-Dampfen zum Zwecke der Nikotinentwöhnung erfunden worden ist. Dafür gibt’s den guten Willen oder meinetwegen Nikotinpflaster. Es geht darum, dass nicht jeder so Willensstark ist einfach aufzuhören (sonst könnte man sämtliche Entzugs- resp. Entwöhnungskliniken einsparen), sondern bereit ist, sich und der Umwelt weniger Schaden zuzufügen und das sollte meiner Meinung nach auch in die Köpfe derjenigen passen, die von Natur aus etwas Engstirnig sind. Insbesondere auch Leuten, die an politisch wichtigen Positionen sitzen.
08:56
Die Politiker haben Angst dass die Tabaksteuern wegbrechen, ich wette das Liquid wird bald besteuert