Buchhalterin muss über vier Jahre in Haft

Essen/Bottrop..  Weil sie zwischen 2009 und 2013 fast vier Millionen Euro für sich abgezweigt hat, ist die ehemalige Chefbuchalterin des Marienhospitals Bottrop zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die 34-Jährige hatte die Taten vor dem Essener Landgericht gestanden. Die einzelnen Buchungen waren zwischen 2009 und 2014 als Rückzahlungen an Krankenkassen und Privatpersonen getarnt gewesen. Im Prozess hatte die Angeklagte erklärt, dass sie sich finanziell absichern wollte.

„Dreist und skrupellos“

Gegen ihren Ehemann, der ebenfalls in der Buchhaltung der Klinik tätig war, wurden gestern zwei Jahre Haft auf Bewährung verhängt. Das hat er nicht zuletzt dem dreijährigen Sohn zu verdanken: „Wir haben vor allem an das gemeinsame Kind gedacht“, betonte das Gericht. Selten stehe ein Ehepaar gemeinsam vor Gericht.

Um nicht aufzufallen, hatte die Angeklagte E-Mails und Überweisungslisten gefälscht. Außerdem benutzte sie fremde Passwörter. So konnte das Vieraugenprinzip umgangen werden. „Sie haben die Schwachstellen des Systems erkannt und systematisch ausgenutzt“, sagte Richter Oliver Greff in der Urteilsbegründung. Greff beschrieb die Angeklagte als „gerissen, dreist und skrupellos“.