„Die Jugendlichen interessieren sich mittlerweile für andere Dinge“

Gerd Ebel (65) ist Präsident beim Landesverband NRW im Deutschen Skatverband e.V..

1.

Herr Ebel, momentan wird überall darüber gesprochen, dass der Skat in der Krise steckt, weil es zu wenig Nachwuchs gibt. Gilt das auch für Nordrhein-Westfalen und Südwestfalen?

Ja, die Nachwuchssorgen haben wir überall im Deutschen Skatverband, auch in NRW, auch in Südwestfalen. Während wir heute in NRW noch gut 3000 Mitglieder zählen, waren es vor zwanzig Jahren mehr als doppelt so viele. Auch die Anzahl der Vereine hat sich in dem Zeitraum halbiert: Heute gibt es noch 207 in Nordrhein-Westfalen. In der Verbandsgruppe 47, zu der Städte wie Soest oder Hamm gehören, haben wir zum Beispiel aktuell knapp 350 Mitglieder – etwa 30 davon sind Jugendliche, also nicht älter als 21.

2.


Woran liegt es, dass immer weniger junge Menschen sich für Skat begeistern?

Die meisten Jugendlichen interessieren sich mittlerweile für andere Dinge, gucken lieber Fernsehen, surfen im Internet oder spielen auf dem Tablet.

3.

Was tut der Skatverband, damit Jugendliche auf das Kartenspiel aufmerksam werden?

Einmal versuchen wir natürlich, ganz klassisch mit Broschüren Werbung für uns zu machen.

Zusammen mit unserer Jugendreferentin Sabine König haben wir uns außerdem ein Konzept überlegt: Bei diesem gehen wir an die Schulen und bieten dort Arbeitsgemeinschaften an. In denen können Kinder das Kartenspiel erlernen. Die Resonanz ist vor allem bei Mathematiklehrern gut: Im Unterricht kann das Spiel eine tolle Unterstützung sein, weil es Kopfrechnen und logisches Denken erfordert. Trotz unserer Bemühungen: So richtig fruchten tut das alles nicht.