Bryan Adams präsentiert Fotoprojekt "Wounded" in Paderborn

Rockstar Bryan Adams zeigt seine  Ausstellung „Wounded - The Legacy of War“ bei den  Paderborner Fototagen.
Rockstar Bryan Adams zeigt seine Ausstellung „Wounded - The Legacy of War“ bei den Paderborner Fototagen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Paderborner Fototage verwandeln die ganze Stadt in ein Atelier, dessen Künstler den Puls der Zeit fühlen. Einer von ihnen ist Rockstar Bryan Adams.

Paderborn.. Als Rockmusiker hat Bryan Adams weltweit Berühmtheit erlangt. Mit seinen Fotografien ist der Sänger nun auf dem besten Weg, zum zweiten Mal ein Star zu werden. Am Freitagabend eröffnet er in Paderborn seine Ausstellung „Wounded - The Legacy of War“ (Versehrt - Das Vermächtnis des Krieges).

Die Schau in der Städtischen Galerie Am Abdinghof ist eines von 32 Ausstellungsprojekten der Paderborner Fototage 2015, die international renommierte Kamerakünstler mit ambitionierten Laien zusammenbringen.

Fototage-Festival zum dritten Mal in Paderborn

„Wir zeigen zeitgenössische Fotokunst unter dem Thema ,Lokale Welten. Globale Gegenwart’“, beschreibt Markus Runte vom Fototage-Team das Konzept des Festivals, das jetzt zum dritten Mal ausgerichtet wird. „Wir haben überlegt: Was sind die Bilder einer sich unglaublich schnell verändernden Welt und stellen vor, wie renommierte Fotografen diese Frage beantworten."

Museen und Galerien, aber auch Geschäftshäuser und Banken verwandeln bei den Fototagen vom 30. Mai bis zum 28. Juni die Paderborner Innenstadt in ein gigantisches Atelier, dessen Künstler den Finger direkt am Puls der Zeit haben. Begleitend gibt es Workshops, Vorträge und Künstlergespräche.

Der Kunsthistoriker Markus Runte kommt aus Obermarsberg und leitet in Paderborn das Museum für Stadtgeschichte sowie den Abdinghof. „Fotografie ist für mich ein tolles Thema. Über dieses Medium kann man ganz andere Menschen erreichen und besondere Fotografen kennenlernen.“

Nachruf Dazu zählt nicht nur Bryan Adams. Auch die Bilder der 2014 in Afghanistan ermordeten Fotojournalistin Anja Niedringhaus laden zu intensiver Auseinandersetzung mit Zeit und Zeitgeist ein. Romney Müller-Westernhagen hat dagegen prominente Gesichter unserer Gegenwart mit der Kamera festgehalten: Iris Berben, Boris Becker und Jonathan Meese. Ralph Larmann gilt als der bekannteste Bühnen-Fotograf weltweit und begleitet Künstler wie Robbie Williams oder die Rolling Stones auf Tournee.

Acht der 32 Ausstellungen sind kuratiert, die Bilder für 24 weitere wurden von einer Jury aus Bewerbungen ausgewählt. „Bei den Fototagen gibt es viele Mitmach-Aktionen. Es macht den Charme des Festivals aus, dass sich Profis und Amateure für einige Tage begegnen“, so Runte. „Wounded“ ist das zweite große Fotoprojekt von Bryan Adams. Es kommt direkt von London nach Paderborn und wird anschließend um die Welt gehen.

Bryan Adams porträtiert Soldatinnen und Soldaten

Bryan Adams hat für sein Fotoprojekt britische Soldatinnen und Soldaten porträtiert, die im Irak, in Afghanistan oder während militärischer Übungen starke Verletzungen erlitten haben, die ihr Leben veränderten. Adams begegnet den Versehrten mit der nüchternen Präzision seiner Großbildkamera vor sachlich ausgeleuchtetem Studiohintergrund.

Diese Bilder verstören den Betrachter zutiefst. Denn sie zeigen nicht nur Wunden und Verstümmelungen als Folge von Krieg - Bilder, wie wir sie gar nicht mehr mit der Gegenwart verbinden, allenfalls noch als historische Dokumente aus den beiden Weltkriegen kennen. Zugleich kommt Adams seinen porträtierten Soldaten sehr nahe. Er stellt sie nicht als Opfer dar, sondern als Menschen, die mit Stolz um ihren Weg zurück ins Leben kämpfen.

„Das sind Bilder, die nachdenklich machen“, freut sich Markus Runte, dass er diese Arbeiten in Paderborn und damit erstmals in Deutschland zeigen kann. „Sie vermitteln die Auswirkungen, die der Krieg auf Menschen haben kann. Das ist wirklich eindrucksvoll.“

Mehr über die Ausstellungen: www.paderborner-fototage.de