Dortmunderin Ariane Hundt ist New Yorks Fitness-Queen

Brooklyn Bridge Boot Camp: Ariane Hundt bei der Arbeit.
Brooklyn Bridge Boot Camp: Ariane Hundt bei der Arbeit.
Foto: WR
Ariane Hundts Arbeitsplatz ist die Brooklyn Brigde. Ihr Beruf ist es, Amerikanern zu einem wohl geformten Körper zu verhelfen. Eine Erfolgsgeschichte, die zunächst keine sein wollte. Doch dann stürzte sie sich mutig ins Abenteuer Selbständigkeit.

Dortmund/New York.. Ein bisschen Drill kann nicht schaden. Mit ihrem Brooklyn Bridge Boot Camp hat die aus Dortmund stammende Ariane Hundt die New Yorker erobert. Ihr Konzept: eine Kombination aus Lauf- und Krafttraining, und zwar nicht in einem stickigen Workout-Raum, sondern auf der Brooklyn Bridge, einem Wahrzeichen New Yorks, die atemberaubende Skyline Manhattans immer im Blick.

Eine Erfolgsgeschichte, die beweist, dass das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kein angestaubter Mythos ist.

Bevor die heute 36-jährige Ariane Hundt ihren Siegeszug als New Yorks Fitness-Queen antrat, hatte sie sich etliche Jahre mehr schlecht als recht in New York durchgeschlagen. Ihr Psychologiestudium, das sie sich mit mehreren Jobs gleichzeitig finanziert hatte, schloss sie mit Erfolg ab.

Doch ohne Green Card – die begehrte Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für die USA – fand sie lange keine Anstellung in der Stadt ihrer Träume. Schließlich klappte es bei einer Pharma-Firma; Ariane verdiente nicht schlecht, doch war es gegen ihre Lebenseinstellung, gegen jede Beschwerde eine Pille einzuwerfen.

Erfolgsgeschichte begann dank TV-Reportage

Sie schwor vielmehr auf Bewegung und die richtige Ernährung. Sie ließ sich zur Fitnesstrainerin und Ernährungsberaterin ausbilden, kündigte bei ihrer Firma – und das Abenteuer Selbstständigkeit konnte beginnen. Dass sie während ihrer Ausbildung super fit wurde und ihre überschüssigen Pfunde spielend los bekam, gab ihr die Zuversicht, es in New York schaffen zu können. Ihr Konzept ist angelehnt an die Trimm-Dich-Pfade aus ihrer Kinder- und Jugendzeit in Deutschland.

Das Brooklyn Bridge Boot Camp fand ein ungeheures Echo. Zwar ließ sich zur ersten Stunde niemand blicken. Doch bald zeigten die Flyer-Aktionen Früchte. Und nach ersten Zeitungsberichten und einer Reportage im TV-Sender ABC liefen ihr die New Yorker scharenweise zu. „

Die Leute hier sind taff. Im Umgang mit anderen, aber auch mit sich selbst. Sie lieben es, sich zu schinden, und da sind sie bei mir gerade richtig“, lacht Ariane. Auch die typisch deutschen Tugenden – Pünktlichkeit und Disziplin – kommen vor allem im amerikanischen Business gut an.

175 Dollar pro Stunde für den Einzelunterricht

Doch ruht sie sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Sie muss sich ihren Platz ganz oben jeden Tag aufs Neue erarbeiten. Und dieser Tag beginnt mit Aufstehen um 5 Uhr früh, ihre erste Stunde gibt sie um 6.30 Uhr und es geht weiter bis mindestens 20 Uhr. Längst hat Ariane Hundt ihr Kursangebot erweitert.

Besonders erfolgreich ist das „Slim & Strong“-Programm, bei dem die Teilnehmer für 350 Dollar einen Monat lang drei mal wöchentlich hart trainieren und jeweils mindestens 800 Kalorien verbrennen. Zusätzlich erhalten sie einen individuell ausgearbeiteten Ernährungsplan.

„In New York will jeder feste Oberarme, einen knackigen Po, fit und schlank sein, und das möglichst schnell“, weiß Ariane. Sie arbeitet mindestens 80 Stunden pro Woche, damit kommt auch sie an ihr eigenes Limit. Auch als Personal Trainerin ist sie mittlerweile gefragt.

Für den Einzelunterricht verlangt sie 175 Dollar pro Stunde. Meist fährt sie zu ihren Kunden nach Hause, die ein Fitnesscenter in ihrem Wohnhaus oder sogar in der eigenen Wohnung haben.

Große Konkurrenz in den USA

„New York ist ein so teures Pflaster. Man muss wirklich gut verdienen, um in Manhattan mitspielen zu können.“ Daher bessert sie ihr Trainingsangebot ständig nach, um ihre anspruchsvollen Kunden bei der Stange zu halten. Denn die Konkurrenz ist riesig. Schnell ist ein neuer Fitness-Trend geboren, und schon zieht die Karawane weiter.

Doch Arianes Stern ist noch im Steigflug. Gerade ist ihre Workout-DVD auf den Markt gekommen – ein weiterer Schritt, um die Marke Ariane Hundt weiter zu etablieren und eine Art Selbstläufer zu schaffen.

Eine Rückkehr nach Deutschland schließt sie aus. Ihr liege die lockere, aufgeschlossene und unvoreingenommene Art der Amerikaner. Eben hat sie die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten – gerade noch rechtzeitig vor den Präsidentschaftswahlen. „Es war ein großartiges Gefühl, als ich im Wahllokal meine Stimme für Obama abgeben konnte“, versichert sie.

Familienweh ja, aber kein Heimweh

Hat sie manchmal Heimweh nach Deutschland? Sie überlegt einen Moment: „Heimweh weniger, ich würde eher sagen Familienweh“. Ihre Mutter und ein Bruder leben in Berlin, der andere Bruder in Bayern, Onkels und Tanten, Cousins und Cousinen in Dortmund – natürlich würde sie ihre Lieben gerne öfter um sich haben und nicht nur zu Kurzbesuchen.

Wenn doch manchmal Sehnsucht nach Deutschland aufkeimt, schaut sie im Restaurant „Zum Schneider“ vorbei, wo sie sich bayerische Schmankerl schmecken lässt. Alles aber mit Maß und Ziel, schließlich muss sie frühmorgens wieder auf der Matte stehen.

Sternenkind Svenja

Claudia Reißaus (2.vl.) mit anderen betroffenen Eltern des Vereins  „Sternenkinder“ Castrop-Rauxel , die ihre Kinder verloren haben.  Bäume und  Sterne mit ihren Namen erinnern an sie, seit kurzem auch eine Gedenkskulptur.
Claudia Reißaus (2.vl.) mit anderen betroffenen Eltern des Vereins „Sternenkinder“ Castrop-Rauxel , die ihre Kinder verloren haben. Bäume und Sterne mit ihren Namen erinnern an sie, seit kurzem auch eine Gedenkskulptur.
Foto: WR/Franz Luthe
Die Reporter der WR-Landesredaktion haben im zurückliegenden Jahr etliche Geschichten veröffentlicht. Ihre bewegendste lassen sie noch einmal Revue passieren - und fragten bei den Betroffenen nach, wie ihr Leben weitergegangen ist.
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